Pressemitteilung vom 08.08.2011
WELTVERSAMMLUNG DER STUDENTENMISSIONEN
_600 Delegierte aus 120 Ländern kamen in Krakau zusammen
M a r b u r g / K r a k a u. Mit starker deutscher Beteiligung fand vom 26. Juli bis 3. August in Krakau/Polen die 18. Weltversammlung der International Fellowship of Evangelical Students (IFES) statt. Das Treffen stand unter dem Motto „Jesus Christ – Lord of the Universe, Lord of the University“ und brachte mehr als 600 Delegierte aus etwa 130 Ländern zusammen. Aus Deutschland reisten sieben Vertreter der SMD (Studentenmission in Deutschland e.V.) an. Im geschäftlichen Teil der Versammlung wurde ein neues Exekutivkomitee gewählt, wobei der deutsche SMD-Generalsekretär, Pfarrer Gernot Spies (Marburg), in seinem Amt als Vize-Vorsitzender der IFES bestätigt wurde. Weiterhin nahm die internationale Gemeinschaft drei neue Mitgliedsbewegungen auf: Bosnien-Herzegowina, Slowenien sowie Antigua und Barbuda.
Nach Worten des Konferenzdirektors, Martin Haizmann (Marburg), sollten die Vertreter der nationalen Studentenmissionen dazu ermutigt werden, Studierende mit dem Evangelium bekannt zu machen, aber auch darüber hinaus als Christen für die Universitäten mehr Verantwortung zu übernehmen: „Im gesamten Lebensbereich Uni gibt es nichts, was nicht auf Jesus Christus bezogen werden muss: die Studierenden, ihre Weltanschauung und ihr Lebensstil, die Forschung, die Gestaltung der Uni als Lebenswelt.“ Als positives Beispiel wurde auf der Konferenz der Kassler Mathematikprofessor Herbert Haf erwähnt, der u.a. an der Universität Kassel eine Ethikkommission einrichtete und im Rahmen der SMD zahlreiche Vorträge zum Grenzbereich Glaube und Wissenschaft hielt. Für dieses Engagement erhielt Haf im Juli das Bundesverdienstkreuz am Bande.
In den Bibelarbeiten setzten sich die Konferenzteilnehmer u.a. mit Texten aus der Offenbarung auseinander. Dazu Martin Haizmann: „In Offenbarung 7 öffnet uns Gott die Augen für eine Wirklichkeit, in der wir schon jetzt leben und die zugleich noch vor uns liegt: Gott wird ‚sichtbar‘ als Herr dieser Welt und wird angebetet von Menschen aller Völker und Nationen. Gleichzeitig ist Gott derjenige, der als guter Hirte die Geschichte und Not eines jeden einzelnen Menschen kennt.“ Über die Nöte christlicher Studierender aus Ländern, in denen Studentenarbeit nur im Untergrund stattfinden kann, hörten die Teilnehmer ausführliche Berichte. Zugleich bedauerte es die Konferenzleitung, dass Delegierten aus einigen afrikanischen Ländern ein Visum nach Polen verwehrt wurde.
Erstmals trafen sich die Delegierten der alle vier Jahre stattfindenden Weltversammlung in einem Land des ehemaligen Ostblocks. Vor genau 20 Jahren wurde die polnische Studentenbewegung ChSA Mitglied der IFES. Um an den missionarischen Aufbruch nach dem Zusammenbruch des eisernen Vorhangs zu erinnern, waren auch zahlreiche ehemalige Hauptamtliche nach Krakau eingeladen, die in den Ländern des Ostblocks Pionierarbeit leisteten. Darunter war auch Hartmut Zopf (Reisesekretär der Akademiker-SMD), der bereits in den 70er-Jahren eine missionarische Studentenarbeit in der DDR begann und später Pionierarbeit in Weißrussland und Sibirien leistete.
Um das Bibelstudium in den christlichen Studentengruppen weltweit zu stärken, hat die IFES das Amt des „Secretary for Scripture Engagement“ eingeführt. Diese Aufgabe übernimmt zum 1. September 2011 Sabine Kalthoff (Marburg), die bis 2010 Leiterin der Hochschul-SMD gewesen ist und nun in den weltweiten Dienst der IFES wechselt.
Mit einer Schweigeminute gedachten die IFES-Delegierten des Todes von John Stott, der als weltweit führender evangelikaler Theologe auch die IFES stark geprägt hat. So war Stott viele Jahre lang Vize-Vorsitzender der IFES und schrieb einen seiner Bestseller eigens für die Studentenarbeit der IFES (The Cross of Christ, in deutscher Sprache von der SMD herausgebraucht unter dem Titel: Das Kreuz. Zentrum des christlichen Glaubens).
Die Weltversammlung endete mit einer von Gernot Spies geleiteten Abendmahlsfeier, „die vielen Teilnehmern wie ein Vorgeschmack auf die Ewigkeit vorkam“, so Christian Enders, Öffentlichkeitsreferent der SMD. Das Vaterunser beteten die Delegierten jeweils in ihrer Muttersprache.
Die IFES ist die Dachorganisation für mehr als 150 nationale missionarische Studentenbewegungen mit insgesamt rund 500.000 christlichen Studierenden. Deutscher Ableger ist die SMD mit rund 700 Schülerbibelkreisen, 80 Hochschulgruppen und mehreren berufsspezifischen Fachgruppen für Akademiker. In Österreich gibt es Studentengruppen der ÖSM (Österreichische Studentenmission) in zehn Städten, in der deutschsprachigen Schweiz ist die VBG (Vereinigte Bibelgruppen) an allen Universitäten, in vielen Mittelschulen und in rund 200 Unternehmen vertreten.





