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abhängig – Ein weiter Blick auf das komplexe Thema Sucht

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© Yulia Koltyrina/123rf.com

70. Fachtagung für Ärzte und Medizinstudierende

08.02.2019 bis 10.02.2019

70. Fachtagung für Ärzte und Medizinstudierende

Thema: abhängig – Ein weiter Blick auf das komplexe Thema Sucht

Ort: Rehe/Westerwald

Mediziner ACM Tagungen Akademiker-SMD

Mit dem Thema Sucht ist wahrscheinlich jeder von uns schon einmal in Berührung gekommen. Vielleicht ganz persönlich oder im Familien- und Freundeskreis, sicher aber im beruflichen Umfeld. Süchte und Abhängigkeiten zerstören Gesundheit, Persönlichkeit, Leben, Familien, Beziehungen und haben auch große gesellschaftspolitische Auswirkungen. Man denke nur an die Opioid-Krise in den USA, der zunehmenden Anzahl von Spielhallen und Wettbüros in unseren Städten oder auch die politische Ambivalenz, wenn der Staat jährlich siebzehn Milliarden Euro allein durch die Tabak- und Alkoholsteuer einnimmt, das entspricht fünf Prozent des Bundeshaushaltes.

Beim Thema Sucht geht es nicht nur um die „klassischen“ Süchte wie Alkohol, Nikotin, illegale Drogen oder Medikamente. Inzwischen werden auch pathologisches Glücksspiel und exzessiver Medien- und Internetgebrauch als Suchterkrankungen anerkannt. Aber auch Arbeits- oder Karrieresucht, Kaufsucht, die Sucht nach Anerkennung oder noch ganz andere Abhängigkeiten haben zerstörerisches Potential.
Über das Thema Sucht möchten wir gemeinsam mit unseren Referenten aus Medizin, Theologie und Seelsorge nachdenken. Wie entstehen Abhängigkeiten, welche Faktoren fördern die Entwicklung einer Sucht? Wie gehen wir mit Süchten um – im persönlichen wie im beruflichen Bereich? Wie kann man der Entstehung von Abhängigkeiten vorbeugen? Oder diese wieder loswerden? Was können wir als christliche Ärzte in Bezug auf dieses Thema in unsere Gesellschaft einbringen?
Neben den Vorträgen und Seminaren gibt es Zeit für persönliche Begegungen und Gespräche, für Lobpreis, Gebet und Gottesdienst.

Referenten

Dr. med. Gabriele Hilgenstock

ist Fachärztin für Innere Medizin und Psychotherapeutische Medizin. Nach Tätigkeiten in Berlin und in der Klinik Hohe Mark ist sie seit 2004 in der Suchtmedizin tätig. Zehn Jahre war sie leitende Ärztin in der Fachklinik Haus Immanuel (Thurnau). Die Erfahrungen mit Suchtkranken haben ihre Sicht gegenüber dem grundliegenden Phänomen wesentlich verändert. Ihre Lieblingsdefinition der Suchterkrankung stammt von der Psychoanalytikerin Heigl-Evers: „Die Suchterkrankung ist die Bindung an ein unbelebtes Objekt“.

Martin Hüfken

ist Militärpfarrer, Sozialtherapeut und Suchtberater. Nach seiner Ausbildung als Maschinen- und Anlagenmonteur studierte er Theologie und absolvierte später ein Zusatzstudium in Systemischer Familientherapie. Seit März 2010 ist er Militärpfarrer an der Unteroffiziersschule des Heeres in Delitzsch, im Ausbildungskommando Leipzig und im Sanitätsregiment Weißenfels. 2012 und 2016 arbeitete er jeweils für fünf Monate als Militärseelsorger in Afghanistan. Gemeinsam mit seiner Frau wohnt er in Elbingerode/ Oberharz. Zur Familie gehören außerdem ihre sechs Kinder.

Uwe Heimowski

ist Erzieher und Diplomtheologe. Seit 2016 arbeitet er als politischer Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz. Davor war er 15 Jahre lang Gemeindepastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Gera, parallel war er als Dozent für Sozialethik und ab 2009 als Referent für Menschenrechte beim MdB Frank Heinrich tätig. Er ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Programm

Freitag, 8. Februar 2019

18.15Abendessen
19.30Tagungseröffnung
Dr. med. Johanna Scheu
20.15Stärkende und zerstörende Sehnsucht – seelsorgerliche Anmerkungen zum Phänomen der Abhängigkeitserkrankungen
Pfarrer Martin Hüfken
21.30Kleingruppen
ab 21.45Kontakte und Gespräche im Foyer

