Pressemitteilung vom 10.10.2006
Gott hat den Westen nicht aufgegeben
"Die Liebe Christi drängt uns" - SMD-Herbstkonferenz mit 400 Teilnehmern zum "Christsein im globalen Dorf"
Marburg. Wenn sich heute beeindruckende geistliche Aufbrüche und Erweckungen ereignen, heißt der Schauplatz in der Regel Afrika, Asien oder Lateinamerika. Trotzdem dürften Christen in Europa Mut und Hoffnung nicht verlieren. Dazu rief der nigerianische Soziologe und Theologe Femi Adeleye vergangenen Samstag in Marburg auf. "Gebt nicht auf, denn unser globaler Gott hat euch nicht aufgegeben", sagte Adeleye vor den etwa 400 Teilnehmern der Herbstkonferenz der SMD, eines Netzwerks von Christen in Schule, Hochschule und Beruf (Studentenmission in Deutschland). Das Motto der Tagung lautete "Christsein im globalen Dorf".
Femi Adeleye ist für die International Fellowship of Evangelical Students IFES tätig, einen internationalen Zusammenschluss von Studentenmissionen, dem auch die SMD angehört. Er betreut Studentenbewegungen in 23 afrikanischen Ländern, in denen - trotz Armut, Kriegen und katastrophalem Missmanagement - an vielen Stellen große geistliche Dynamik zu beobachten ist. So berichtete Adeleye von der anglikanischen Kirche in Nigeria: Heute bereits eine der zahlenmäßig stärksten Denominationen im Land, plane diese Kirche, binnen Jahresfrist auf die doppelte Größe zu wachsen. Und er erzählte von einer christlichen Gruppe auf einem Universitätscampus in Ruanda, der etwa 3.000 Studierende angehören.
Aber wenn Versuche, Mitmenschen mit dem Glauben zu erreichen, in der westlichen Welt auch viel weniger erfolgreich seien - Christen dürften sich nicht vom "Virus der Hoffnungslosigkeit" anstecken lassen, forderte Adeleye. Das beste Gegenmittel gegen diesen Virus sei die Liebe Christi. Noch vor 100 Jahren habe Afrika als hoffnungsloser Fall gegolten, aber dies habe Missionare, die sich gegen allen Anschein von der Liebe Christi drängen ließen, nicht von ihrer Arbeit abgehalten. Daraus habe sich ein Wachstum entwickelt, wie es in der Kirchengeschichte seinesgleichen suche.
Auch deutsche und europäische Christen sollten sich neu auf diese Liebe des Gekreuzigten besinnen. In einer Bibelarbeit zum 2. Korintherbrief zeigte Adeleye, wie dadurch schon Paulus angetrieben, motiviert und gestärkt wurde - allen menschlichen Einschätzungen und äußerlichen Erfolgskriterien zum Trotz. Zwar scheine diese Liebe Christi, die schwere Wege nicht scheut, schlecht in unsere heutige Welt zu passen, wo jeder nach schnellen Erfolgen ohne Schweiß und Schmerzen strebe. Trotzdem hänge alles daran, Paulus’ Aussage "Die Liebe Christi drängt uns" auch als heutiger Christ im eigenen Leben Wirklichkeit werden zu lassen.
In weiteren Foren und Seminaren beschäftigte sich die SMD-Herbstkonferenz mit der Tatsache, dass in einer globalisierten Welt praktisch jeder Christ in einem Kontext kulturübschreitender Mission lebt: Ob bei beruflichen Auslandseinsätzen, kurzen Reisen oder auch hier in Deutschland - die Herausforderung, Menschen anderen kulturellen Hintergrunds das Evangelium zu beugen, besteht fast auf Schritt und Tritt. Außerdem wurden zwei Großveranstaltungen im kommenden Jahr angekündigt: die "studikon", eine Konferenz für christliche Studierende in Aschaffenburg über Ostern, sowie die erste "Akademikon", ein Kongress, der Christen in akademischen Berufen helfen soll, Gottes Berufung im Alltag zu finden.
Weitere Informationen:
www.smd.org
www.ifesworld.org
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Angehängte Fotos:
Femi Adeleye (einmal auch mit seinem Übersetzer Klaus Herrmanns) bei der SMD-Herbstkonferenz in Marburg
![]() Femi Adeleye bei der SMD-Herbstkonferenz 2006 ![]() Femi Adeleye und sein Übersetzer Klaus Herrmanns |







