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Pressemitteilung vom 12.10.2008

Kultur der geistlichen Begleitung gefordert

SMD beendet die Herbstkonferenz 2008

Marburg. Menschen mit einem Hochschulabschluss haben häufig besondere religiöse Bedürfnisse, die eine Ortsgemeinde oftmals nicht befriedigen kann. Durch hohe Anforderungen in akademischen Berufen an die Flexibilität und Mobilität der Mitarbeiter schaffen viele dieser Menschen es nicht, ein kontinuierliches geistliches Leben zu führen. Darauf wies der Beauftragte für Spiritualität der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Dr. Wolfgang Bittner, auf der Herbstkonferenz der Studentenmission in Deutschland (SMD) am Wochenende in Marburg hin. Gemeinsam mit seiner Frau, der evangelischen Pfarrerin Ulrike Bittner, sprach er vor mehr als 400 Studierenden und Akademikern zum Thema „Jesus folgen. Unterwegs auf seinen Spuren.“

Bittner machte die Probe aufs Exempel und stellte durch das Befragen des Publikums fest, dass geschätzt ein Drittel der Anwesenden in diesem Jahr bereits einen Umzug hinter oder noch vor sich hat. Bundesweit liegt diese Zahl hingegen nur bei acht Prozent. Angesichts dieser und anderer Herausforderungen in der Postmoderne, forderte Bittner eine neue Kultur der geistlichen Begleitung von Menschen mit vielfältigen Lebenskonzepten. Jedoch müssten mobile Menschen auch dazu bereit sein, Freundschaften und Kontakte über weite Distanzen zu pflegen – etwa durch Besuche oder Briefe. Dabei sollte nicht der Austausch von Banalitäten im Vordergrund stehen, vielmehr sei eine große Offenheit gefragt, um geistlichen Tiefgang zu ermöglichen. Ulrike Bittner unterstrich zugleich, dass die Ortsgemeinde trotz allem nicht zu ersetzen sei, um geistliche Gemeinschaft mit Christen vor Ort aufzubauen.

SMD-Generalsekretär Gernot Spies betonte die Angebote innerhalb der SMD, die es bereits zur Begleitung von Studierenden und Akademikern gibt, etwa Berufseinsteigerseminare. Bei einem Mentoringprogramm der SMD begleiten Akademiker Studierende beim Wechsel vom Studium in den Beruf. Die Hochschul-SMD, zu der Studentengruppen in etwa 70 Städten gehören, fördert die Idee von Zweierschaften unter den Studierenden. Die Akademiker-SMD bietet mit zehn berufsspezifischen Fachgruppen eine Forum des Nachdenkens über den Glauben im jeweiligen beruflichen Umfeld.

Die 1949 gegründete SMD mit Sitz in Marburg hat das Ziel, zu einem glaubwürdigen, intellektuell verantworteten Christsein zu motivieren. Sie ist Mitglied im Diakonischen Werk der EKD, finanziert sich aus Spenden und arbeitet überkonfessionell auf der Basis der Evangelischen Allianz. Zur SMD zählen rund 800 Schülerbibelkreise in ganz Deutschland, Hochschulgruppen in 70 Städten sowie 30 Regional- und Fachgruppen von Akademikern. Marburg ist seit fast 60 Jahren Veranstaltungsort der SMD-Herbstkonferenz.

 




Ansprechpartner für Medienvertreter:

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