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Material

Andacht des Monats: Zugemutet!

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Bild: AustinKehmeier@unsplash.com

Zielgedanke

Vor Gott ehrlich zu sein und sich auch in herausfordernden Situationen ihm zuzumuten.

Bibellesen und Kontext

Lest gemeinsam Psalm 13. Eine/r aus der Gruppe kann ihn laut vorlesen. Nehmt euch dann ca. eine Minute Zeit, den Psalm einzeln zu lesen.

Diskussion

Was fällt euch auf? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Psalm 13 und eurem Schulalltag könnt ihr entdecken? Welche Situationen in eurem Alltag werfen Fragen auf?

Input

David hat´s ziemlich schwer getroffen. Er fühlt sich von Gott vergessen. Er kann die Gegenwart Gottes nicht mehr spüren und ist in Not. Aber wie genau drückt David seine Not aus und wie geht er mit seiner Situation um? Verstecken? Vermeiden? Flüchten? Der Psalmist konfrontiert Gott mit seinem Leid. Er drückt sehr klar und deutlich aus, was er empfindet und klagt Gott an: Gott verbirgt sich vor ihm, kümmert sich nicht um seinen Kummer und die Qual seines Herzens und seine Angelegenheiten. David fühlt sich vergessen und verlassen.

Kennst du das Gefühl, von Gott vergessen zu sein? Vielleicht kommt es uns als LeserInnen zu direkt und angreifend Gott gegenüber vor, wie David mit seiner Not umgeht. Vielleicht denkst du, wo ist da bitte der Respekt? Aber ist Davids Handeln hier nicht vor allem mutig und gleichzeitig verletzlich? Er zeigt sich Gott in diesem Zustand und mutet sich ihm zu.

Das Spannende dabei ist, dass dieser Psalm nicht grundlos in die Bibel aufgenommen wurde, sondern deutlich macht, dass Gott möchte, dass wir unsere Gefühle ernst nehmen. Auch wenn wir uns vielleicht für Gefühle wie Wut, Verzweiflung oder Enttäuschung schämen und es uns schwer fällt, sie uns selbst zuzumuten.

Gott ist groß. Er hält unsere negativen Stimmungen und Gefühle aus und wünscht sich, dass wir, du und ich uns ihm zumuten. Mitten in unserem Schulalltag, in unseren Enttäuschungen, in unserer Not und in unserem Kummer. Nicht nur in unseren "Hochphasen" oder "Tiefphasen", sondern mit unserem ganzen Sein dürfen wir vertrauen, dass wir Gott nicht zu "viel" oder zu "wenig" sind. Er lädt uns ein, echt zu sein.

Ermutigend ist, dass David in seiner Verzweiflung und seinem Protestieren, nicht aufhört zu beten, sondern sein Gebet vielmehr der Schlüssel ist. Solange wir unsere Wut und unser Leid Gott hinschreien und daran festhalten, dass seine Güte uns rettet (V.6), werden wir letztlich zum echten Frieden finden.

In den Versen 2-5, erkennen wir eine Parallele zu den Worten die Jesus am Kreuz betet. Jesus selbst kennt diese Situation, sich von Gott verlassen zu fühlen. Er regiert nicht mit Schweigen, sondern protestiert und redet mit Gott. Was würde sich in deiner Wut und deinen Leidensmomenten mitten im Schulalltag ändern, wenn du Vers 6 zu einem Gebet in deinem Alltag machen würdest? Mute dich Gott zu!

Austausch

Tauscht euch darüber aus, was euch konkret dabei hilft, vor Gott ganz ehrlich zu sein und was euch daran hindert, vor ihm zu protestieren.

Gebet

Betet zum Abschluss, dass ihr lernt, vor Gott ehrlich zu sein und euer Vertrauen darin wächst, euch auch in heraufordernden Situationen eures Alltags ihm zuzumuten.

Lucia-Marie Ruß, Regionalreferentin der Schüler-SMD

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