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SMD-transparent 1_2004

Mit dem Evangelium auf dem Markt

_Kontext und Herausforderungen missionarischen Christseins heute

Am Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander: Konkurrierende Anbieter heischen um die Gunst der Kunden, Käufer fahnden nach den besten Offerten. Nostalgiker mögen bei „Markt“ an einen Platz denken, an Buden, buntes Treiben und Menschen, die einander begegnen, vielleicht außer Gütern gar Nachrichten und Meinungen austauschen. Bedeutsamer indes ist heute die abstraktere Variante von „Markt“: Die Akteure – globale und sonstige „Player“ – treten medial in Verbindung oder tauchen in der Anonymität und Konturlosigkeit der virtuellen Welt unter.

Zur Loslösung vom Marktplatz kommt die Entgrenzung des Markts: Wertpapiere und Waren werden blitzartig um den gesamten Globus verschoben und verschickt. Erweitert man den Begriff „Markt“ auf Bereiche wie Bildung, Kunst, Brauchtum oder Lebensentwürfe (ohnehin werden diese zunehmend ökonomisiert!), ist die Entgrenzung dieselbe: Fernöstliche Lebensart ist vom Fernsehsessel aus oder per Pauschalurlaub erlebbar, Didgeridoos und afrikanische Trommeln gehören sommers in deutschen Städten schon zur üblichen Klangkulisse; die nächste Moschee ist für viele auch hierzulande nur wenige Kilometer entfernt.

In der Summe haben die Menschen heute unzählige Optionen, Zeit und Geld zu investieren, Unterhaltung, vielleicht Erfüllung und Sinn zu finden. Kirche und Christentum? Ein Anbieter unter vielen. Das ist kirchengeschichtlich keine neue Erfahrung (siehe Bibelarbeit). Aber eine – mindestens – doppelte Herausforderung: Um überhaupt wahrgenommen zu werden, müssen Christen ihr Angebot im Licht der heute gültigen Währung relevant und attraktiv machen, vor allem: Erlebniswert bieten. Andererseits dürfen sie der Marktlogik auch nicht völlig erliegen. Schließlich geht es nicht um Verkaufszahlen eines Produkts, sondern um das Evangelium – eine Kraft Gottes, die alle selig macht, die daran glauben. Und es geht nicht um Verkaufstaktik, sondern um überzeugendes Leben: „Wir Christen sind die einzige Bibel, die heute noch von einer breiten Bevölkerungsschicht gelesen wird“, bringt es Hans-Joachim Eckstein auf den Punkt. – Wie nun angesichts dieser doppelten Herausforderung die Dinge in der SMD stehen, das haben wir in diesem transparent zusammenzutragen versucht.

Ulrich Pontes

Thematische Artikel zum Download:

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_Über Tendenzen der SMD-Arbeit (1_04_Tendenzen_01.pdf, 360.91 KB)