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Gottes Berufung im Alltag finden


_Vom Abenteuer, Jesus Christus nicht nur sonntags nachzufolgen

„Folge mir nach!“ Jesu Berufung der ersten Jünger war unüberbietbar konkret. Erwerbstätigkeit, soziales Gefüge, alles was den Alltag bestimmte – die gesamte Lebenspraxis änderte sich radikal. Aus Fischern und Zöllnern wurden Schüler eines Wanderpredigers ohne festen Wohnsitz. Solch unmittelbare und automatische Folgen für den Alltag fehlen unserem Christsein heute. Glaube ist zunächst eine Frage von Überzeugungen und religiöser Praxis. Beides gehört in den intimen Bereich privater Lebensgestaltung, Auswirkungen auf das übrige Leben lassen sich prima vermeiden.

Jesu Botschaft entspricht es freilich nicht, wenn wir unser Glaubensleben auf Nischen unseres Terminplans (Sonntag, Stille Zeit) und separate Bereiche unseres Beziehungsnetzes (Gemeinde- und SMD-Kontakte, vielleicht Familie) eingrenzen. Salz der Erde und Licht der Welt zu sein bedeutet doch, dass wir das Evangelium nicht nur für uns annehmen, sondern auch für andere verkörpern. Dass wir nicht über missionstheologischen Diskussionen verpassen, uns auf unsere Nächsten einzulassen. Nicht nur Gebet und Gottesdienst sollen sich auf Gott beziehen, sondern das ganze Leben: Gerade unser persönlicher, vielleicht mühsamer Alltag, das konkrete Hier und Heute, soll von der Perspektive des Reiches Gottes bestimmt sein. Das ist nicht unbedingt gemütlich – die Praxis ist ja oft komplizierter als die Theorie, mit Unsicherheiten, Grauzonen und Wagnissen verbunden. Aber daran entscheidet sich die Lebendigkeit und Realität unseres Christseins.

Um diese Praxisrelevanz des Glaubens ging es der „Akademikon“ über Pfingsten in Mainz. Wie dieser erste SMD-Akademikerkongress soll auch das vorliegende Heft dazu anregen, Gottes Berufung mitten im Alltag zu suchen. Gerade auch im nichtprivaten Bereich, also im Beruf und in der Gesellschaft. Zwei zentrale Akademikon-Referate sind deshalb abgedruckt. Beide sind Vorbildern auf der Spur: John Lennox’ Bibelarbeit einem geistlichen, nämlich Josef im Alten Testament; Martin Buchholz’ Vortrag einem Akademiker aus heutiger Zeit, der mit Tatkraft und Verstand vielen der ärmsten Menschen auf unserem Planeten eine neue, menschenwürdige Existenzgrundlage verschafft hat. Texte als Anstöße zum Nachdenken und Diskutieren – aber hoffentlich auch dazu, den Schritt über die Theorie hinaus zu wagen und im eigenen Alltag Gottes Berufung zu leben!

Ulrich Pontes

Thematische Artikel zum Download

Download Welche Akademiker braucht die Welt? Welche Akademiker braucht die Welt?
_Jesus fordert uns heraus, ihm nachzufolgen und Gottes Revolution der Liebe Hand und Fuß zu verleihen. Eine Ermutigung zum Aufbruch (3_07_denken_01.pdf, 210.27 KB)

Download Josefs harter Weg an die Spitze Josefs harter Weg an die Spitze
_Bewährung in den Widrigkeiten des Lebens - Bibelarbeit zu 1. Mose 37 (3_07_glauben_01.pdf, 266.23 KB)

Download Lebensberichte Lebensberichte
_Im Berufsalltag Gottes Wirken sehen und auf sein Reden hören (3_07_erleben_01.pdf, 136.8 KB)