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Material

Andacht des Monats: Unerwarteter Begleiter

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StephanSeeber@unsplash.com

Zielgedanke

Jesus ist (unerwartet?) unterwegs mit uns. Er will unser Herz verändern, um mit uns neue Wege zu gehen und alte zu verlassen.

Bibelstelle

Lukas 24, 13-35

Hauptteil

Die zwei Männer sind vermutlich traurig, frustriert, ratlos, enttäuscht, ... Sie wirken hoffnungslos. Warum genau diese zwei Gestalten von Jerusalem nach Emmaus gehen, sagt uns der Text nicht. Aber vielleicht einfach, um nicht nur rumzusitzen und Trübsal zu blasen.

Ihr Weg ist geprägt von dem Erlebten: vom Leiden und Sterben Jesu, der ihre große Hoffnung war und die jetzt wie ein Luftballon zerplatzt zu sein scheint. Sie sind gefangen in ihren Gedanken und Gefühlen. Sie sind auf ihrem Weg unterwegs und rechnen nicht mit Jesus.

Kennst du solche Situationen in deinem Leben? Vielleicht bist du traurig, weil eine Freundschaft zerbrochen ist. Vielleicht bist du frustriert, weil du gefühlt oder in Wahrheit ungerecht behandelt wirst. Vielleicht bist du enttäuscht von dir selber. Oder du bist hoffnungslos, weil deine Leistungen in der Schule nicht ausreichen. Rechnest du damit, dass Jesus dir da begegnet?

Jesus ist an diesem Tag auch unterwegs nach Emmaus. Zufällig? Nein, danach sieht es nun wirklich nicht aus. Ein bisschen amüsant ist es ja schon, wie er sich "dumm stellt", damit die zwei Männer ihm ihr Herz ausschütten. Und dann reagiert er auch noch ein wenig ungehalten, weil doch längst alles klar sein müsste.

Man könnte meinen, dass die Jünger an dieser Stelle doch mal etwas hätten merken können. Aber nein, dem war nicht so. Und dann erklärt Jesus noch einmal geduldig, warum er sterben und auferstehen musste, warum eben nicht alles hoffnungslos, sondern im Gegenteil alles voller Hoffnung für uns ist. Wie oft muss Jesus bei meinem Leben denken: "Jetzt musst du es doch langsam mal verstanden haben!"? Und ich renne trotzdem einfach weiter auf meinen eingefahrenen Wegen, ohne ihn zu erkennen.

Der Wendepunkt in dieser Geschichte kommt erst beim Abendessen, quasi im Alltag. Sie erkennen Jesus' Handlung des Brotbrechens, weil sie dies schon viele Male erlebt haben und gelernt haben, dass Jesus das so macht. Als Jesus in genau diesem Moment des Erkennens wieder verschwindet, sind die Männer jedoch nicht erneut frustriert, sondern merken, dass Jesus sie begeistert hat. Sie haben brennende Herzen bekommen. Ihre Herzen sind verändert worden durch diese Begegnung. Sie verlassen ihren alten Trott. Für sie beginnt etwas Neues. Auch wenn der Weg von Emmaus nach Jerusalem für sie bekannt gewesen sein wird, so haben sie jetzt doch eine ganz neue Perspektive. Vielleicht bist du ja schon einmal wandern gewesen und hast erlebt, dass ein und derselbe Weg auf dem Hin- und auf dem Rückweg ganz unterschiedlich aussehen kann. So ist das wohl auch hier. Ihr brennendes Herz hat alle trüben Gedanken und Gefühle ersetzt und treibt die Männer dazu an, obwohl es schon Abend ist und sie ja tagsüber schon unterwegs waren, zurückzulaufen und möglichst schnell anderen davon zu erzählen.

Genauso ist Jesus mit dir und mir unterwegs. Er ist geduldig, sehr sogar. Das erstaunt mich immer wieder. Er kann deine Fragen beantworten. Und er kann dein Herz frei machen und dir Kraft und Perspektive für neue Wege geben. Manchmal dauert so ein Weg bis zum Abend. Aber er wird dich auch dann nicht allein lassen.

Wie wäre es, wenn ihr euch gegenseitig in solchen Zeiten daran erinnert, dass ihr Jesus erwarten könnt? Und wenn ihr solche Begegnungen erlebt habt, dann erzählt euch doch davon. Das ermutigt. Wenn ihr euch jetzt gleich wieder in den Schulalltag verteilt, schaut euch doch auch mal in eurer Klasse oder Schule um, wer auch auf einem solch hoffnungslosen Weg unterwegs ist. Dann betet doch dafür, dass derjenige Jesus erkennt.

Jesus geht uns nach und auch voraus. (Das merkt ihr, wenn ihr das Kapitel in einer ruhigen Minute mal zu Ende lest.)

Alena Tropp