_Andacht des Monats April 2010: Schieb den Berg zurück ins Meer!
Zielgedanke
Jesus hat gesagt, dass unser Glaube Berge versetzen kann. Aber wir stehen manchmal vor Problemen, die uns wie Berge vorkommen, die sich nicht wegschieben lassen. Wie passt das zusammen?
Material
- Fruchtgummi-, Keks- oder Salzgebäck-Fische
- Ein Glas mit Wasser
- iPod, CD-Player o.ä. mit "Walkampf" von den Toten Hosen
Einstieg: Schieb den Wal zurück ins Meer!
[Verteil die Fruchtgummi-/Keks-/Salzgebäck-Fische an deine Leute und sag ihnen, dass sie mindestens einen davon aufheben und noch nicht essen sollen. Dann sagst du:]
Wie ging's euch heute morgen, als ihr aufgestanden seid? Wart ihr ausgeruht oder eher erschöpft? Wir hören jetzt ein Lied von einem, der erschöpft aufgestanden ist: [Spiel "Walkampf" von CD, iPod o.ä. ab].

- Bild: scotproof
Campino ist total fertig, weil er (im Traum) einen Wal ins Meer schieben will und das nicht schafft. Er versucht es immer wieder "mit ganzer Kraft", aber er schafft es nicht. Der Wal ist tonnenschwer. Und niemand hilft ihm. "Es war so eine Qual."
Die Werbung: Schieb den Berg ins Meer!
Vielleicht macht Campino etwas falsch, vielleicht sollte er sich von Jesus helfen lassen. Jesus spricht (Markus 11,22-24): "Habt Glauben an Gott! Amen, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagt: 'Hebe dich hinweg und wirf dich ins Meer!', und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dem wird es zuteil werden. Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr es empfangt, so wird es euch zuteil werden."
OK, also wenn ich an Gott glaube und nicht nur (wie Campino) auf meine eigene Kraft vertraue, dann geht alles. Das sagt Jesus doch, oder? Das probieren wir jetzt gleich mal aus: Schiebt (nur mit eurem Glauben) euren Fruchtgummi-/Keks-/Salzgebäck-Fisch ins Wasserglas!
Ich sehe keine Fische im Wasserglas. Ich weiß ja, dass ihr alle Kleingläubige seid, aber wenn der Glaube der Jünger Berge versetzen kann, wird euer Glaube wohl so kleine Fische in ein Wasserglas versetzen können, oder?
Oder funktioniert das nicht so, wie Jesus das sagt? Da macht Jesus Werbung für den Glauben und verspricht das Blaue vom Himmel herunter und dann - dann stehe ich da mit meinen Problemen und weiß nicht mehr weiter. Und niemand verschiebt meine Problemberge!
Was ist denn das für ein Laden, bei dem man nicht kriegt, was die Werbung versprochen hat? Soll ich dem weiterhin vertrauen?
Vater und Sohn – verrückt, aber sympathisch
Der "Laden" für den Jesus arbeitet ist ein Familienbetrieb. Der Sohn macht die Werbung und der Vater sitzt auf dem Chefsessel. Vielleicht hat der Vater die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als er gehört hat, was der Sohn den Leuten versprochen hat. Berge versetzen, so ein Unfug! Der bringt ja die ganze Schöpfung durcheinander!
Wenn Jesus absolut ernst gewesen wäre, dann hätte er den Leuten vielleicht nicht versprochen, dass sie Berge versetzen können. Dann hätte er einen langweiligen Vortrag über Glauben und Zweifeln gehalten, drei Thesen, mit Gegenthesen und Einschränkungen, damit alle Eventualitäten berücksichtigt sind, absolut ernst zu nehmen aber auch absolut langweilig. So war Jesus anscheinend nicht. Stattdessen hatte er die verrückte Idee, dass man mit dem Glauben Berge versetzen kann. Ich finde das sympathisch.
Für Leute, die immer alles ernst und absolut wörtlich nehmen wollen, habe ich eine schlechte Nachricht: Wir sollten nicht davon ausgehen, dass es Christenpflicht (und -möglichkeit ist), die Alpen nach Helgoland zu versetzen. Für alle anderen gibt's eine gute: Jesus (und der ganze Laden, für den er arbeitet) ist genauso verrückt wie wir. Auf diesen verrückten Typen (nicht auf unseren Glauben) können wir vertrauen. Er wirft nicht alle unsere Problemberge einfach ins Meer, aber er wird uns immer irgendwie helfen. Er wird bei uns sein. Auch wenn wir mal am Strand vor einem Wal stehen.
Autor: Christian Brecheis
Diese Andacht wurde vom "Frommen Chaoten" inspiriert: Adrian Plass, Tagebuch eines frommen Chaoten, Brendow 1993 (7. Aufl.), S. 22-27.





