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Pressemitteilung vom 11.10.2004

Diesseitsfalle kontra Lebensglück

SMD-Herbstkonferenz mit über 500 Gästen stellt sich den "ZuMUTungen Gottes im Leben"

Marburg. "Mitnehmen, was geht, und glücklich werden um jeden Preis - das Leben ist kurz!" Diese Einstellung sei heutzutage typisch - und ein wichtiger Grund dafür, dass Leid oft als so unerträglich und lebenszerstörend erfahren werde. Diese Diagnose stellte die Schlusspredigt der SMD-Herbstkonferenz, zu der am Wochenende über 500 Menschen in die Evangeliumshalle in Marburg-Wehrda kamen. Von Freitagabend bis Sonntag befassten sich die aus ganz Deutschland angereisten Teilnehmer in Vorträgen, Seminaren und Gesprächsgruppen mit dem Thema "Glück und Leid - ZuMUTungen Gottes im Leben".

Gernot Spies, evangelischer Pfarrer und Generalsekretär der SMD (Studentenmission in Deutschland e. V. - Netzwerk von Christen in Schule, Hochschule und Beruf), bezeichnete die zitierte Lebenseinstellung als "Diesseitsfalle" und zitierte den katholischen Religionspädagogen Paul Zulehner: Während der Mensch im Mittelalter viel Zeit gehabt habe, nämlich 35 Jahre und eine Ewigkeit, bleibe dem postmodernen Menschen wenig Zeit: nur die durchschnittliche Lebenserwartung von 85 Jahren. "Wer die Ewigkeit als Ziel verliert, gerät in Hektik und Lebensnot", warnte Spies. Christen dürften dagegen mit Ewigkeitsperspektive leben und gleichzeitig die Lasten ihres Lebens bei Gott ablegen. Im Blick auf Krankheit, Tod, Zukunftssorgen sagte Spies: "Wir kennen oft nicht das Warum. Aber wir haben eine Adresse, wo wir ernst genommen werden mit unseren Lasten."

Am Freitagabend hatte Ulrich Schlappa, Leiter der Akademiker-SMD, Ergebnisse der Glücksforschung präsentiert. Verschiedene Untersuchungen hätten ergeben, dass beispielsweise Reichtum Menschen nicht langfristig glücklich macht. Schlappa zitierte den amerikanischen Psychologen Martin Seligman, der herausgefunden habe, dass sich das Lebensglück am besten durch zwei Dinge fördern lasse: Erstens Dankbarkeit, denn sie erzeuge ein Bewusstsein für all das Gute in der Vergangenheit. Zweitens Vergebung, denn dadurch hänge man nicht länger in negativen Erinnerungen fest. Zu beidem könne der christliche Glaube den Schlüssel liefern. "Allerdings", bedauerte Schlappa, "Umfragen zufolge fällt nur 16 Prozent der Bevölkerung zum Thema Glück der Glaube ein."

An Informationsständen präsentierte die SMD ihre vielfältigen Aktivitäten. Dazu zählen die Unterstützung von rund 700 Schülerkreisen und über 60 Hochschulgruppen, zahlreiche Fach- und Regionaltagungen für Berufstätige, Freizeiten, Publikationen und spezielle Angebote für internationale Studierende in Deutschland. Die Organisation mit Sitz in Marburg ist Mitglied im Diakonischen Werk und arbeitet gemeindeübergreifend auf der Basis der Evangelischen Allianz.

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