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_Andacht des Monats März 2008: Lernen im Glauben: Sehr gut!

Zielgedanke

Es gibt viel zu lernen im Glauben, viele Dinge fallen uns von Natur aus schwer. Manchmal gelingt uns das Lernen, manchmal auch nicht. Aber am Ende sagt Gott zu uns: Sehr gut!

Einstieg: Lernen in der Schule

Kannst Du Dich noch an sie erinnern? Die guten alten Zeugnisse aus der ersten und zweiten Klasse, die noch so ganz ohne Noten waren?

"Achim rechnet sicher im geübten Zahlenraum bis 10" stand da bei mir. Super, bis 10 (!) denke ich mir heute. Wie klein muss ich damals eigentlich gewesen sein? Und wie leicht fällt mir der Zahlenraum bis 10 heute (was ein Glück :-)). Und dann diese komische Rechnung in der dritten Klasse: 9 geteilt durch 2. Das geht doch gar nicht, oder? Oh doch: 4 Rest 1 hat mir meine Lehrerin damals erzählt – und ich musste es glauben! Sicher weiß ich heute, dass die eigentlich richtige Lösung 4,5 ist; aber damals musste ich das Problem noch anders angehen. Langsamer, dem Stand meines Wissens und dem, was ich leisten konnte, angepasst.

Meine Schulzeit nahm den Lauf, den sie eigentlich bei jedem nimmt: Die Zeit der schönen ausformulierten Zeugnisse verging und die Noten wurden eingeführt. Keine netten Sätze mehr – radikale Aussagen. Aussagen von "sehr gut" bis "ungenügend". Also letztlich von "Du bist toll" bis "Du hast es vermasselt, Du hast gar nichts drauf".

Oftmals geht es mir auf meinem Glaubensweg genauso wie in der Schule. Da habe ich manchmal das Gefühl, alles verstanden zu haben und irgendwie denke ich dann, dass Gott jetzt auf mich hinunterschaut und sagt: „Sehr gut machst Du das – Du hast genau verstanden, was ich von Dir will.“ Mindestens genauso oft geht es mir aber auch umgekehrt. Da denke ich dann, dass ich gar nichts kann, dass ich sogar die Dinge, die ich eigentlich weiß und die ich kenne, nicht umgesetzt kriege und vor Gott regelrecht vermassele.

Als es mir das letzte Mal wieder so ging, wurde mir erneut klar, dass auch mein Weg mit Jesus einer ist, bei dem ich immer weiter (und manchmal auch altbekannte Dinge ganz neu) lernen muss. Mehr davon lernen, wie er zu sein. Mehr lernen zu vergeben; mehr lernen großzügig zu sein; mehr lernen, die Freude an Gott zu teilen; mehr lernen, meinem nächsten zu dienen; mehr lernen…

Ja, es gibt viel zu lernen im Glauben. Und viele Dinge fallen uns von Natur aus schwer. Wie oft steht da mein Stolz dem Wort Gottes entgegen und ich blicke auf all die tollen Dinge, die vermeintlich ICH geschafft habe – und vergesse dabei, dass Gott es war, der mir Kraft und Gaben dafür geschenkt hat. Und wie oft muss ich traurig feststellen, dass mein Leben gar nicht dem entspricht, was Gott sich dabei gedacht hat.

Biblischer Bezug:

In 2. Petrus 1, 5-8 steht geschrieben: „Deshalb setzt alles daran, Gott zu vertrauen, und zeigt das durch ein vorbildliches Leben. Jeder soll sehen, dass ihr Gott kennt. Diese Erkenntnis Gottes zeigt sich in eurer Selbstbeherrschung. Selbstbeherrschung erfordert Ausdauer, und aus der wiederum erwächst wahre Liebe zu Gott. Wer Gott liebt, wird auch seine Brüder und Schwestern lieben, und schließlich werden alle Menschen diese Liebe zu spüren bekommen. Wenn ihr diesen Weg geht und dabei weiter vorankommt, wird euer Glaube nicht leer und wirkungslos bleiben, sondern ihr werdet unseren Herrn Jesus Christus immer besser kennenlernen.“

Lernen im Leben

Mein Vertrauen in Gott zeigt sich also in einem vorbildlichen Leben. In all den schwierigen Dingen, die ich mühevoll erlernen muss. Der Weg dorthin erfordert nicht nur nach dem 2. Petrusbrief, sondern ganz real und offensichtlich Ausdauer. Genauso wie die Schule :-).

Wie schön ist es aber, wenn man dann nach einer Weile eine Sache wirklich verinnerlicht hat, sie wirklich begriffen hat und es ein Leichtes ist, sie anzuwenden. So, wie ich heute im Zahlenraum bis 10 (und keine Angst: auch darüber hinaus :-)) ganz sicher rechnen kann, so wünsche ich mir, dass ich auch in Zukunft sagen kann: Klar kann ich vergeben, ist doch ganz einfach; klar kann ich teilen, nichts leichter als das; klar kann ich von der Größe Gottes und der Freude, die er mir schenkt reden, wie könnte ich denn anders…

Und auch, wenn es mir manchmal sehr anstrengend vorkommt das Ziel zu erreichen, so ist doch mein größter Wunsch, dass ich eines Tages vor Gott stehen kann und er zu mir sagt: "Sehr gut, mein Kind – sehr gut!" Warum? Weil ich wissen darf und erfahren kann, dass er selbst und dass sein Plan und sein Weg für mein Leben, auch mit allen Anforderungen an mich und meine Person, und alles, was er sich bei mir gedacht hat genau das auch ist: Sehr gut!!!

Autor: Achim M. Damberg