Pressemitteilung vom 29.05.2007
Auch von Montag bis Samstag mit Gott leben
SMD-Kongress "Akademikon": Glaube bestimmt alle Lebensbereiche / Gerade am Arbeitsplatz Zeuge Jesu Christi sein (Außerdem: Schlusserklärung zum Download)
Marburg/Mainz. Christlicher Glaube und Berufstätigkeit lassen sich nicht auseinander dividieren. Vielmehr sollten Christen säkulare Berufsarbeit wie auch alle anderen Lebensbereiche als Dienst für Gott begreifen und seinen Maßstäben entsprechend gestalten. So lautete die zentrale Botschaft von "Akademikon", einem Kongress der SMD (Studentenmission in Deutschland) für Christen in akademischen Berufen. 320 Teilnehmer aus ganz Deutschland - von der Berufseinsteigerin bis zum Pensionär - waren über das Pfingstwochenende zu dem Treffen im Mainzer Tagungszentrum "Erbacher Hof" gekommen, das damit restlos ausgebucht war.
Der Glaube an Jesus Christus betreffe "unser ganzes Leben und ist niemals nur Privatangelegenheit", heißt es in einer Schlusserklärung, die am Pfingstmontag präsentiert wurde. Vom Beruf erwarte man nicht die Letzterfüllung des Lebens, sehe aber gerade hier eine besondere Verantwortung, "Zeit und Kraft zur Ehre Gottes, zum Wohl von Menschen und zum Schutz von Gottes Schöpfung einzusetzen." Deshalb wolle man bewusst auf Gott hören, die Verbindung zu Glaubensgeschwistern suchen, sich für eine gerechte und menschenwürdige Gesellschaft einsetzen und als Christ erkennbar und sprachfähig sein, um andere zum Glauben einzuladen. "Uns ist bewusst, dass der Ort, an dem Nichtchristen mit Christen in Berührung kommen, hauptsächlich die tägliche Berufsarbeit ist", heißt es in dem Schlussdokument.
Martin Buchholz: Gottes Liebe Hand und Fuß verleihen
Der rheinische Theologe und Journalist Martin Buchholz sagte in einem Hauptvortrag zur Frage "Welche Akademiker braucht das Land?", Christen müssten "Zeugen der Fürsprache Gottes für diese Welt" sein. Sie müssten mutig aufbrechen und gegebenenfalls liebe Gewohnheiten und kuschelige Gemeinden aufgeben, um Gottes Liebe Hand und Fuß zu verleihen. Vorbilder gebe es dabei nicht nur unter anderen Christen. So sei etwa der muslimische Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, der Menschen in Entwicklungsländern durch die Vergabe von Kleinstkrediten einen Weg aus Armut und Abhängigkeit eröffnet, ein inspirierendes Beispiel. "Es gibt Menschen, die an Gottes Reich mitwirken, ohne es zu wissen", sagte Buchholz über Yunus und rief dazu auf, generell lieber von der Rechtschaffenheit anderer zu lernen als über ihre Rechtgläubigkeit zu urteilen.
John Lennox: Gott sendet - auch in eine säkulare Arbeit
John Lennox, Mathematikprofessor in Oxford, machte in einer Reihe von Bibelarbeiten deutlich, dass Berufstätigkeit und Dienst für Gott niemals getrennte Lebensbereiche sind. Arbeit gehöre grundsätzlich zur "Definition des Lebens", wie man sie im 1. Buch Mose in der Schöpfungsordnung vor dem Sündenfall vorfinde. Deshalb gelte: "Gott interessiert sich auch für mein Leben von Montag bis Samstag!" Gerade in der Arbeitswelt ergebe sich für Christen die Gelegenheit, ihren Glauben zu bewähren und ihren Charakter zu entwickeln - indem sie statt gängiger, weltlicher Werte Gottes Gerechtigkeit zum Maßstab nehmen. Jeder Christ solle sich deshalb fragen: "Wann bin ich das letzte Mal in die Arbeit gegangen in dem festen Bewusstsein, dass der Herr mich sendet?"
Frank-Jürgen Weise: Beruf und andere Lebensziele gut zu verbinden
Bereits am Samstag hatte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise aus Nürnberg, den Akademikon-Teilnehmern eine hoffnungsvolle Perspektive vor Augen gemalt. Ihm zufolge finden Akademiker derzeit in der Regel fast immer Arbeit, jedenfalls in den westlichen Bundesländern. Der zunehmende Wettbewerb um gute Mitarbeiter führe zudem dazu, dass man heute die Berufstätigkeit gut mit anderen Lebenszielen wie Familie und ehrenamtlichem Engagement verbinden könne. Auch könne man unbefangener über Glaubensfragen reden: "Dass erwachsene Männer sich für ein Gebetsfrühstück treffen, ist heute möglich, ohne dass darüber gelacht wird." Weise, der sich in einer Freien Evangelischen Gemeinde engagiert, wolle zwar angesichts seines öffentlichen Amtes Neutralität wahren und sich an Ergebnissen messen lassen, nicht an Einstellungen. Trotzdem gehöre sein Christsein untrennbar zu seiner Person: "Mein Führungsstil ist davon geprägt." So sei es ihm wichtig, Vertrauen aufzubauen, Fehler zuzugeben und einen Kampf gegen Menschen zu vermeiden.
ca. 4000 Zeichen
Komplette Akademikon-Schlusserklärung siehe Download unten! Fotos stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung
- Download:
Schlusserklaerung.pdf38 K





