_Andacht des Monats April 2011: Don't worry?!
Einstieg
Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen. Eigentlich konnte sie kaum etwas erkennen. Der Schnee machte ihr das Gehen schwer. Wie lange sie schon so unterwegs war? Sie hatte alles Zeitgefühl verloren. Ging sie überhaupt noch auf dem richtigen Weg? Sie wusste es nicht. Doch sie ging. Stehen bleiben hätte auch nichts gebracht.
Immer wieder sah sie in der Ferne die Lichter der einzelnen Skihütten aufleuchten. Dann verschwanden sie wieder. Hinter Bäumen und Bergkuppen. Doch da war sie wieder. Das musste einfach ihre Skihütte sein.
Lange schon hatten ihre Freundinnen und sie diesen Skiurlaub geplant gehabt. Und dann dieser Tag. Im Laufe des Nachmittags hatten sie sich aus den Augen verloren. Sie hatte nochmal alle Abfahrten abgesucht, nirgends eine Spur von ihnen. Und dann war es dunkel geworden.
Völlig erschöpft und frustriert, stapfte sie nun hier durch den Schnee. Die einzige Orientierung waren die roten Pfosten am Rand des Weges. Als Signal um nicht vom Weg abzukommen. Hoffentlich lief sie in die richtige Richtung.
Doch da war es wieder. Jetzt konnte sie auch schon die Schatten ihrer Freundinnen im Fenster sehen. Sie hatte es geschafft! Laut rief sie ihre Namen. Erleichtert und ausgepowert fielen sie einander in die Arme. Sie war angekommen.
Andacht
Ist dir das nicht auch schon mal passiert? Völlig orientierungslos unterwegs zu sein, Nicht zu wissen, wohin der Weg führt, den du gerade gehst. Ob er überhaupt noch richtig ist?
Immer wieder gehst du auf dir unbekannten Wegen und stehst vor neuen Herausforderungen. Dann fragst du dich vielleicht: "Wohin soll ich gehen?" Und fühlst diese Orientierungslosigkeit. "Was die Zukunft wohl bringt?" Du musst weitergehen, weil stehen bleiben ja doch nicht geht. Und dann ist da oft diese Dunkelheit um dich herum, die dich einschüchtert. Diese Ungewissheit, Ängste, Sorgen. Was kommt da auf dich zu am neuen Arbeitsplatz oder in der neuen Klasse?
Gerade in diese Situation trifft der Vers aus 1. Petrus 5,7: "Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch." Ist das nicht etwas leicht gesagt? Alle eure Sorgen werft auf ihn? Und warum überhaupt?
Wie du bestimmt schon erlebt hast, bleiben auch Christen nicht bewahrt vor Problemen und Schwierigkeiten. Und das stellt dieser Text erst mal klar. Sorgen sind da. Auch im Leben eines Christen. "Sorge" bedeutet so viel wie Gedanken der Angst, die in deinem Kopf ihre Runden drehen. Und sie lassen sich nicht abwürgen oder verdrängen.
Also wie sollst du deine Sorgen werfen? Und was gibt dir eigentlich die Gewissheit, dass du mit deinen Sorgen bei Gott eine gute Anlaufstelle hast? Die Begründung folgt direkt im Anschluss: "denn er sorgt für euch." Wörtlich könnte man auch übersetzen "denn ihm liegt an euch." Wie passt das mit deinen Erfahrungen zusammen? Ist das bei ernsthaften Sorgen nicht zu leicht gesagt? Und die Ungewissheit wirklich beseitigt wird damit auch nicht.
Was hindert dich so oft daran, deine Probleme und Gedanken wirklich bei Gott abzugeben? Liegt es an zu geringem Vertrauen? Willst du lieber alles selbst in die Hand nehmen und so die Kontrolle behalten? Willst du dein eigener Herr sein, obwohl du genau weißt, dass es falsch ist?
Sorgen zu behalten und dein Leben selbst meistern zu wollen, zeigt Misstrauen gegenüber Gott. Dadurch dass du deine Sorgen und Zukunftsentscheidungen bei ihm abgibst, erkennst du ihn als deinen Herrn an. Du vertraust ihm. Doch gerade hier liegt so oft das Problem.
Vertrauen kannst du nicht aus dir heraus. Du musst doch erkennen, dass dein Gegenüber dieses Vertrauen nicht ausnutzt oder dich hängen lässt. Hier steht, dass er für dich sorgt. Ihm liegt an dir. Das hat er dir ganz klar und deutlich am Kreuz gezeigt. Er hat dir sein Wort gegeben. Er will dir treu sein, sogar wenn du untreu bist.
Ja, die Welt spricht oft eine andere Sprache. Und oft ist auch Gott so anders als du es von ihm erwartest. Manchmal greift er gerade da nicht ein, wo du es doch für am notwendigsten hältst. Wie kann das sein? Und vor allem, wie kannst du dabei Vertrauen lernen? Das kannst du nicht aus dir selbst. Da musst du immer wieder neu Gott ans Werk lassen. Denn es geht ja nicht darum im Kopf zu wissen, was Gott dir zusagt. Dein Herz braucht diese Gewissheit.
Gott hat dir nicht die Garantie gegeben, dass du keine Probleme hast, aber die, dass du nie alleine bist. Gott ist da und wird da sein. Immer, auch auf deinen neuen Wegen. Und selbst dann, wenn du dich in deinen Sorgen verlierst. Lass Gott doch endlich Gott sein in deinem Leben und er wird dir zeigen, wie vertrauenswürdig er ist!
Gesprächsfrage:
Was hilft mir dabei, Gott täglich neu zu vertrauen?
Liedvorschläge:
- Du allein (Feiert Jesus 3, Nr. 82)
- You shine (Feiert Jesus 3, Nr. 97)
- My life is in your hand (Feiert Jesus 2, Nr. 128)
Autorin: Debora Volz





