_Andacht des Monats August 2007: Liebe
Zielgedanke

Jesus hat Menschen geliebt. Und (wir als) seine Nachfolger sollen das auch tun.
Einstieg
Ferien. Ferien – Das heißt meistens auch: Abschied nehmen. Abschied von Freunden, mit denen wir einige Monate unterwegs waren und die die Ferien an einem ganz anderen Ort verbringen als wir. Abschied von Freunden, die wir in den Ferien an einem fremden Ort kennengelernt haben und die wieder nach Hause müssen, so wie wir.
Abschied. Jemand verlässt uns und wir können nicht mit.
Abschied. Darum geht's auch in den Abschiedsreden im Johannesevangelium: Jesus verlässt seine Jünger und sie können nicht mit. Und sie stellen sich die Frage: "Was bleibt?"
Bibeltext: Johannes 13,33-35
Jesus spricht: "Liebe Kinder, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen. Und wie ich zu den Juden sagte, sage ich jetzt auch zu euch: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander liebhabt. Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt."
Jesus geht – Was bleibt?
Jesus geht. Jesus geht und macht seinen Jüngern unmissverständlich klar, dass sie nicht mitkönnen. Er muss gehen, die Jünger bleiben. Es ist Zeit, Abschied zu nehmen.
Was sollen die Jünger machen, wenn Jesus weg ist? Was tun, wenn sie den vermissen, mit dem sie in den letzten Jahren unterwegs waren? An Jesus denken? Gottesdienste feiern? Tolle Lobpreiszeiten bei denen Jesus gelobt wird?
Jesus schlägt etwas Anderes vor: "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe." Er sagt nicht einfach "denkt an mich", sondern "denkt an eure Mitmenschen wenn ihr an mich denkt!"
Warum? Weil Jesus, weil Gott, selbst so denkt: Seine Liebe ist schließlich der Grund für seinen Abschied und war überhaupt der Grund für seine Anwesenheit in dieser Welt. Jesu Weg nach seinem Abschied von seinen Jüngern führt ihn ans Kreuz, an den Ort wo Gott seine Liebe für alle Menschen ultimativ zeigt.
Jesus hat seinen Jüngern vorgelebt, was "Liebe" ist: Er war für Andere da, hat Kranke geheilt, Ausgestoßene integriert, er hat sich selbst erniedrigt, er hat seinen Jüngern die Füße gewaschen und ist am Ende für uns alle ans Kreuz gegangen. Wirklich nachmachen kann das kein Mensch, Jesus war mehr als ein Mensch und seine Liebe war übermenschlich.
Aber wir können uns davon beeindrucken lassen. Jesu Liebesgebot betrifft nicht nur die Jünger, von denen er sich damals verabschiedet hat. Wir können die Geschichten von Jesus lesen und uns von seiner Liebe prägen lassen. Und wenn wir zulassen, dass diese Liebe unser Leben prägt, dann werden wir feststellen, dass er immer noch mitten unter uns ist. Jesus bleibt.
Autor: Christian Brecheis





