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Andacht des Monats: Call me crazy

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JasonLeung@unsplash.com

Zielgedanke

Wir müssen uns nicht für die frohe Botschaft, die gute Nachricht, das Evangelium von Jesus Christus - unseren Glauben - schämen.

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Lied "Crazy" von Lost Frequencies/Zonderling auf dem Handy dabeihaben.

Einstieg

Spiele zum Beginn das Lied "Crazy" ab. Am besten eignet sich die ursprüngliche Version mit 2:33 min. Länge.

Vielleicht wundert ihr euch, was dieses Lied, das wir eben gehört haben, mit unserem Treffen zu tun hat - eigentlich sind wir ja kein Club.

Hauptteil

Wenn wir uns das Lied, seinen Text, nochmal genauer anschauen, dann beginnt es mit einem "Oh Lord...". Es startet mit dem Rufen nach Gott, dem Herrn - so wie viele Psalmen aus dem Alten Testament auch ihren Blick auf Gott richten.

Der zweite Vers fängt ebenfalls mit einem "Oh Lord" an und geht mit einer Bitte weiter: "Let me be the one to set them free" - lass mich derjenige sein, der sie (die anderen, die Welt, deine Mitschülerinnen und Mitschüler?!) befreit.

Befreit wovon? In Römer 8,2 lesen wir: "Denn das Gesetz des Geistes, das lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes." Das ist doch (eigentlich) eine Nachricht, die man gerne und voller Begeisterung weitergeben und sagen sollte.

Weiter geht das Lied mit den Textzeilen: "I will give them every part of me, put my heart where everyone can see." - Ich werde ihnen alles von mir geben, lass mein Herz, mein Innerstes, für sie sichtbar werden.

Ein toller Wunsch: "Mache mein Herz für jeden sichtbar." Das Herz steht heute für unsere Gefühle, in den Zeiten des Alten Testaments galt es als Symbol und Sitz für unseren Verstand. Das Herz, meine Gefühle und Gedanken, können nur dann für jeden zu sehen sein, wenn sie sich in Handlungen zeigen. "So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber", das lesen wir in Jakobus 2,17. Wo wird dein Glaube sichtbar oder hörbar?

In der dritten Strophe erkennt das Ich im Text: "Oh Lord, this is so much harder than I thought ..." - Das Schuljahr ist noch nicht so alt, es gab schon ein paar Situationen, da hätte man etwas sagen oder tun können. Über "den Neuen" wurde getratscht - du hast einfach nichts gesagt, obwohl du gerne "dein Herz gezeigt hättest". Eine Freundin wollte mit dir am Donnerstagabend ins Kino - ihr habt da immer Gruppenabend in der Gemeinde - und du hattest irgendeine Ausrede, nur um ihr nicht erklären zu müssen, warum du da hingehst, warum du das überhaupt glaubst und so weiter.

Das ging dem besten Christen schon so. Aber warum eigentlich? Was haben wir zu verlieren? Diesen Gedanken hat auch das Ich aus unserem Lied: "They can call me whatever they want, call me crazy - you can call me whatever you want, but that won't change me. I just don't care what the world says - I'm gonna make it. They can call me whatever they want - so what if I am crazy."

Auch wenn die Freunde und Freundinnen, Mitschüler und Mitschülerinnen komische Sachen über dich sagen, dich als Spinner, verrückt bezeichnen ... Ich höre nicht auf das, was "die Welt" sagt. Ich bleibe so, werde es weiter tun und mich deswegen nicht verändern. Ich zeige den Menschen um mich, meinen Nächsten, wo mein Herz ist - ganz praktisch in meinem Reden und Handeln. Sollen sie doch denken, was sie wollen, von mir aus auch, dass ich verrückt bin. "Denn ich schäme mich nicht für die Gute Nachricht. Sie ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der zum Glauben gekommen ist", so schrieb es auch schon Paulus in seinem Brief an die Römer (Römer 1,16) und auch du und ich brauchen uns nicht zu schämen.

Abschluss

Bringt eure Anliegen, auch eure Scham, vor Gott. Betet zusammen in einer Gebetsgemeinschaft, laut oder leise, dafür. Ermutigt euch gegenseitig und hakt die nächsten Tage und Wochen nach, wie es euch ergangen ist.

Marit Bäßler