_Andacht des Monats August 2011: Ruhezeiten (wie) bei Jesus
Zielgedanke
Um uns herum ist immer etwas los, immer könnten wir etwas verpassen von dem was gerade wichtig ist. Es fällt uns wahnsinnig schwer einen Gang zurückzuschalten und Luft zu holen - aber gerade das ist dringend nötig.
Einstieg

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Frage in den Raum: Hast du heute schon deine Mails gelesen? Wie viele Lieder hast du heute schon gehört? Warst du schon auf Facebook? Wie viele Mails hast du heute schon verschickt oder empfangen?
Und wie lange - abgesehen vom Schlafen - war es einfach nur still?
Ruhezeiten (wie) bei Jesus
Ruhezeiten sind für uns in unserer Welt ein schwieriges Thema. Die Erreichbarkeit muss permanent gewährleistet sein.
Nur Handy geht nicht mehr. Mit einem Smartphone muss man auch E-Mails abrufen können und permanent im Internet präsent sein. WLAN, Facebook, Twitter - alles erfordert unsere Aufmerksamkeit.
Selbst das Joggen im Wald oder Park ist keine Ruhepause, sondern der Stöpsel des MP3-Players hängt im Ohr. Denn man muss ja up to date sein und sich in der Musik auskennen.
Und wo bewegen wir uns? Was ist unsere Realität im Umgang mit Ruhezeiten? Können wir zwei Stunden im Bus oder Zug fahren – ohne Radio oder MP3-Player? Wann schalten wir nach der Schule den Rechner an und wann wieder aus?
Wenn ich jetzt über Ruhezeiten von Jesus rede, dann gibt es sicherlich auch viele Einwände:
Damals gab es keine Telefone, keine Computer und keine Autos. Das ganze Leben war ruhiger. Wirklich?
Die Menschenmenge, die sich um Jesus drängte, war so groß, dass er seinen Jüngern befahl, mit ihm auf die andere Seite des Sees hinüberzufahren. Da sprach ihn ein Schriftgelehrter an. "Meister", sagte er, "ich will dir folgen, wohin du auch gehst." Jesus erwiderte: "Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich ausruhen kann." [...] Daraufhin stieg Jesus in das Boot; seine Jünger folgten ihm, und sie fuhren los. Plötzlich brach auf dem See ein heftiger Sturm los, sodass das Boot fast von den Wellen begraben wurde. Jesus aber schlief.
Mt. 8,18-20+23-24
Eine spannende Stelle im Matthäusevangelium, die deutlich macht, wie sehr Jesus eingespannt war. Auch ohne technischen Schnickschnack. Er hat keinen Platz zur Ruhe und dann ist er so fertig, dass er sogar im starken Sturm schläft.
Und weil diese Anspannung auch für ihn so groß war, hat er sich immer wieder auch ganz bewusst Ruhezeiten genommen. Wir lesen davon an unterschiedlichen Stellen (z.B. Mt. 14,22f; Lk 5,15f; Mk 1,35) und es wird deutlich: Jesus sucht die Ruhe und den Kontakt mit seinem Vater, mit Gott. Mal am Morgen – mal am Abend.

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Wir müssen diese Form der Ruhe, des Kontaktes mit Gott, oft erst wieder lernen. Es geht erst einmal gar nicht um ganze Tage oder Wochen oder womöglich direkt um einen Aufenthalt im Kloster. Oft genug ist auch ein halber Tag schwer für uns.
Oder, es ist doch schwer? Ein halber Tag ohne Handy - Fernseher - Computer - Musik und MP3-Player? Was soll man an so einem halben Tag machen?
Wir müssen wieder neu das Hören auf Gott lernen. Still sein, nur bewaffnet mit der Bibel und einem leeren Schreibblock. Und dann hören auf Gott.
Stille
Passende Lieder:
- "Herr, ich suche deine Ruhe"
- "Stille vor dir, mein Vater"
Autorin: Dorothee Soldan





