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Andacht des Monats: Komm mal runter!

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CristinaGottardi@unsplash.com

Zielgedanke

Warum es gut ist, es sich nicht allzu bequem im Leben zu machen.

Bibelstelle

Lukas 9,28-38. Lest den Text gemeinsam.

Äh, was'n das jetzt?

"Die Verklärung Jesu" steht in vielen Bibelübersetzungen als Überschrift. Jesus strahlt hier wie Jedis Laserschwert in Star Wars, sogar sein Gesicht sah irgendwie anders aus. Und dann kommen da noch zwei Leute auf die Bühne, die eigentlich schon hunderte Jahre tot sind. Also so ganz normal ist das ja nicht. Was auch immer das alles zu bedeuten hat, den Jüngern wird hier deutlich: Okay, Jesus ist WIRKLICH Gottes Sohn.

[Für extrem Interessierte: Man könnte sagen, dass Mose, der die 10 Gebote von Gott bekommen hat, für das Gesetz Gottes, und Elia stellvertretend für alle Propheten steht. Die Symbolik zielt hier also darauf ab, Jesus auch aus der Sicht des Alten Testamentes als Messias zu bestätigen. Die Bibel ist voller genialer Details!]

Lass uns hier drei Hütten bauen

Ohne jetzt zu versuchen, alles im Detail verstehen zu wollen, was hier passiert, soll unser Fokus auf den drei Jüngern Petrus, Johannes und Jakobus liegen. Nachdem sie - wie konnten sie nur - aus ihrer Schläfrigkeit aufwachen und realisieren, was da eigentlich grade Cooles vor ihren Augen passiert, fragen sie Jesus, ob sie nicht drei Hütten bauen sollen, damit alle mal ein paar Tage bleiben können. Weil's grad so schön ist. Ach toll, gute Aussicht auf dem Berg, die frische Luft, Jesus da, Mose da und Elia auch da. Was wollen wir mehr. Lass uns hier abhängen. Sollen wir noch ein Feuerchen machen, Jesus?

Wir alle kennen hoffentlich diese Situationen, die so schön sind, dass am liebsten nie mehr was verändert werden soll. Genau so, wie es jetzt ist, soll es bleiben. Ob es geniale Urlaubstage sind oder Freundschaften, die uns so glücklich machen. Ob es in der Jugend deiner Gemeinde gerade einfach cool ist oder ihr im Schülerbibelkreis eine richtig gut zusammengewachsene Gruppe seid. Um es mit Petrus' Worten zu sagen: Lass uns hier drei Hütten bauen!

Das Leben bringt uns vermutlich immer wieder auf solche "Bergspitzen". Das ist gut und wichtig für uns. In solchen Zeiten können wir auftanken, genießen, uns ausruhen. Doch Jesus selbst sagt gar nichts zu den Bauplänen der Jünger. Stattdessen gehen sie einfach wieder zurück. Zurück zu den Menschen. Und da wartet schon die Not auf sie. Jesus wusste das und hielt keinen Kommentar zu den Hütten für notwendig. Seht einfach selbst, liebe Jünger: Wir werden woanders gebraucht. Es gibt noch mehr als unser schönes Beisammensein. Es gibt Wichtiges zu tun. Und so wartete dieser verzweifelte Vater auf sie, dessen Sohn Jesus in der Folge heilte. Wie hätte das Leben dieser Familie wohl weiter ausgesehen, wenn die Jünger tatsächlich drei Hütten gebaut hätten und mit allen auf dem Berg geblieben wären?!

Wo hast du es dir bequem gemacht im Leben? Wo hast du dir Hütten gebaut? Sieh mal genau hin und analysiere ehrlich: Welche Bereiche oder Personen vernachlässigst du in deinem persönlichen Leben / oder vernachlässigt ihr als Gruppe gerade? Wo wir den Status quo erhalten wollen, leiden häufig andere Dinge. Eine Faustregel: Jesus schickt uns immer zurück zu den Menschen. Er nimmt uns zwar mit auf den Berg, aber er führt uns auch wieder runter.

Wir wollen uns heute vornehmen, unsere tolle Gemeinschaft in der Gruppe oder bestimmte Freundschaften bewusst und aktiv für andere zu öffnen und unseren Blick auch auf andere Menschen zu richten, die heute unsere kleinen Aufmerksamkeiten bräuchten und in uns die Liebe Gottes sehen. Und wir wollen uns immer wieder daran erinnern, dass es noch mehr gibt, als das, was wir gerade sehen und erleben. Oftmals überschätzen wir, was wir gerade haben - und unterschätzen, wo wir durch Veränderung stehen könnten. Also bloß nicht stehen bleiben, nicht einfach nur genießen. Hab den Blick immer nach vorn gerichtet. Erwarte mehr! Bete für mehr! Was könnte dein nächster Schritt in deinem Leben mit Gott sein? Was der nächste Schritt für uns als Schülerbibelkreis? Welche eine Sache kannst du diese Woche schon anpacken? Auf zu neuen Ufern!

Zu guter Letzt...

Macht im Gebet fest, was ihr euch vornehmen wollt.

Daniel Seidel, Regionalreferent in Baden, Rheinland-Pfalz und Saarland