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Material

Andacht des Monats: Dialog im Dunkeln

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ChrisRoe@unsplash.com

Zielgedanke

Wenn Jesus uns zu sich ruft, kann das alles verändern. Bei ihm werden selbst für düstere Lebensaussichten ganz neue Perspektiven ersichtlich.

Einstieg

In Hamburg gibt es den "Dialog im Dunkeln". Das ist eine Art Ausstellung verschiedener Alltagssituationen. Das Besondere daran: Es ist zappenduster und die Besucher sehen nichts.

Schließt die Augen und stellt euch vor, dass ihr blind seid. Tauscht euch kurz darüber aus, wie anders euer bisheriger Tag unter diesen Umständen verlaufen wäre:

  • Welche Farben, Gegenstände, Menschen und Situationen hättet ihr heute nicht sehen können?
  • Welche Geräusche und Klänge hättet ihr vielleicht viel bewusster wahrgenommen?

Bibelstelle

Markus 10, 46-52

Hauptteil

Bartimäus ist arm. Er kann vermutlich wegen seiner Sehbehinderung nicht arbeiten und ist aufs Betteln angewiesen. Tag für Tag sitzt er dort im Dreck, während Leute an ihm vorbeilaufen und ihn nicht beachten. Doch dann kommt dieser eine Tag: Der Tag des Dialogs im Dunkeln mit Jesus.

Als Bartimäus mitbekommt, dass Jesus im Anmarsch ist, überwindet er all seine Angst, dass die Leute sein Verhalten peinlich finden könnten und ruft lautstark nach ihm. Und selbst als die Leute ihn dumm anmachen, macht er erst recht weiter.

Und Jesus? Er macht ihn nicht dumm an. Ganz im Gegenteil: Jesus bleibt stehen. Er nimmt ihn wahr. Er lässt sich aus seinem Zeitplan werfen und will mit ihm reden. Jesus ignoriert ihn nicht und lässt ihn nicht links liegen, sondern nimmt sich Zeit und lässt ihn rufen.

Jesus dreht den Spieß um. Der Rufende wird zum Gerufenen. Und dann kommt es zu dieser Begegnung, zu diesem Dialog im Dunkeln. Jesus startet das Gespräch mit einer Frage und labert ihn nicht gleich zu. Er fragt, was er tun soll und zeigt Bartimäus damit: "Ich nehme deine Bedürfnisse ernst!", "Ich biete dir meine Kraft und Hilfe an!", "Ich richte mich nach deinen Wünschen!", "Mich interessiert, wie es dir geht und was dich bedrückt!"

Und Bartimäus ist noch einmal extrem mutig und antwortet: "Ich möchte sehen können!" Damit traut er Jesus zu (und sagt das auch noch in aller Öffentlichkeit!), dass er ihn heilen kann. Er glaubt fest daran, dass es Jesus möglich ist, sein von Blindheit, Armut und gesellschaftlicher Isolation geprägtes Leben komplett zu verändern. Und tatsächlich kann er "im selben Augenblick" (was für eine treffende Übersetzung :-)!) sehen. Das verändert sein Leben: Der blind Gewesene kann jetzt sehen. Der, der saß, kann und soll jetzt gehen. Bartimäus war allein und folgt jetzt Jesus.

Und was heißt das für Schulbeweger? Dazu könnt ihr jetzt mit diesen Fragen in einen Dialog treten.

  • Welche Personen in deinem (Schul-) Umfeld sind bedürftig und isoliert?
  • Wie kannst du ihnen begegnen?
  • Wo kannst du stehen bleiben, von deinem Plan abweichen, dir Zeit nehmen und Menschen durch deine Aufmerksamkeit ehren?
  • Wen kannst du ansprechen und ihm/ihr anbieten, etwas Gutes zu tun?

Abschluss

Bartimäus lässt sich nicht von dummen Sprüchen abhalten, die Begegnung mit Jesus zu suchen. Er ist mutig und hat scheinbar keine Angst vor den Leuten und lässt sich sein "blind date mit Jesus" nicht versauen. Die Geschichte zeigt, dass das Rufen Jesu am Ende viel mehr Kraft hat als die blöden Kommentare der Leute drum herum. Und das gilt auch in der Schule und für den SBK! Er bleibt stehen und ruft euch. Jesus ist es, der das Dunkel erhellt!

Frithjof Zeltwanger