Samstag, 9. Februar 2019

07.30Morgengebet (Raum der Stille)
08.00Frühstück
09.00Biblische Besinnung
09.30Den Kopf im Himmel, die Füße auf der Erde –
theologische Aspekte von Abhängigkeit und Freiheit
Pastor Uwe Heimowski
10.30Kaffeepause (am Tagungssaal)
11.00Das Phänomen der Suchterkrankung
Dr. med. Gabriele Hilgenstock
12.00Podiumsdiskussion
12.30Mittagessen, anschließned Freizeit
16.00Seminare
18.00Abendessen
19.00Mitgliederversammlung der ACM im Tagungssaal
20.45Feier-Abend in verschiedenen Lounges

Sonntag, 10. Februar 2019

08.00Morgengebet (Raum der Stille)
08.30Frühstück
10.00Wenn die Lebenslüge bindet, bekommt Sucht ein Gesicht
Gottesdienst mit Abendmahl zu Johannes 8,32
Pfarrer Martin Hüfken
12.30Mittagessen

Für Kinder und Jugendliche gibt es ein eigenes Programm in den verschiedenen Altersgruppen.

Seminare (Samstag 16-17.45 Uhr)

1 – Das kleine 1x1 der Suchtmedizin im medizinischen Alltag

Es ist oft schwierig zu verstehen, dass Sucht wirklich eine Krankheit ist und nicht nur eine dumme Angewohnheit oder Charakterschwäche. Obwohl wir das Phänomen Sucht gerne in die Schmuddelecke schieben und moralisch verurteilen, ist es doch zutiefst menschlich und betrifft uns alle immer wieder mal in unterschiedlicher Ausprägung. Wenn man Sucht als „Bindung an ein unbelebtes Objekt“ versteht, hat es etwas mit Götzendienst zu tun und damit eröffnet sich auch eine geistliche Sicht auf dieses Thema. Die unterschiedlichsten Aspekte des Themas Sucht sollen in diesem Seminar vertieft werden.

Dr. med. Gabriele Hilgenstock

ist Fachärztin für Innere Medizin und Psychotherapeutische Medizin. Nach Tätigkeiten in Berlin und in der Klinik Hohe Mark ist sie seit 2004 in der Suchtmedizin tätig. Zehn Jahre war sie leitende Ärztin in der Fachklinik Haus Immanuel (Thurnau). Die Erfahrungen mit Suchtkranken haben ihre Sicht gegenüber dem grundliegenden Phänomen wesentlich verändert. Ihre Lieblingsdefinition der Suchterkrankung stammt von der Psychoanalytikerin Heigl-Evers: „Die Suchterkrankung ist die Bindung an ein unbelebtes Objekt“.

 

 

2 – Suchtprävention: Was kann die Politik tun, und was fordern wir als Ärzte?

Neben einem Einblick in die konkrete Arbeit eines politischen Beauftragten, soll es um konkrete Themen der Teilnehmer und Möglichkeiten gehen, diese in der Bundespolitik zu Gehör zu bringen.
Dieses Seminar hat eher Workshop-Charakter. Nach einer kurzen Einleitung, sowohl inhaltlich, als auch strukturell, klären wir die Frage: „Wie geht christliche Lobbyarbeit?“. Dann sollen vor allem die Teilnehmer zu Wort kommen und ihre Wünsche und Anregungen dem Referenten mit auf den Weg nach Berlin geben.

Pastor Uwe Heimowski

ist Erzieher und Diplomtheologe. Seit 2016 arbeitet er als politischer Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz. Davor war er 15 Jahre lang Gemeindepastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Gera, parallel war er als Dozent für Sozialethik und ab 2009 als Referent für Menschenrechte beim MdB Frank Heinrich tätig. Er ist verheiratet und hat fünf Kinder.

3 – Machen Pornos krank?

Pornografie hat es auch in der vor-digitalen Zeit schon immer gegeben. Aber durch die weltweite flächendeckende Ausbreitung des Internets und danach der Smartphones hat sie eine ungeahnte neue Dimension erreicht. Millionen von Usern nutzen sie regelmäßig und anonym, und nicht wenige geraten in eine als Sucht zu bezeichnende Bindung. Neuere Forschungen belegen zudem dauerhafte Veränderungen des Gehirns und des Verhaltens durch den chronischen Konsum. Die Versuchung zum Konsumieren der Bilder macht auch vor Christen und Gemeinden nicht halt, und zerstört in vielen Fällen Menschen und ihre Beziehungen und Potentiale.

