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Pressemeldungen

Arbeiten am Limit?

09.10.2016

Arbeiten am Limit?

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren rasant verändert.

Wozu leben und arbeiten wir? SMD-Herbstkonferenz vom 7.–9.10.2016

Marburg. Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Eine zunehmende Beschleunigung von Arbeitsabläufen sowie eine immer höhere Eigenverantwortung am Arbeitsplatz  führen zu einem steilen Anstieg von Erschöpfungsdepressionen und Burn-Out Erkrankungen. Um dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung zu begegnen, lädt das christliche Netzwerk SMD (gegründet als Studentenmission in Deutschland) an diesem Wochenende zu seiner Herbstkonferenz in die Evangeliumshalle in Wehrda ein. Unter der Überschrift „Arbeit ist das halbe/ganze Leben“ sprachen am Freitag bereits die Gießener Psychiaterin Heike Gerhardt, am Samstag der Marburger Pfarrer Thomas Drumm sowie der Leipziger Universitätsprediger Prof. Dr. Peter Zimmerling. Am heutigen Sonntag um 10 Uhr endet die Konferenz mit einer Predigt von SMD-Generalsekretär, Pfarrer Gernot Spies, zum Thema „Zum Leben berufen“, die allen Interessierten offen steht.

Bereits Abiturienten sähen sich großem Stress ausgesetzt, wenn es um die Frage der Studienfachwahl geht, so die Psychiaterin Heike Gerhardt. Noch nie habe es eine so große Vielzahl an Studienfächern gegeben wie heute. Viele Studiengänge zielten heute nicht mehr auf ein klares Berufsbild ab, statt dessen sei nach dem Studium alles möglich. Als Berufseinsteiger müsste man sich dann permanent selbst vermarkten, was ebenfalls zu Stress führen kann. „Die SMD als christliches Netzwerk von Schülerbibelkreisen, Hochschulgruppen und akademischen Fachgruppen setzt an dieser Stelle an, begleitet Abiturienten, Studenten und Berufseinsteiger mit Schulungen, Freizeiten und dem Angebot persönlicher Gespräche“, so SMD-Öffentlichkeitsreferent Christian Enders.

Wie man der Situation der zunehmenden Verdichtung von Anforderungen am Arbeitsplatz begegnet, brachte Pfarrer Thomas Drumm in seinem Referat auf folgende Formel: „Mach's wie Gott! Schauen, freuen, genießen“. Damit spielte Drumm auf die Schöpfungsgeschichte in der Bibel an, die zeigt, dass auch Gott arbeitet. Wer diese Bibelstelle genau liest, merkt, dass Gott an jedem der sechs Schöpfungstage innehält, sein Tagwerk betrachtet, sich darüber freut und genießt. Und am siebten Tage ruht Gott. Das Innehalten und Ruhen gehöre deshalb auch zu unserer Arbeit dazu. Wenn er das Radio einschalte, so Drumm, gewinne er den Eindruck, dass die Moderatoren häufig nur Durchhalteparolen bis zum Wochenende ausgeben würden. Doch aus Gottes Perspektive gesehen gehörten Arbeit und Leben zusammen, seien  nicht zu trennen. Deshalb sprach sich Drumm auch nicht für eine ausgewogene Work-Life-Balance aus, sondern riet dazu, ein Gleichgewicht zwischen Aktion und Innehalten (Kontemplation) zu finden. Arbeit sei schließlich mehr als der Job – auch das Rasenmähen, die Kindererziehung oder das Hobby seien Arbeit.

Insgesamt kamen rund 600 Studenten und Akademiker aus ganz Deutschland zu der Konferenz, die seit 1951 jedes Jahr in Marburg stattfindet. Zur SMD zählen rund 600 Schülerbibelkreise in ganz Deutschland, Hochschulgruppen in über 80 Städten sowie 20 Regional- und Fachgruppen von Akademikern. Die 1949 gegründete SMD hat das Ziel, zu einem glaubwürdigen, intellektuell verantworteten Christsein zu motivieren. Sie ist Mitglied der Diakonie in der Evangelischen Kirche in Deutschland  und weltweit mit 160 Partnerorganisationen vernetzt.