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_Andacht des Monats April 2008: Gemeinsam bist du nicht verloren!

Zielgedanke

Glaube will in der Gemeinschaft gelebt werden, denn "allein geht man ein".

Osterüberraschung

Ostersonntagmorgen, es ist kurz vor 6 Uhr, neben mir piepst ein Handy. Oh Mann, wer hatte gestern die Idee, dass wir zum Sonnenaufgang aufstehen könnten?!!!!
Zusammen mit guten Freunden verbringe ich Ostern dieses Jahr in einem alten Pfarrhaus auf dem Land. Drei Tage Stille, Lobpreis, gemütliches Zusammensein und verrückte Ideen. Ich wälze mich noch eine Weile im warmen Schlafsack hin und her, bis ich mich endlich dazu durchringen kann, wirklich aufzustehen. Aber was meine müden Augen dann durchs Fenster erblicken, entschädigt für den verlorenen Schlaf und die Müdigkeit: Der Pfarrgarten – gestern noch graubraun und verwildert – ist mit weißem Puder bestäubt. Eine reinweiße Schicht bedeckt die Welt und macht alles neu und wunderschön.

Während ich diese Pracht bestaune, kommt mir der Gedanke, dass hier eine einzelne Schneeflocke ganz schön verloren wäre. Nur wenn viele Flocken auf einmal angeschneit kommen, gibt es diesen Effekt, dass die Welt sich wundersam verändert und Kinder einen Schneemann bauen können. Ich muss unweigerlich einen Vergleich mit dem Leben ziehen. Wie schön ist es, dieses Wochenende mit Freunden zusammen Jesu Auferstehung zu feiern. Gott ist nahe. So stelle ich mir gelebtes Christsein vor.

Einsam?

Und Morgen? Wenn ich wieder allein in der leeren Wohnung sitze? Ich kenne mich, es wird nicht viel von diesem Begeisterungsgefühl übrig bleiben. Manchmal kann Glaube nämlich auch ganz schön einsam sein. Eine Beziehung zu jemandem pflegen, der nicht zu sehen, dessen Gegenwart selten fühlbar ist. Dessen Stimme unter allen Stimmen, die mir täglich durch die Seele wandern, so leicht zu überhören ist. Dessen Worte in der Bibel mir häufig gar nichts sagen. Dessen Wahrheiten oft so anders sind als das, was die Leute um mich herum behaupten.

Gemeinsam!

Jesus wusste, dass es schwer ist, den Glauben allein zu leben. Er hat seinen Jüngern Mut gemacht, gemeinsam Zeit mit ihm zu verbringen: "Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich in ihrer Mitte" (Matthäus 18,20). Du brauchst Menschen, die deine Überzeugungen teilen und dir Mut machen, weiter auf Gott zu vertrauen. Die dir sagen, dass du in Ordnung bist, die dich bestätigen und auch korrigieren dürfen. Die dir sagen, dass Gottes Liebe nicht an Leistung gekoppelt ist, wenn dich der Leistungsdruck in der Schule überrennt. Die für dich das Beten übernehmen, wenn dir die Worte fehlen. Die dich ermutigen, wenn du von Sorgen aufgefressen wirst. Die dich erinnern, dass Gott dich trägt. Denn, wie Dietrich Bonhoeffer es ausgedrückt hat:

"Der Christus im Bruder ist stärker als der Christus in mir."

Im SBK leben heißt miteinander angeschneit kommen. Das ist spannend, denn jede Schneeflocke ist anders. Der andere, sein Glaube, seine Überzeugung, wie man leben muss und alles ist so verschieden von dir. Entdecke den anderen! Frag ihn: „Wie kommt es, dass du so denkst? Wie begründest du deine Meinung? Woran merkst du, dass Gott bei dir ist? Kannst du mir erklären, was hier steht? Was hast du mit Gott erlebt?“ Dann wirst du den Christus in deinem MitSBKler erkennen. Das wird euch zusammen bringen, ihr werdet miteinander wachsen und eure Schule wird wundersam verändert werden.

Epilog

Ich reiße mich von meinen Gedanken los und ziehe mir schnell eine Hose und einen warmen Pullover über. Zehn Minuten später stehe ich mit den anderen frierend neben der Kirche auf dem Friedhof. Der Himmel ist grau, um uns tanzen Schneeflocken und gegenseitig singen wir uns die Osterbotschaft zu: "Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!"

Autorin: Betty Kögel