Dr. med. Frank Schönbach

(65 Jahre, verheiratet, vier erwachsene Kinder) ist Chirurg im Ruhestand. Im Gemeindekontext wurde er vor ca. zehn Jahren mit den Folgen des Porno-Konsums mehrerer Männer konfrontiert. Dies war für ihn der Anlass, sich durch Literatur und Seminare intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dabei arbeitet er auch mit einigen internationalen Hilfsorganisationen zusammen.

4 – Prävention von Sucht im Kindesalter

Stärkung von Selbstvertrauen und Wertgefühl - ein gesunder Umgang mit Gefühlen

Haus- und Kinderärzte begleiten Familien oft über Jahre. Die meisten Eltern vertrauen ihrem kompetenten Rat auch über die medizinische Versorgung hinaus. Eine wertvolle Unterstützung - auch für ein gesundes Aufwachsen - ist, Kinder in ihrer Persönlichkeit und in ihrem Wertgefühl zu stärken. Dies ist auch der beste Schutz gegen Missbrauch und Verführung. Wer um die eigenen Stärken und Grenzen weiß, wer gelernt hat, den eigenen Gefühlen zu trauen und in entscheidenden Situationen NEIN zu sagen, hat damit die besten Voraussetzungen, gute Entscheidungen zu treffen. Ein gutes Wertgefühl und ein gesunder Umgang mit Gefühlen sind darüber hinaus Schlüsselthemen zu guten und entspannten Beziehungen. Prävention ist keine Garantie, aber ein guter Schutz. Wir möchten über einfache Strategien sprechen, die alltagstauglich und erfolgversprechend sind. (Sa­lu­to­ge­ne­se) Vorbeugen ist besser als Heilen - guter Rat und praktische Empfehlungen an Eltern.

Heidi und Eckhard Goseberg

Heidi und Eckhard Goseberg sind Eltern von vier erwachsenen Kindern und elf Enkelkindern.  Seit 1992 sind sie hauptamtliche Mitarbeiter von TEAM.F in Lüdenscheid. Sie halten viele Vorträge zum Thema Ehe und Familie, u.a. das Seminar: „Kinder stark machen  für die Zukunft“.

5 – Von Koabhängigkeiten zur Selbstbestimmung

Von Suchtkrankheiten geht ein Sog aus, der nicht nur die Betroffenen, sondern auch Angehörige und Helfer in sich hineinzieht. Angehörige fühlen sich der Krankheit und dem Erkrankten oft hilflos und ohnmächtig ausgesetzt. Sie wollen das Beste, können aber den Teufelskreis der Erkrankung durch unreflektiertes Handeln noch verstärken. Um Suchtkranken helfen zu können, ist es notwendig, Mechanismen der Suchtkrankheit zu verstehen und die eigenen Möglichkeiten und Grenzen zu kennen, um bewusst Schritte zur Veränderung vorzunehmen. Die Entwicklung von Selbstwert hilft, auch schwierige Herausforderungen zu meistern. 

Dr. med. Bodo Karsten Unkelbach,

verheiratet, zwei Kinder, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, seit 2006 Chefarzt im Zentrum für Seelische Gesundheit Marienheide. Autor von „Heute liebe ich mich selbst! In 7 Schritten zur Resilienz“, erschienen im Claudius Verlag.

6 – Karrieresucht

Weitere Infos folgen

Dr. med. Dorothee Erbe-Bechthold

Referentenbeschreibung folgt

7 – Entgiftung versus Substitution

Ist ein kalter Entzug die einzige Möglichkeit bei jeder Sucht? Wann kommen Substitutionstherapie zur Harm Reduction oder kontrollierter Konsum in Frage? Wie wären die Auswirkungen auf meine Praxis, wenn ich Substitution anbieten würde? Muss die Abhängigkeit vom Patienten eingesehen werden, damit eine Entgiftung die Aussicht auf Erfolg hat? Wäre es ethisch zu vertreten, eine Entgiftung vom Patienten zu verlangen? Bei diesen und anderen Fragen im Bereich von Alkohol-, Nikotin-, Kokain-, Opiat- und Medikamentenabhängigkeit gibt es oft nicht nur schwarze und weiße Antworten, wir wollen auch die Graustufen erkunden.

