_Gebet und Tagesplanung
Immer zur rechten Zeit
Gott hat mir viele Wünsche erfüllt, zum Beispiel ein spannendes Berufsfeld: Ich bin Leiter einer Entwicklungsabteilung in einem Hochtechnologie-Unternehmen. Eine Besonderheit meiner Situation ist, dass ich an zwei Standorten meine Aufgaben wahrnehme.
Das allein macht es bereits erforderlich, meine Zeit sehr umsichtig einzuteilen. Wo und mit wem muss ich über welche Angelegenheiten vorrangig sprechen? An welchen Versuchen sollte ich selbst teilnehmen? Wie schaffe ich mir Zeitfenster, um über Innovatives nachzudenken? In der Regel bereite ich am Vorabend den nächsten Tag sehr konkret vor und dokumentiere das – nur für mich. Dann kommt der nächste Tag. Manches mag durcheinander geraten. Die Planung hilft immerhin, die Prioritäten nicht aus den Augen zu verlieren und sich nicht von Lust oder Unlust verführen zu lassen.
Aber da fehlt noch etwas Wichtiges, das Gebet. Vielleicht ist es das Wichtigste. Ich bete sehr oft, oft nur kurz. Ich bete beim Niederschreiben der Tagesplanung. Ich bete gleich nach dem Aufstehen für den Tagesverlauf. Es liegt an Gottes Führung, wieviel durcheinander gerät, ob ich richtig reagiere auf unvorhergesehene Situationen. Ich bete für Mitarbeiter, Vorgesetzte und das zwischenmenschliche Klima. Man kann dieses Anliegen unterschiedlich vor Gott bringen. Man kann darum bitten, dass die anderen keine Schwierigkeiten bereiten. Es ist aber wohl auch angemessen zu bitten, dass man den anderen nicht selbst zum Problem wird.
Zum Teil vertrauen mir Mitarbeiter private Sorgen an. Dabei wurde ich schon von einem Nichtchristen gefragt, ob ich auch für ihn bete. Wenn im Tagesverlauf schwierige Situationen eintreten, dann liege ich Gott in den Ohren: „Herr hilf mir jetzt! Erbarme dich!“ Gott räumt nicht alle Schwierigkeiten einfach weg, aber er steht denen bei, die ihn anrufen. Das habe ich oft erfahren. Abends kann ich ihm oft danken für einen gesegneten, wenn auch nicht leichten Arbeitstag. Manche Last bin ich nicht so schnell losgeworden, trotz Gebet. Später hat Gott aber doch eingegriffen, zu seiner Zeit, und das ist immer zur rechten Zeit.
Ekkehart Reinhold, Dresden






