
SMD-transparent 4_2005
Geld oder Leben
_Anstöße zum verantwortlichen Umgang mit Hab und Gut
„Der Geist denkt, das Geld lenkt“: Dieser Gedanke, niedergeschrieben vor knapp 100 Jahren vom Geschichtsphilosophen Oswald Spengler, dürfte auch heute viele beschleichen. Unsere Zeit ist durch Globalisierungs-, Neoliberalismus- und Haushaltsdebatten geprägt; Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit und Kultur werden oft ausgebremst durch wirtschaftliche „Zwänge“ oder auch materiellen Egoismus. Geld statt Leben also? Jedenfalls hat das Geld mächtigen Einfluss auf unser Leben, eine geradezu religiöse Dimension – das klingt schon in Spenglers Zitat an.
Diese religiöse Qualität noch deutlicher auf den Punkt bringt Jesus: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Mt 6,24) – Geld und Besitz als Götze, vor dem sich Christen hüten sollten. „Der Mammon tritt uns nicht mit einer Fratze entgegen, er verbirgt sich eher hinter der Maske gesellschaftsüblicher Ansprüche“, warnte Hermann Sautter bei der SMD-Herbstkonferenz, die sich dem Thema Hab und Gut widmete. Also: Welche Priorität haben Urlaub, Auto, Altersvorsorge? Welche Macht haben materielle Sorgen über meine Lebensgestaltung?
Jesu Forderungen sind eindeutig: Sammelt eure Schätze im Himmel! Sorgt euch nicht um Materielles! Begreift euer Hab und Gut nicht als euer Eigentum, sondern als Gottes Gabe – und geht entsprechend damit um! Das mag vertraut klingen, aber wer ernsthaft über die Umsetzung nachdenkt, merkt: Diese Forderungen erscheinen in Anbetracht der komplexen Realitäten unseres Lebens als hoffnungslos idealistisch. Wie können wir mit dieser Spannung zwischen Ideal und Realität umgehen? Hinweise gibt Georg Grobe in seiner Bibelarbeit (Seite 5). Sucht man nach konkreten Handlungsanweisungen, erweist sich „Haushalterschaft“ als zentraler Begriff – ihn untersucht Dietrich Bauer in zwölf Thesen (Seite 7). Unter den vielen Konkretionen, nach denen in den Heko-Seminaren gefragt wurde, ist das Geben des Zehnten eine zentrale – einige Gedanken dazu stehen auf Seite 10.
Sicher: Das Heil entscheidet sich allein an der Begegnung mit Jesus Christus; Hab und Gut ist insofern ein nachgeordnetes Thema. Trotzdem ein sehr zentrales – nicht zuletzt, was die Glaubwürdigkeit unseres Christseins betrifft! Wir hoffen, mit den dass die hier abgedruckten Heko-Beiträge Anstöße geben: zum Nachdenken, aber auch zum Gespräch mit Gott und Mitchristen – obwohl oder gerade weil das Thema in unserer Gesellschaft so oft tabuisiert wird.
Ulrich Pontes
Thematische Artikel zum Download:
| Einzugserm?chtigung Formular (Einzugserm_chtigung.pdf, 35.35 KB) |
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| Stellt euch nicht dieser Welt gleich _Anders leben lernen: Bibelarbeit ?ber R?mer 12, 1-2 / Von Georg Grobe (4_05_glauben_Grobe.pdf, 168.35 KB) |
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| Zur Haushalterschaft befreit _Christsein in einer ?konomisierten Welt: Zw?lf Thesen mit Anmerkungen / Von Dietrich Bauer (4_05_denken_Bauer.pdf, 172.39 KB) |
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| "Der Rest geh?rt mir!" Seminar-Impulse, Heko-Eindr?cke und ein Ver?ffentlichungshinweis der Fachgruppe Wirtschaft & Gesellschaft (4_05_erleben.pdf, 156.83 KB) |
Weitere Artikel:
- Gerechtigkeit und Studiengebühren / Zwischenruf von Benjamin Jung
- Flaues Gefühl in Berlin: IFES-Summerteam
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