Dr. med. Lutz-Dietrich Schweizer

61 Jahre, verheiratet mit Gabi, 4 Kinder von 13 bis 19 Jahren, wohnhaft in Backnang, Baden-Württemberg. Seit seinem Medizinstudium und anschließender Allgemeinarztweiterbildung ist er niedergelassener Arzt mit den Praxis-Schwerpunkten Substitution (damals Modellversuch der Uni Münster), Psychosomatik und etwas tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in Backnang. Neben seinem Beruf engagiert er sich in der Liebenzeller Gemeinschaft Backnang und im Gemeinderat der Christlichen Initiative Backnang. In der ACM gehörte er von 2005 bis 2014 dem Leitungskreis an, davon sieben Jahre als Kassenwart.

8 – Praktische Herausforderungen für Ärzte in der Beziehung mit Suchtkranken

Der Arzt ist erste Anlaufstelle für die meisten suchtkranken Menschen. Der Kontakt ist schwierig, wenn der Patient seine Abhängigkeit tabuisiert, wenn er lügt, andere beschuldigt, aggressiv wird oder im Selbstmitleid badet. Psychotherapeuten sprechen von einer »negativ therapeutischen Reaktion«.
Im Seminar suchen wir nach Lösungen auf Fragen: Wie kann ich den suchtkranken Menschen besser verstehen? Wie finde ich zu einer konstruktiven Beziehung zum Suchtkranken? Gibt es erfolgversprechende Strategien?
Erfahrungen habe ich gesammelt als Arzt auf einer internistischen Aufnahmestation, auf einer Entgiftungsstation, in einer Rehaklinik für Suchtkranke, in einer psychiatrischen Einrichtung, dort auch als Seelsorger. – Ich freue mich auf ein offenes Gespräch.

Dr. med. Wilfried Haßfeld

Verheiratet, 3 Kinder. Von Beruf ist er Facharzt für Innere Medizin, Psychoanalytiker und Psychotherapeut. Er war tätig als Direktor der Fachkrankenhäuser Ringgenhof und Höchsten, dann als Oberarzt der psychotherapeutischen Abteilung und jetzt ehrenamtlich in der Seelsorge in der Klinik Hohe Mark Oberursel.

Organisatorisches

Weitere Infos folgen.

Tagungsort

Christliches Gästezentrum im Westerwald
Heimstraße 49
56479 Rehe
Fon 0 26 64. 5 05-0   
cgw-rehe.de
Bei Anreise mit der Bahn wird ein Abholservice von Herborn angeboten.

Kosten (inkl. Unterkunft DZ Du/WC, VP, Tagungsbeitrag)

In Klammern angegebene Preise gelten für ACM-Mitglieder und deren Angehörige. Informationen zur ACM-Mitgliedschaft sowie ACM-Statuten unter www.acm.smd.org > Mitgliedschaft

Verdiener, erw. Angehörige180 (160) Euro
Studierende, Arbeitssuchende90 (80) Euro
Kinder 16-18 Jahre90 (80) Euro
Kinder 12-15 Jahre35 (30) Euro
Kinder 7-11 Jahre 15 (20) Euro
Kinder unter 7 Jahrenfrei
Leihgebühr für Handtücher und Bettwäsche (Betten sind selbst zu beziehen)7 Euro
EZ-Zuschlag (soweit vorhanden)35 Euro
Tagesgäste (zzgl. Mahlzeiten)25 Euro
Unterbringung im Haus Rehbachtal (kurzer Fußweg zum Haupthaus, Dusche und WC auf dem Flur)20 Euro Ermäßigung pro erwachsenem Teilnehmer

 

Bei Anmeldung und Zahlungseingang vor dem 12.12.2018 wird ein Nachlass von 20 Euro pro Anmeldung bzw. Familie (nicht pro Person) gewährt, der vom Überweisungsbetrag abgezogen werden kann.
Wir bitten um Überweisung des Teilnehmerbeitrages auf folgendes Konto der ACM:
Postbank Essen
IBAN DE73360100430347481437
BIC PBNKDEFF
Verwendungszweck: 70. Fachtagung der ACM + Name

Für Berufstätige sind die Auslagen als Fortbildungskosten steuerlich absetzbar.
Die Anmeldung ist erst nach vollständiger Überweisung wirksam. Nicht-Überweisung ist keine Abmeldung!
Sollten die Tagungskosten ein Hindernis zur Teilnahme darstellen, bitten wir um eine kurze Mitteilung. Bei Abmeldung nach dem 10. Januar 2019 wird eine Gebühr von 25 Euro einbehalten.

Anmeldung

Online gleich weiter unten

oder per E-Mail an acmsmdorg

oder per Post mit Anmeldebogen.

Kontakt

ACM-Sekretariat
Aubachstr. 5
35647 Waldsolms
Fon 0 60 85. 98 76 56
acmsmdorg
www.acm.smd.org

Flyer zum Download

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