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_Andacht des Monats Januar 2010: "Sprengkraft"

Zielgedanke

Jesus gibt uns die Kraft, die wir brauchen. Er selbst ist diese Kraft, unser Licht und Dynamit.

Gestaltung

Kerze oder einen alten Dynamo vom Fahrrad und einen übrig gebliebenen Silvesterknaller

Andachtstext

"Denn ich schäme mich nicht für die gute Botschaft von Christus. Diese Botschaft ist die Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt - die Juden zuerst, aber auch alle anderen Menschen." Römer 1, 16

Andacht

Jeder von uns braucht Kraft, und seit Turbo-Abi und Ganztagsschule ist das Ganze noch ein bisschen heftiger geworden. Ständig bin ich im Stress und ich habe den Eindruck, dass mich mein Stundenplan fest im Griff hat. Da ist es für mich voll gut, auch in der Schule einen Zeitpunkt zu haben, wo ich einfach zum SBK komme, abschalte und neu bei Gott auftanke. Doch was ist an den Schultagen, wenn ich nicht zum SBK gehe, wo kann ich dann Kraft tanken? Wie ist das im Schulstress mit der Kraft?

Als ich so darüber nachdachte, fiel mir auf einmal ein Vers ein, den ich schon x-mal gelesen hatte und der für mich bisher noch nie etwas mit Kraft zu tun hatte. Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Rom: "Denn ich schäme mich nicht für die gute Botschaft von Christus. Diese Botschaft ist die Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt - die Juden zuerst, aber auch alle anderen Menschen."

Wenn ich das so lese, dann denke ich doch als erstes, hier geht’s um’s Ganze, hier geht’s ums Bekennen. Man muss ja zu dem stehen, was man glaubt. Ich weiß nicht, wie es euch mit dem Text geht, aber bei mir läuten da sofort die Alarmglocken. Auf ganzer Linie fühl' ich mich ertappt: Paulus war mutig, ich bin es nicht.

Aber das ist nicht das Ende vom Lied, der Text geht ja weiter. Paulus spricht hier vom Evangelium als einer Gotteskraft, einer Kraft die alles verändern kann, die uns sogar retten kann. Krasse Sache. Doch was hat es auf sich mit dieser Kraft? Da lohnt sich ein Blick in den griechischen Originaltext. Paulus spricht hier von "dynamis", einem Wort, dass wir aus dem Deutschen von Dynamo oder Dynamit kennen. Zwei Worte, die in unserer Sprache völlig unterschiedliche Bedeutungen haben.

Der Dynamo an meinem Fahrrad lässt mich in der Dunkelheit die Straße sehen, er macht meinen Weg sichtbar und ganz ähnlich ist es mit Gott und dem Evangelium. Ich fühle mich in meinem Alltag ganz oft so, als würde ich im Dunkeln tappen. Sorgen und Stress machen sich breit, obwohl denen das eigentlich gar nicht zusteht. Oft genug lasse ich mich aber voll davon mitnehmen, anstatt auf das Wesentliche zu achten: Die frohe Botschaft. Jesus ist die frohe Botschaft, er ist das Licht, das mir den Weg weist. Da ist der große König, der selbst den Tod und die Schuld besiegt hat, sollte der nicht auch meinen dunklen Alltag erleuchten können? Ja, Jesus ist der Dynamo am Fahrrad meines Lebens, der mir mit seinem Licht zeigt wo’s lang geht.

Paulus schreibt aber noch mehr: Für ihn hat die frohe Botschaft von Jesus Sprengkraft, sie ist eine alles verändernde Kraft. Der Stress in der Schule, der Streit mit den Eltern oder die Probleme der Freunde, all diese Dinge erscheinen oft wie große Steinbrocken, die im Weg liegen. Doch auch da ist Jesus, zu dem ich kommen kann mit meiner Not und der sie wegnimmt, um mir seine Freude und Freiheit zu geben. Jesus hat die Macht die Steinbrocken aus dem Weg zu räumen, für ihn ist es kein Problem sie zu sprengen. Was mir unmöglich erscheint, das kann er. Und darin ist auch für uns SBK-ler das Evangelium immer wieder neu die frohe Botschaft: Wir können mit Jesus tauschen. Wir bringen ihm unsere Not um seine Freude zu empfangen. Das ist die Sprengkraft, dass Jesus unser Leben nicht nur verändern kann, wenn wir ihn noch nicht kennen, sondern dass er unser Leben auch gestaltet, wenn wir schon in einer lebendigen Beziehung mit ihm leben.

Ich wünsche uns allen, dass wir Jesus erfahren als unser Licht, das uns den Weg leuchtet, und dass wir ihn erfahren als einen Gott der die Kraft hat, unser Leben zu verändern, weil er die Felsbrocken aus dem Weg räumt. All das kann unser Gott. Und dafür brauchen wir uns wirklich nicht zu schämen.

Autor: Stefan Zorn