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_Andacht des Monats April 2007: Von den zwei verlorenen Söhnen

Zielgedanke

Freu Dich neu daran, in Gottes Nähe zu leben!

Einstieg

Süßigkeiten verschenken: Bring irgendwas mit in den SBK und verteil es an deine Leute. Bonbons, Schokolade, Kuchen, irgendwas. Verschenk es einfach so, ohne was dazu zu sagen.

Bibeltext: Lukas 15,31

"Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein."

Ein sonderbarer zweiter Bruder

Die Geschichte vom verlorenen Sohn ist eine meiner Lieblingsgeschichten: Der junge Bursche hat die Nase voll von zu Hause, will weit weg, endlich was erleben, die große weite Welt spüren und nicht auf dem Bauernhof seines Vaters verkümmern. Er krallt sich sein Erbe, obwohl der Vater doch noch lebt!, und investiert in das schnelle, teure Leben – bis nichts mehr übrig ist und er im Loch landet. Auf Augenhöhe mit Schweinen. Er kehrt um, rennt beschämt zurück zu seinem Vater und wird mit einer Riesenparty willkommen geheißen.

So gut ist Gott, er nimmt uns nach unserer Umkehr in die Arme. – Aber ab jetzt entzieht sich mir in der Geschichte der Durchblick: Was macht denn bloß der andere Sohn? Als er den Bruder sieht, zieht sich bei ihm alles zusammen. Was soll das denn? Ein Vorbild ist der sicher nicht, aber was genau macht er noch mal falsch? Ist doch klar, dass er sich in Grund und Boden ärgert, wenn sein Looser-Bruder wieder kommt und nicht Prügel sondern einen Riesenbraten bekommt. „Ist doch natürlich, dass ihm der Hut hochgeht“, habe ich immer gedacht.

Und jetzt ist es mir aufgefallen: Die Geschichte könnte auch anders heißen. „Von den zwei verlorenen Söhnen“. Karl, so nenne ich mal den zweiten Bruder, Karl ist nämlich echt nicht zu beneiden: Der lebt in der Nähe seines Vaters, er hat alles, ihm gehört alles, er kann alles essen, er kann sich an allem freuen, aber: Er macht es nicht. Er lebt auf dem Feld für die Arbeit. Vertrauen zum Vater? – Keine Spur, er muss erst mal den Knecht fragen was denn da vorne los ist, statt direkt zum Vater zu gehen. Und dann motzt er sich die Seele aus dem Leib. Liebe zu seinem Bruder? – Ha, woher denn?! Der soll mal kriegen, was einer verdient, der nicht mit Geld umgehen kann. – Und wie antwortet der Vater? „Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.“

Ich finde unglaublich, an was der Vater ihn erinnert: „Karl, Du hast alles hier! Du lebst in meiner Nähe, Du bist nicht einsam, Du hast mich zum Unterhalten, ich helfe Dir, ich bin immer für Dich da. Hier, schau Dich mal um, das alles gehört Dir. Du hast unendlich viel. Mann, lass Dir nicht vom Neid das Leben verderben, schau doch auf mich und was das alles Gutes für Dich bedeutet!“ – Das ist eine prima Aufforderung. Darum die Bonbons: Euch gehört alles. Gott ist mit Euch an dieser Schule. Ihr seid nicht alleine. Freut Euch neu an dem, was Gott Euch schenkt! Dankt ihm, und freut Euch, und fangt bei den Bonbons an.

Autor: Markus Stamme