_Ausdauer
„Wohin sonst sollten wir gehen?“
Wieder stand ich vor der schwierigen Entscheidung für eine neue Stelle. Da sagte jemand: „Es wäre schön, wenn du zu uns kämst.“ Ermutigung, Freude für den Start! Doch wenig später war dieselbe Person, jetzt Kollegin, ganz anders: unfreundlich, nicht bereit, mir bei der Einarbeitung zu helfen. Sie versuchte, mich zu demütigen, mir zu zeigen, dass ich überflüssig bin, dass ich ihren Vorstellungen nicht entspreche. Es war nicht einfach, täglich damit konfrontiert zu werden.
Die Situation belastete mich immer mehr. Ich fragte mich, ob die Entscheidung, die Stelle anzutreten, richtig war. Warum lässt Gott das zu, wenn er diesen Weg für mich vorbereitet hat? Ich musste auch außerhalb des Dienstes oft an sie, an die täglichen Erfahrungen mit ihr denken. Es waren böse Gedanken, Unzufriedenheit. Ich betete zu Gott: Wie soll ich mit der Situation und mit meiner Kollegin umgehen?
Eines Tages fiel mir in der stillen Zeit ein Text in die Hand, wie ein persönlicher Brief Gottes: „Mein Kind, ... ich will und brauche dich genau jetzt und genau dort, wo du bist. Ich weiß, dass du es mit denen, in deren Mitte ich dich gestellt habe (insbesondere mit einigen!), nicht einfach hast. Aber ich weiß es zu schätzen, dass du akzeptierst, mein Werkzeug für ihr Leben zu sein, denn sie sind auch in meiner Hand ein Werkzeug, um dein Leben zu formen!“ Das hat mich zur Erkenntnis geführt, dass ich etwas Neues zu lernen habe, und meine Einstellung radikal geändert: Jedes Mal, wenn ich an meine Kollegin denken musste, ließ ich ein Gebet für sie los und versuchte, sie zu akzeptieren, so wie sie war.
Das hat mich geändert, aber auch meine Kollegin und unsere Beziehung. Es wurde nicht gleich alles perfekt, aber wir konnten aussprechen, was uns bewegte und haben gelernt, uns bei der Arbeit gegenseitig zu unterstützen.
Dr. Diana Ivan, Ärztin, Marburg






