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_Andacht des Monats Februar 2008: „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's, der mich liebt.“ (Joh 14,21)

Zielgedanke

Gott liebt uns und wir können ihn zurücklieben, indem wir seine Regeln einhalten.

Einstieg

Neulich las ich eine Geschichte, die mich getroffen hat:

"Ich bin der Chef einer Firma und gehe für eine Weile mit meiner Familie ins Ausland. Die Verantwortung für die Firma übertrage ich für diese Zeit dir. Ich treffe alle Vorbereitungen und verspreche dir, mich in regelmäßigen Abständen mit Anordnungen und Anweisungen bei dir zu melden. Monate vergehen. Ich schreibe dir jede Menge Nachrichten mit meinen Erwartungen. Schließlich kehre ich zurück. Als ich beim Büro ankomme, bin ich erstaunt. Unkraut wuchert, Fenster sind zerbrochen, im Empfangszimmer sitzt die Sekretärin mit den Beinen auf dem Tisch, kaut Kaugummi und pflegt ihre Fingernägel. Die Papierkörbe laufen über, Musik dröhnt, keiner scheint mich zu erwarten. Ich frage nach dir und werde ans andere Ende der Etage geschickt. Dort laufe ich dir in die Arme, nachdem du gerade gegen den Verkaufsleiter eine Runde Schach gewonnen hast. Ich bitte dich in mein Büro, das zum Fernsehzimmer umfunktioniert wurde.
»Was geht hier vor, Mann?«
»Was meinst du?«
»Na wie es hier aussieht! Hast du denn meine Nachrichten nicht erhalten?«
»Oh, doch, natürlich, wir haben alle erhalten. Seit deiner Abreise haben wir jeden Freitag Briefstudium betrieben. Wir haben sogar das ganze Personal in kleine Gruppen aufgeteilt und über viele Dinge, die du geschrieben hast, diskutiert. Einiges war wirklich interessant. Es wird dich freuen zu hören, dass ein paar von uns Sätze und Paragraphen aus deinen Nachrichten auswendig gelernt haben.«
»Alles klar, ihr habt meine Nachrichten erhalten, habt sie studiert, darüber nachgedacht und diskutiert, sie sogar auswendig gelernt. Aber was habt ihr gemacht?«
»Gemacht? Wir haben nichts weiter gemacht.«"

Versteht Ihr, was hier passiert ist? Die Erwartungen des Chefs sind nicht erfüllt worden. Ihm ging es um praktische Anweisungen und der Vertreter hat daraus ein Studium dieser Anweisungen gemacht.

What did Jesus do?

Jesus hat uns mit seinem Leben unglaublich viel Stoff gegeben, ihn als Vorbild zu nehmen. Auch in der Jahreslosung 2008 steckt dieser Gedanke drin, Jesus lebt und wir sollen auch leben. So wie er. Die Bibel erzählt von jeder Menge ganz praktischer Dinge, die Jesus getan hat, die wir nachahmen könnten. Er betet, ist nett zu Kindern, beantwortet geduldig Fragen. An manchen Stellen ist das Problem, dass Jesus in einer anderen Zeit gelebt hat, in der es zum Beispiel offenes Schuhwerk und viel Staub auf den Straßen gab, so dass an der Haustür immer erst Füße gewaschen werden mussten. Also müssen wir darüber nachdenken, wie wir diese Aktionen von Jesus heute ausführen können. Füße waschen ist sicher nicht mehr zeitgemäß. (In einer Notübernachtung für obdachlose Menschen unserer Stadt arbeiten allerdings ehrenamtliche Rentnerinnen und Rentner, die die stinkenden, dreckigen, halb erfrorenen Füße dieser Menschen manchmal waschen.) Deswegen benötigen wir Auslegung der Bibel, Nachdenken und Diskussion, um auf den Trichter zu kommen, wie wir heute „What would Jesus do“ leben können.

Das Motiv

Warum hat Jesus so gelebt? Was war seine Motivation dazu, geduldig, freundlich, zuvorkommend zu sein? Aus Liebe. Diese Antwort ist so einfach, dass sie in der Gefahr steht, abgedroschen und langweilig zu werden – dabei können wir ihre Tiefe kaum erfassen. Jesus liebt seinen Vater im Himmel und erfüllt seinen Auftrag. Und Gott will uns in seinem Sohn Jesus seine Liebe zeigen. Und Liebe soll auch unsere Motivation sein. Auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot antwortet Jesus, dass wir Gott lieben sollen. Das ist die Grundlage für alle anderen Gebote.

Die Gefahr

Die echte reine Liebe hat es unter uns so schwer, weil sich immer wieder Selbstsucht oder Pflichtgefühl dazwischen drängelt. Es soll mir um Gott gehen, nicht um meinen Vorteil. Und ich muss Gott nichts beweisen. Dass unsere Herzen Gott wirklich echt lieben können, ist eigentlich ein Wunder. Und da steckt die nächste Gefahr: dass ich gar nicht mehr glauben kann, dass es wirklich möglich ist. Dann fange ich an, mehr und mehr Theorie statt Praxis zu betreiben, dann reden wir vielleicht nur noch über das Füßewaschen, statt aktiv zu werden. Und Jesus ist so erfrischend einfach: Grübel nicht lange in der Angst, etwas falsch zu machen – lebe! Tu es.

Die Gebote

Wer mich liebt, hält meine Gebote. Ganz einfach. Ich kann Gott meine Liebe zeigen, indem ich lebe. Wie er. Jesus hat uns jede Menge Gebote gegeben. Wenn Euch auf Anhieb keine einfallen, dann studiert mal seine Nachrichten. Du darfst in dieser Liebesbeziehung zu Gott stehen, weil Jesus alles geklärt hat zwischen Gott und dir. Die Gebote sind nicht mehr dafür da, Gottes Gunst zu erlangen, sondern um ihn zu lieben. Also lasst uns die Liebe erwidern, die er uns gezeigt hat und jeden Tag zeigen will – denn er lebt!

Aktivitäts-Denk-Anstoß

Wie willst du heute Gott deine Liebe zeigen?

Autorin: Elisabeth Breitenbach