_Gottes Stimme hören
Ich weiß nicht, wie es ausgeht ...
Im Frühjahr 1997 hatte ich eine schlaflose Nacht. Unser neu gegründetes Unternehmen hatte die Verantwortung für eine Investition von 1,2 Mio. DM übernommen. Ich selbst stand noch mitten im Studium, und mein Freund war noch beim Promovieren. Trotzdem hatte uns die Unternehmerlust gepackt, und wir waren vom Bau einer Windkraftanlage begeistert.
Weil wir aber nicht über Eigenkapital verfügten, mussten wir Investoren suchen, die unserer Idee vertrauten und ihr Geld zur Verfügung stellten. Nach einigen Gesprächen und Informationsveranstaltungen war dann auch die notwendige Investitionssumme erreicht, und wir unterschrieben den Kaufvertrag für eine große Windkraftanlage von 600 kW mit über 80 Meter Höhe. Das war ein spannender Augenblick!
Doch dann kamen die zweifelnden Fragen: Was ist, wenn der Wind nicht so weht wie prognostiziert? Und wenn der ganze Bau teurer wird als geplant? Wird die Rechnung aufgehen? Wie groß ist unsere Verantwortung und Last?
In dieser Nacht betete ich lange und konnte dann doch noch ein paar Stunden schlafen. Am nächsten Morgen hatte ich wie üblich meine stille Zeit mit Gott, und der erste Vers, den ich las, stand in Amos 4,13: „Denn siehe, er ist‘s, der die Berge macht und den Wind schafft; er zeigt dem Menschen, was er im Sinne hat.“
Ich war überrascht und erfreut zugleich, weil ich wusste: Durch dieses Wort redet Gott zu mir. Er möchte mir sagen, dass er dieses Projekt in seiner Hand hält. Ich weiß zwar nicht, wie es ausgeht, aber ich kann sicher sein, dass mein Herr die Finger im Spiel hat. Das hat mir Ruhe und Gelassenheit gegeben für die Zukunft. Und auch ein ganzes Stück mehr Unabhängigkeit von den eigenen Versuchen, alles im Griff haben zu wollen.
Es tut gut zu merken, wie Gott oft das Ruder unseres Lebens übernimmt, obwohl es wehtut, das Ruder abzugeben. Aber es schenkt gleichzeitig eine neue Freiheit und Unbeschwertheit.
Fred Jung, Alzey
Dipl. Agrar-Ökonom und Geschäftsführender Gesellschafter der JuWi-Windenergie GmbH






