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Generation Praktikum

_Vom Start in eine unsichere Zukunft nach dem Examen


„Und was willst du damit nach dem Studium anfangen? Taxifahren?“ Wer Weinwirtschaft, Wildtiermanagement oder Westslawistik studiert, muss sich diese Frage gefallen lassen. In jedem Fall bedeuten solche Orchideenstudiengänge eins: viele Praktika, um einen Fuß in die Tür eines potentiellen Arbeitgebers zu bekommen. Das ist auch normal so. Seit einigen Jahren jedoch spricht man von der „Generation Praktikum“ – junge Menschen mit einem abgeschlossenem Studium, die sich auch nach dem Examen von einem Praktikum zum nächsten hangeln. Unbezahlt, versteht sich.

Seitdem das Schlagwort vor etwa drei Jahren erstmals die Runde machte, gehört die „Generation Praktikum“ wohl zu den meistdiskutierten arbeitsmarktpolitischen Reizthemen. Denn zur Generation Praktikum werden nicht nur die gelegentlich milde belächelten Geisteswissenschaftler gezählt, sondern Studierende aller Fachrichtungen. Es stellt sich die Frage, ob das Ganze tatsächlich der Wirklichkeit entspricht, oder ob sich hinter der Debatte nur ein Mythos verbirgt. Unsere Autorin Petra Luise Stürmer bezieht in ihrem Artikel zwei aktuelle Studien zum Thema mit ein („denken“ S. 5). Wie auch immer: für Hochschulabsolventen bleibt festzuhalten, dass die Situation nach dem Examen nicht unbedingt einfach ist. Ein Lebensumbruch ist unvermeidlich. Neben der Frage nach einem Job beinhaltet dieser Umbruch meist einen Wohnortswechsel, den Aufbau neuer sozialer Netze und das Einfügen in eine neue Hierarchie im Berufsalltag, die der studentischen Lebenswelt fremd ist. Zum Thema „Berufseinstieg“ hat die SMD vor einem halben Jahr den Mentoring-Kurs „Blickwechsel“ herausgegeben (siehe Transparent 04_2007). Mentoring kann in Umbruchsphasen eine große Hilfe sein und fand auch schon in der Bibel statt. Dr. Tobias Faix schlägt den Bogen von einer biblischen Betrachtung hin zur praktischen Anwendung des Mentoring („glauben“ S. 8.). Schließlich kommen diejenigen zu Wort, die von der Generation Praktikum betroffen sind und berichten von ihren Erfahrungen („erleben“ S. 10.)

Auf den Arbeitszweigseiten im hinteren Heftteil erfahren Sie zum Beispiel mehr über „Schulbeweger“, eine neue Initiative der Schüler-SMD (S. 14). Über die 9. Europäische Studentenkonferenz, zu der an Ostern über 2.000 Studierende nach Linz kamen, lesen Sie auf Seite 17. Von der letzten Akademikon bereiten wir diesmal das Netzwerkseminar „Prioritätenkonflikte: Beruf, Familie, Gemeinde“ nach (S. 19).

Christian Enders

Thematische Artikel zum Download:

Download Mythos oder Massenphänomen? Mythos oder Massenphänomen?
(2_08_denken.pdf, 1002.57 KB)

Download Zeiten der Verunsicherung Zeiten der Verunsicherung
_Mentoring als Chance (2_08_glauben.pdf, 281.18 KB)

Download Ehrliche Erfahungen Ehrliche Erfahungen
(2_08_erleben.pdf, 121.06 KB)