_Andacht des Monats Dezember 2007: Gottes Angesicht über dir
Zielgedanke
Gott strahlt wenn er Dich sieht und er ist Dir gnädig.
Biblischer Text:
"Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dir und sei Dir gnädig." (4. Mose 6,25)
Der aaronitische Segen ist der Text der Bibel von dem der älteste geschriebene Text erhalten ist: Aus dem 7. Jahrhundert v.Chr. stammen zwei kleine Silberröllchen, auf denen der Segen in hebräischen Buchstaben geschrieben steht. Über viele Jahrhunderte hat genau diese Text Menschen begleitet.
Im Bibeltext gibt Gott der Priesterfamilie (Aaron und seinen Söhnen) diesen Text, damit sie immer "Gottes Namen auf das Volk legen". Das bedeutet zweierlei: Erstens ist der Text trotz seiner Formulierung mit "Du" an das ganze Volk gerichtet, man könnte als auch "Ihr/Euch" sagen. Und zweitens ist das besondere an diesem Text nicht zuerst, was passiert (segnen, behüten, Angesicht aufleuchten), sondern dass der Name Gottes über dem Volk ausgesprochen ist: In ihm ist der Herr nämlich selber anwesend; und aus dieser Anwesenheit her rührt das, was passiert.
In der jüdischen Gemeinde wie in den evangelischen Kirchen ist er das Sendungswort am Ende des Gottesdienstes. In drei Versen bringt der Segen jeweils zwei Segnungen nacheinander, der Text dieser Andacht ist das Mittelstück des Segens.
Einstieg
Schnapp Dir einen Adventskranz oder irgendwas, was leuchtet. Kann ruhig wie ein Heiligenschein aussehen, darauf kommt es nicht an. Halt Dir das Ding über den Kopf. Sag Deinen Leuten, Du willst ein Bilderrätsel machen. Sie sollen raten, welchen Vers Du darstellst.
Zum Text
Ein alter Text. Er beendet jeden guten Gottesdienst, schickt Dich zurück aus dem Gottesdienstraum wieder in den Alltag. Er ist das verbindende Element, er erinnert daran: Gott mit Dir. Im alten Israel haben die Priester den Namen Gottes so über das Volk ausgerufen: "Hier ist jetzt nur ein Herrschaftsbereich, und das ist der von unserem Gott! Dem Gott Israels! Alle anderen schweigen und verschwinden!" Das bedeutet viel, die Anwesenheit Gottes bewirkt Unglaubliches. Er ist der Gott, der sein Volk aus der Hand brutaler Unterdrücker gerettet hat. Er ist der Gott, der vor ihnen schier unglaubliche Wassermassen aufgehalten hat, damit sie trockenen Fußes durch ein Wasser gehen konnten. Er ist der Gott, der sie in der Wüste nicht verrecken lässt, weil er es so will!
Ich habe neulich mit diesem Vers eine sonderbar schöne Begegnung gehabt: Stell Dir vor, Du musst auf einer Bühne stehen vor lauter Leuten, die Du nicht richtig kennst. Du hast ein paar Sachen zu sagen, aber vor allem kommt es darauf an, niemanden zu enttäuschen, niemanden zu langweilen, niemanden zu beleidigen aber auch nicht zu soft zu sein, lustig sollst Du sein aber auch ernst. Für mich eine schwierige Aufgabe. Da habe ich diesen Vers gelesen in den Losungen. Natürlich habe ich ihn schon 1000mal gehört. Aber an diesem Tag mit der Bühne habe ich ihn mir das erste Mal vorgestellt: Stell Dir vor, Du bist irgendwo und Gottes Angesicht leuchtet über Dir. Er strahlt, er liebt Dich ja. Nimm Dir Zeit, Dir das vorzustellen! – Und dann: Wenn Du da auf der Bühne einen Fehler machst (und unweigerlich Widerspruch erntest!), ist Dir Gott gnädig. Ihm macht Dein Versprecher und der Fettnapf nichts aus. Er lächelt weiter, er liebt Dich ja. Stell Dir auch das vor!
Schule ist natürlich keine Bühne, ich weiß. Aber etwas ist gleich: man fühlt sich manchmal wie auf dem Präsentierteller und umflutet von 1000 Erwartungen, die alle möglichen Menschen an einen haben. Mein Tipp: Schnapp Dir den Vers und mach ihn zu Deinem! Es ist ja Deiner, denn jeden Sonntag (oder fast jeden…) spricht ihn Dir jemand zu. Gott leuchtet über Dir! Stell Dich ruhig grade hin. Gott ist Dir gnädig.
Aktion
Vorstellen üben: Bring den Vers auf einem Zettel mit zur Erinnerung für die Anderen und verteil ihn an alle. Seid in der Gebetszeit im Anschluss an die Andacht einfach still und stellt Euch Gottes über Euch leuchtendes Angesicht vor!
Dann zum Abschluss der Andacht: Sprich diesen Vers des Segens für alle noch mal.
Autor: Markus Stamme





