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Pressemitteilung vom 17.02.2006

Keinen Kombipack überstülpen!

Delegiertenversammlung der Hochschul-SMD beschäftigt sich mit der Frage, wie Evangelisation unter individualistisch geprägten Menschen gelingen kann

Haselbach/Rhön. Um die heutige junge Generation mit dem Evangelium zu erreichen, sollten Christen nicht anstreben, gleich einen ganzen "Kombipack" christlicher Glaubenswahrheiten, Wertvorstellungen und Frömmigkeitsausprägungen weiterzugeben. Junge Menschen heute wollten kein fertiges System übernehmen, erklärte die Kulturwissenschaftlerin Nina Spöttling-Metz auf der Delegiertenversammlung der Hochschul-SMD. Vielmehr suchten sie nach überzeugenden Antworten auf spezifische Lebens- und Sinnfragen, um sie in ihren individuellen Lebensentwurf einzubauen.
Unter dem Titel "Den Studis ein Studi" berieten Vertreter der bundesweit 72 SMD-Hochschulgruppen vom 23. bis 26. Februar in Haselbach (Rhön) darüber, wie im Kontext der heutigen studentischen Kultur Evangelisation funktionieren kann. Einen wissenschaftlich fundierten Blick auf die junge Generation vermittelte dabei Nina Spöttling-Metz, die derzeit in Frankfurt über Religiosität und Jugendkultur promoviert. In ihrem Vortrag verwies sie auf Studien, denen zufolge sich die junge Generation nach Sinn und religiöser Erfahrung sehnt, aber andererseits große Skepsis gegenüber Systemen, Institutionen und Absolutheitsansprüchen empfindet.

Gefragt ist nach Aussage von Spöttling-Metz kein fertiger Lebensentwurf und kein "Weltbild von der Stange", sondern die flexible persönliche Maßanfertigung: "Nur wer es schafft, einen individuellen Lebensstil zu kreieren, indem er aus den fast unbegrenzten Möglichkeiten die für ihn geeignete Auswahl trifft, erfährt Anerkennung." Die Angst, dass das eigene Leben misslingt oder sich in Beliebigkeit verliert, bringe eine große Offenheit und Interesse für Erfahrungen anderer mit sich, so Spöttling-Metz weiter. Christen sollten deshalb bereit sein, über ihr Leben und ihren Glauben auf einer zutiefst persönlichen Ebene Auskunft zu geben: "Ich muss ganz offen von meinem Glück, meiner Verzweiflung, meiner Leidenschaft reden." Dabei zähle Ehrlichkeit, nicht eine makellose Glaubensfassade, betonte Spöttling-Metz: "Gerade in den brüchigen Stellen kann sich Gott offenbaren."

Allerdings sei kaum mit schnellen Bekehrungen zu rechnen, warnte die Kulturwissenschaftlerin vor hohen Erwartungen. Wahrscheinlicher sei, dass Nichtchristen zunächst nur einzelne christliche Ideen oder Antworten übernähmen und in ihren Lebensentwurf einbauten. Dies sei immerhin ein erster Schritt: Er eröffne diesen Menschen die Chance, nach und nach zu erkennen, "dass diese christlichen, gottgemäßen Komponenten auf einer tieferen Ebene funktionieren als andere Komponenten - und dass sie dann anfangen zu hinterfragen, wieso das so ist."
 




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