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Das Kreuz im Gegenwind

_Berichte von der Herbstkonferenz zum 60. Geburtstag der SMD

Möchte ein Segelschiff gegen den Wind anfahren, muss es aufkreuzen. Konkret heißt das, einen Zick-zack-Kurs fahren, so wie diese beiden Schiffe es gerade versuchen. Gegen den Wind zu fahren ist keine einfache Sache – wer weiß, was im Moment nach der Aufnahme dieses Fotos passiert ist. Gegenwind haben auch die ersten Christen verspürt, als sie mit der Botschaft vom Kreuz auf den Märkten und Plätzen aufkreuzten. Trotzdem konnten sie nicht aufhören, von dem zu reden, was sie „gesehen und gehört hatten“ (Apg. 4,20). Den Menschen vom Kreuz zu erzählen, das ist auch Auftrag der SMD.

Denn das Kreuz Christi ist Zeichen der Liebe Gottes, so erklärte es Hans-Joachim Eckstein auf unserer Herbstkonferenz Anfang Oktober in Marburg. In seiner Bibelarbeit macht der Tübinger Theologieprofessor deutlich, dass Christus aus dem Grund starb, weil Gott die Menschen liebt, und nicht, „damit“ er uns lieben kann. Eckstein betonte, dass Jesu Tod aber nicht weiter von Bedeutung wäre, wenn wir es am Kreuz nicht mit dem Sohn Gottes zu tun hätten. Dass Gott seinen Sohn opfert, ja das er selbst stirbt, das war für viele Zeitgenossen damals anstößig – und ist es für viele Menschen bis heute. Der zweite Hauptreferent unserer Herbstkonferenz, Daniel Bourdanné, erzählte von Studenten, die in bestimmten Ländern für ihren Glauben im Gefängnis sitzen. Können wir uns vorstellen, dass ein SMD-Mitarbeiter in Deutschland im Knast einsitzt, weil er auf dem Campus Flyer verteilt? Tatsächlich hat es auch das in der 60-jährigen SMD-Geschichte gegeben. Es war Eva-Maria Semmelroth, die als junge Reisesekretärin zu Beginn der 50er Jahre in Ost-Berlin verhaftet wurde und ein Jahr hinter den Gittern eines Stasi-Gefängnisses saß. 60 Jahre Studentenmission, das sind 60 Jahre, in denen Menschen aufgekreuzt sind und mal, mehr mal weniger Gegenwind erfahren haben. Jede Generation hatte da ihre ganz eigenen Herausforderungen (etwa liberale Theologieprofessoren, kommunistische Studentengruppen oder heute die Neuen Atheisten). Es sind aber auch glückliche Jahre, in denen die Arbeit der SMD in drei Arbeitszweigen zugenommen hat und Jahre, in denen viele Menschen zum Glauben gekommen und darin gewachsen sind. In unserem Jubiläumsjahr waren ehemalige und aktive SMDler eingeladen, (noch mal) bei der SMD aufzukreuzen. Bei unseren zehn regionalen SMD-Tagen kamen dazu rund 2000 Menschen zusammen, zur Jubiläums-Heko waren es 600 Leute. Etwa die Hälfte davon ist übrigens auf dem Poster im Mittelteil dieses Hefts zu sehen.

Christian Enders, Redakteur

Thematische Artikel zum Download:

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