_Andacht des Monats Februar 2010: Es trägt - Er trägt!
Als begeisterter Schlittschuhläufer und Eishockeyspieler sehne ich mir alljährlich die winterliche Eiszeit herbei. Kaum ist die Eisschicht auf dem zugefrorenen Weiher einige Zentimeter dick, wird das Eis auf seine Tragfähigkeit getestet. Wenn es trägt werden die Schlittschuhe geschnürt und der Puck flitzt über das Eis. Im Nu hat es sich herumgesprochen: Das Eis trägt! Die Eishockey-Saison kann beginnen. Ja, es trägt; jetzt geht's los!
Es ist eine Tatsache, dass gefrorenes Wasser ab einer bestimmten Stärke trägt. Es ist aber auch eine Tatsache, dass Wasser im flüssigen Zustand nicht trägt - oder doch? Einschlägige Erfahrungen dazu machte Petrus (s. Matthäus 3, 11 ff):
Er war mit seinen Freunden, den Jüngern Jesu, mit dem Boot nachts auf dem See Genezareth unterwegs. Ein Sturm kam auf. Das Boot schaukelte bedenklich, es drohte zu kentern. Die Besatzung des Bootes bekam es mit der Angst zu tun. Da! Plötzlich, ein Gespenst auf dem Wasser! Es dauerte, bis sie merkten, es ist Jesus. Petrus war es, der als erster wieder die Sprache fand: "Herr, wenn du es wirklich bist, lass mich auf dem Wasser zu dir kommen!" Auf das aufmunternde "Komm!" von Jesus zögerte Petrus nicht lange, stieg aus dem Boot, blickte auf Jesus und setzte einen Fuß vor den anderen. Es funktionierte, das Wasser trug. - Aber im nächsten Moment sah er die bedrohlichen Wellen und die Angst nahm wieder von ihm Besitz. Vorbei, der Spaziergang auf dem Wasser. Petrus sank ein und hatte Mühe, den Kopf über Wasser zu halten. Die zupackende Hand Jesu rettete ihn vor dem Ertrinken.
Petrus kann sich wahrlich nicht vorwerfen lassen, Jesu Tragfähigkeit und Verlässlichkeit nicht ausprobiert zu haben. Er war schließlich der einzige, der Vertrauen zu Jesus fasste. Alle anderen hockten in ihrem Boot und zitterten vor Angst. Aber in dem Moment, wo die Angst vor dem Ertrinken stärker wurde als das Vertrauen auf Jesus, war es aus mit der tollen Glaubenserfahrung, auf dem Wasser in Jesu Arme zu laufen.
Ich werde kein Eishockeyspiel bestreiten können, wenn ich ängstlich am Weiherrand stehen bleibe und die Festigkeit des Eises nicht teste und darauf vertraue, dass es mich trägt.
Wir werden keine Erfahrungen mit Jesus machen, wenn wir kein Vertrauen zu ihm haben. Es gewissermaßen nicht austesten, ob er hält, was er verspricht. Es gibt schließlich viele Lebenssituationen, mit denen jeder konfrontiert werden und wo die Tragfähigkeit und Verlässlichkeit Jesu getestet werden kann:
Er trägt, wenn es darum geht, Schuld loszuwerden!
Er trägt, wenn es darum geht, in Krankheitszeiten nicht zu verzweifeln!
Er trägt, wenn es darum geht, schulische und berufliche Probleme in den Griff zu bekommen!
Er trägt, wenn es darum geht, den Liebeskummer zu verschmerzen!
Er trägt, wenn es darum geht, dem Tod in die Augen sehen zu müssen!
"Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken", sagt er bei einer anderen Gelegenheit (Matthäus 11, 28).
Laßt uns Jesus beim Wort nehmen, dass Er uns trägt. Probieren wir es aus, setzen wir unser Vertrauen auf ihn! Ich bin sicher, er wird uns nicht enttäuschen.
Hans Heubeck





