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_Andacht des Monats Juni

Unter dem Regenschirm

Wenn ihr die Andacht in eurem SBK ausprobieren wollt, müsst ihr nur die Symbole (am besten auf Folie) kopieren und vergrößert zeigen.
Und wenn ihr zu Beginn einen richtigen Regenschirm aufspannt, habt ihr die Aufmerksamkeit der Zuhörer garantiert...

Wer oder was ist eigentlich "Gott" und was bedeutet er für uns? Die Meinungen gehen da weit auseinander, doch eines haben sie alle gemeinsam: Man kann sie alle mit einem Regenschirm in Verbindung bringen:

Da wäre zuerst einmal der Dekorationsregenschirm. Wozu braucht man ein solches Schirmchen? Es dient zur Dekoration, soll Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Für manche ist Gott wie ein solches kleines, niedliches Schirmchen: Man holt ihn bei großen Anlässen (Taufe, Konfirmation, Hochzeit) hervor, um damit den Feierlichkeiten einen besonderen Anstrich zu geben. Und nach der Party wird er wieder fein säuberlich in einen Karton verpackt – bis zur nächsten Familienfeier. Nun, ich denke nicht, dass das die passende Lösung im Umgang mit Gott ist.

Der zweite Regenschirm ist einer aus der Pfandleihe. Irgendjemand hat ihn nach Gebrauch verloren und noch nicht wieder abgeholt. Er ist dem Besitzer eigentlich egal, doch wird er sich an ihn erinnern, wenn er das nächste Mal im Regen steht.

Genauso machen es viele Menschen mit Gott: In Zeiten der Not, bei einer Krankheit etwa, beten sie zu Gott und bitten ihn um Hilfe. Aber wenn alles gut überstanden ist, vergessen sie Gott wieder. So landet er bei den vergessenen Erinnerungen; bestenfalls unter der Kategorie: "für schwere Zeiten". Nein, auch das entspricht nicht den Vorstellungen eines Christen.

Aber weiter: Was denkt der Mann mit dem Regenschirm, von dem nur noch das Gestell übrig geblieben ist, über Gott? Nun ja. Hat ein Regenschirm, dem die Bespannung fehlt, überhaupt einen Sinn?

Das ist wohl auch die Meinung dieser Person: Er hält den Schirm zwar in der Hand, glaubt also daran, dass Gott existiert. Aber er glaubt nicht daran, dass dieser Gott ihn schützen kann oder dass er aktiv in seinem Leben wirken kann. Für ihn ist Gott wohl ein "höheres Wesen": Gott oben, er unten. Auch das ist die falsche Meinung über Gott.

Nun zu der Person, die von ihrem Regenschirm fast völlig verdeckt wird. Der Pumuckl auf dem Schirm soll einen falschen Kinderglauben symbolisieren.

Aber was ist das, ein "Kinderglaube"? Da ist Gott mein Wunscherfüller. Einer, der ausschließlich dazu da ist, dass es mir gut geht. Und wenn er das nicht tut, bin ich beleidigt. Viele Menschen verstecken sich hinter diesem Glauben. So kann Gott niemals in seiner vollen Gestalt erkannt werden. Offenbar auch nicht richtig.

Ein Schirm ist übrig, und das ist der Richtige, wie ihr vielleicht schon vermutet habt. Gott ist wie ein großer Familienregenschirm: Er schützt dich dank seiner Größe vollkommen. Und er hat auch noch für andere Platz, die dich begleiten.

So ist Gott: Er liebt jeden von uns; hat immer einen Platz im Trockenen für uns. Er stellt uns Menschen an die Seite, und wenn der Wind einmal stärker als sonst weht, Gott ist da. Er schützt uns und bringt uns sicher ans Ziel: Die Ewigkeit bei ihm. Das wünsche ich euch allen!
Und wenn ihr das nächste Mal einen Regenschirm in der Hand haltet, dann überlegt, was Gott in eurem Leben für euch bedeutet!

Judith Winter, SBK Kulmbach

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