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_Andacht des Monats Dezember 2011: Adventskerzen

Zielgedanke

Wir sind das Licht der Welt, weil Jesus in uns wohnt, der das Licht der Welt ist. Durch ihn können wir "Adventskerzen" für all die Menschen um uns herum sein und auf Jesus hinweisen.

Geschichte

Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen des Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: "Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit ist eure Sache." - Die Weisen sagten: "Das ist eine gute Aufgabe."

Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. - Er dachte sich: "Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen." Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig, und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle.

Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: "Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger." - Der Vater antwortete: "Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten."

Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein.

Der Vater sagte: "Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen."

Bibeltext und Übertragung

Nicht nur der Vater in der Geschichte, auch unser Vater im Himmel möchte, dass wir anderen Menschen Licht bringen. Wir brauchen dazu nicht einmal eine Kerze, weil wir selbst Kerzen bzw. Lichter sind! In Matthäus 5, 14-16 lesen wir:

Bildquelle: stock.xchng

"Ihr seid das Licht der Welt - wie eine Stadt auf einem Berg, die in der Nacht hell erstrahlt, damit alle es sehen können. Versteckt euer Licht nicht unter einem umgestülpten Gefäß! Stellt es lieber auf einen Lampenständer und lasst es für alle leuchten. Und genauso lasst eure guten Taten leuchten vor den Menschen, damit alle sie sehen können und euren Vater im Himmel dafür rühmen."

Das beste an dieser Aufforderung ist: Jesus ist das Licht der Welt (Johannes 8,12). Und deshalb müssen wir als Christen gar nicht selbst leuchten, sondern Jesus, der in uns lebt, leuchtet durch uns durch. Wir müssen nur "durchscheinend" werden und sein Licht nach außen durchdringen lassen.

Licht hat die tolle Eigenschaft, dass es mühelos einen ganzen Raum erhellen kann, es dringt bis in den letzten Winkel vor und durch alle Ritzen. Es kommt gegen Dunkelheit an und schenkt Wärme. Genauso sollen wir unsere Umgebung bis in den letzten Winkel erhellen. Wir sind das Licht der Welt!

Aber sind wir nicht alle manchmal wie der große Bruder in der Geschichte? Versuchen, Dinge schnell hinter uns zu bringen, tun sie lieblos und geben uns wenig Mühe dabei? Stecken unsere Energie in nutzlose Dinge? Rackern uns ab und am Ende kommt doch nichts dabei heraus? Schauen auf unseren eigenen Vorteil statt das zu tun, was für die Menschen um uns herum gut ist?

Der ältere Sohn gibt das ganze Geld aus, steckt viel Energie in die ganze Sache, indem er andere dafür arbeiten lässt, und tut doch nicht Nützliches. Es kommt also nicht immer darauf an, dass wir möglichst viel an Geld oder materiellen Dingen einsetzen und große Aktionen machen.

Heißt das also, dass wir sparsam mit dem umgehen sollen, was Gott uns gibt? Im Gegenteil - Gott will, dass wir unser Bestes geben. Und das sind meistens nicht (nur) Geld und Materielles, sondern wir selbst - wenn wir uns mit unserer ganzen Person für andere einsetzen.

Aber er will nicht, dass wir uns aus eigener Kraft abrackern, sondern uns dafür mit seiner Kraft füllen lassen. Durch ihn können wir unser Bestes für andere geben, um ihn damit zu ehren. Durch ihn können wir "Adventskerzen" für all die Menschen um uns herum sein und auf Jesus, das Licht der Welt hinweisen. Darüber freuen sich nicht nur die anderen, sondern auch Gott, den wir damit ehren.

Konkrete Ideen

Wie könnt ihr in der Schule (und auch zuhause) "Adventskerzen" sein? Jeder nimmt sich entweder für eine Woche oder für die ganze Adventszeit eine Sache vor. Zum Beispiel:

  • Schenkt anderen eure Zeit, auch mitten im Vorweihnachtstrubel! Helft jemandem bei den Hausaufgaben oder beim Lernen.
  • Verteilt großzügig Komplimente! Sagt anderen, was sie gut können, was ihr an ihnen mögt, was sie gut gemacht haben… Natürlich solltet ihr ernst meinen, was ihr sagt.
  • Legt jede Woche bis Weihnachten etwas Geld zur Seite und spendet es für ein gemeinnütziges Projekt.
  • Schreibt jede Woche jemandem eine Postkarte oder einen richtigen Brief - statt facebook-Nachricht und SMS.
  • Achtet bei allem, was ihr über andere sagt, darauf, dass es wahr und gut ist. (…gar nicht so einfach!)
  • Helft freiwillig im Haushalt.
  • …euch fallen bestimmt noch viele andere Dinge ein.

Und vor allem: Betet, dass Jesus immer mehr durch euch durchscheint und andere in euch etwas davon erkennen können wie Jesus ist.

Zum Mitgeben als Erinnerungshilfe

Schreibe den Vers "Ihr seid das Licht der Welt" auf kleine Kreise auf Papier und lege sie in Teelichter (auf den Boden der Aluhülle unter die Kerze). Wenn man das Teelicht anzündet und das Wachs durchsichtig wird, kann man den Spruch am Boden des Teelichts lesen.

Verteile solche Teelichter als Erinnerung an alle Zuhörer!

Autorin: Esther Dauner