_Andacht des Monats Juni 2009: Die große Such- und Rettungsaktion
Zielgedanke
Das Gleichnis vom Silbergroschen: Gott sucht … uns Menschen und setzt dafür alles ein.
Was suchst du?

- Bild: Stock.XCHNG / Szorstki
Wie oft suche ich irgendwelche Dinge – meine Lieblingsohrringe, weil ich sie verlegt habe – meinen USB-Stick, weil ich nicht mehr weiß, wo ich ihn zuletzt hatte – irgendwelche Notizzettel oder Mitschriften, die ich irgendwo hingekritzelt habe – meinen Hausschlüssel, der in den Tiefen meiner Taschen verschwunden ist – etc. Vielleicht geht es euch auch manchmal so, dass man seine Zeit „vertut“ weil man irgendwelche Dinge suchen muss. Oftmals sind es nur völlig banale Dinge, die wir suchen. Doch wie sieht es aus, wenn wir etwas wirklich Wertvolles verloren haben? Stellen wir dann nicht unser ganzes Zimmer oder sogar die ganze Wohnung auf den Kopf, nur um es wiederzufinden?
Was sucht sie?
In der Bibel erzählt Jesus in Lukas 15 in den Versen 8 und 9 auch eine Geschichte von einer Frau, die etwas verloren hatte, nämlich einen ihrer zehn Silbergroschen. Ein Silbergroschen entspricht ungefähr einem Tageslohn in der damaligen Zeit, davon konnte eine Familie einen Tag überleben. Was tut diese Frau also? Sie setzt alles in Bewegung, um den Groschen wiederzufinden. Sie macht erst mal ordentlich Licht im Haus, denn bei Dunkelheit tappt man sonst sprichwörtlich im Dunkeln. Dann räumt sie auf, sortiert, putzt, kehrt in den letzten Ecken und Winkeln.
Wahrscheinlich war sie schon ziemlich erschöpft, aber dann, in der hintersten Ecke, entdeckt sie den verlorenen Silbergroschen. Welch eine Freude, welch eine Erleichterung, das stundenlange Suchen hat sich gelohnt! Und was tut sie dann? Nun, Frauen sind ja von sich aus sehr kommunikativ und müssen alles ihren Freundinnen erzählen. Deshalb lädt sie gleich die gesamte Truppe Freundinnen und Nachbarinnen zu sich ein, um das freudige Ereignis mit ihnen zu teilen. Ihr denkt euch vielleicht, na solch ein Aufheben um den wiedergefundenen Groschen hätte ich nicht gemacht, ich hätte mich gefreut, aber so einen Riesenaufstand muss man ja nicht machen. Allerdings zeigt uns das, welch einen Wert der Silbergroschen für die Frau besaß! Nämlich einen unglaublich Großen!
Was sucht Gott?
Jesus erklärt dann, warum er diese Geschichte erzählt hat. Denn Gott ist der große Sucher, er sucht etwas, was ihm abhanden gekommen ist und das ist in seinen Augen etwas unglaublich Wertvolles, etwas für das es sich lohnt, alles einzusetzen, um es wiederzufinden. Gott sucht seine Geschöpfe, die Menschen die er geschaffen hat, die sich aber von ihm abgewandt haben und er sucht jeden Einzelnen, denn jeder ist von unschätzbarem Wert.
Er könnte vielleicht auch sagen: „Was interessiert mich der einzelne Mensch, es gibt ja über 6 Milliarden, es reicht ja wenn ein paar an mich glauben.“ oder „Was interessieren mich überhaupt diese unbedeutenden Menschen?“ Aber so denkt Gott nicht. Sondern genau im Gegenteil: Er startet die größte Such- und Rettungsaktion der Geschichte und schickt seinen Sohn, Jesus. Dieser sagt selbst, was sein Auftrag ist: Und der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. (Lukas 19, 10)
Und diese Suche dauert bis heute an. Gott sucht und sehnt sich nach uns Menschen, nach jedem Einzelnen. Nach dir, nach mir, aber auch nach den Anderen, nach dem verhassten Englischlehrer, der Frau neben dir im Bus, dem Klassenclown, dem Nachbarn, dem unbeliebten Außenseiter in der Klasse, der Kassiererin im Supermarkt usw. … ihr könnt die Liste endlos ergänzen. Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, dass Gott einen übelsten Aufstand macht, weil er all diese Menschen liebt und sich nach ihnen sehnt?
Er schickt seinen einzigen Sohn in den Tod für jeden Einzelnen von uns? Und die Suche dauert an und wir können Gottes Werkzeuge dabei sein, jeden Tag, bei jeder Begegnung, bei jedem Wort können wir Gott bitten, dass er durch uns durchscheint und so ein Stück der Freude des Wiedergefundenen aufleuchtet, weiterträgt und ansteckend wird. Denn im Himmel findet die große Party statt, wenn etwas Verlorenes wiedergefunden wird.
Autorin: Christiane Heubeck





