Vorbilder gesucht! Keine Superstars...
_In einer orientierungslosen Zeit erlebt das Vorbild eine Renaissance
„Deutschland sucht den Superstar!“ – und das mittlerweile schon seit acht Jahren. Einen Sender weiter gezappt, darf es auch ein zukünftiges Top-Modell sein. Wenn Dieter Bohlen oder Heidi Klumm rufen, dann sind sie da, die Star-Anwärter. Einmal im Leben groß rauskommen. Und Deutschland? Das sucht tatsächlich mit. Bis zu 20 Prozent Marktanteile erreichten die letzten Sendungen der Bohlen-Show. Unter Jugendlichen lag diese Zahl noch deutlich höher. Kritiker indes betrachten die Sendung als ein „inszeniertes Abwatschen armer Seelen“, das nur niederste Instinkte befriedige.
Deutschland jedenfalls sucht gerne Superstars und fiebert dabei richtig mit. Das Problem: es will seine Stars anschließend nicht behalten. Die Zeit des Ruhmes ist kurz, schon stehen die nächsten Kandidaten für eine neue Runde bereit. Was will Deutschland, oder besser, die werberelevante Zielgruppe, denn tatsächlich haben? Danach haben verschiedene Studien gefragt und Überraschendes festgestellt. Nachdem die Jugendlichen in Deutschland im Laufe der letzten 50 Jahre immer weniger Vorbilder hatten, stehen diese jetzt plötzlich wieder hoch im Kurs. Der Inflation der medial hochgejubelten Sternchen steht der Trend gegenüber, sich handfeste Vorbilder zu suchen – und zwar aus dem eigenen Umfeld. (Mehr zu diesem Phänomen im Artikel von Bärbel Neumann ab Seite 5). In einer orientierungslosen Zeit ohne Maßstäbe, in der alles und nichts geht, sind Christen besonders gefragt, ein Vorbild abzugeben. Konkret heißt das etwa, authentisch zu sein und auch offen mit Schwächen und Fehlern umgehen zu können – gerade jetzt, wo die Amtskirche in einer eklatanten Glaubwürdigkeitskrise steckt. Hans Bürki schreibt dazu: „Die Heilige Schrift lässt uns unmissverständlich wissen, dass die christliche Führungsweise das Vorbild ist – und nicht Reglemente, Instanzenwege und Titel.“ Wie sich das konkret leben lässt, haben für uns verschiedene Autoren im Themenschwerpunkt dieser Ausgabe beleuchtet.
Ein zweiter, ungeplanter, Schwerpunkt dieses Heftes sind Berichte aus der „Zwei-Drittel-Welt“, allen voran über das Erdeben in Haiti. Außerdem erreichten uns zwei Artikel von SMDlern, die eigeninitiativ und auf ihre Weise etwas gegen die Zustände in Nord-Korea beziehungsweise in Mexiko unternommen haben. Dazu passt das (eingeplante) Interview mit Rolf Zwick über eine neue Tagung im September zur weltweiten Armut.
Christian Enders, Redakteur
Thematische Artikel zum Download:
| Das Vorbild ist tot, es lebe das Vorbild (2_10_denken.pdf, 332.27 KB) |
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| „Sei ein Vorbild!“ (2_10_glauben.pdf, 267.42 KB) |
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| Vorbild sein im praktischen Leben (2_10_erleben.pdf, 117.14 KB) |






