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Andachten

_Allein

Bibelstelle

1. Mose 37, 17b-28

Zielgedanke

Gott lässt uns auch in den einsamsten Zeiten keinen Moment aus den Augen. 

Input

Lest gemeinsam die Bibelstelle. 

Joseph sitzt in einer tiefen Grube. Kein Wasser darin, aber dieser eklige modrige Geruch. Vom Sturz hinein hat er vielleicht noch Schmerzen am Körper. Weit oben noch ein bisschen Licht, aber hier unten? Dunkelheit. Kälte. Und… Einsamkeit. Von weit her das schadenfreudige Gelächter der Brüder, die Joseph hier hineinwarfen. All seine Schreie nützen hier gar nichts. Nur ein paar Ungeziefer hier unten, die um ihn krabbeln. Sonst niemand. 

Was für ein Wunder. Er ist raus aus der Grube. Aber wo geht es hin? Angebunden an ein Kamel. Hitze, Durst, Hunger und ein endloser Fußmarsch durch die Wüste. Diese fremde Sprache der Kaufleute. Niemand spricht mit ihm. Er fühlt sich… ganz allein. 

Kennst du das? Umgeben bist du vielleicht von Menschen, aber irgendwie kannst du nicht andocken. Oder diese Panik, die vor der Klausur hochsteigt. Du bist hilflos und allein diesem Prüfungsmonster ausgeliefert. Oder diese peinliche Stille im Klassenraum, wenn du kein Wort rauskriegst, nicht weißt, wie du auf die Frage antworten sollst. 

Du betest und liest Bibelstellen, aber die Einsamkeit, vielleicht auch Hilflosigkeit bleibt. Einsamkeit ist ein wirklich schreckliches Gefühl. Wenn du das kennst, solltest du damit nicht allein bleiben und dich jemandem anvertrauen. Vielleicht jemanden in der Schule, deinen Eltern, Personen in der Gemeinde oder hier im SBK!?

In Josephs Geschichte erfahren wir nichts von seinen Gefühlen. Nur Jahre später, nachdem er Wundervolles und auch extreme Schwierigkeiten durchgemacht hat, konnte er sagen: "Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen." (1. Mose 50,20). Dieser Satz klingt so einfach, aber er zeigt etwas ganz deutlich. Joseph hat vielleicht nicht immer Gottes Nähe gespürt. Doch im Nachhinein kann er sagen: Diese Zeit der Einsamkeit war nicht umsonst, denn Gott hat ihn auch in diesen einsamen Zeiten keinen Moment aus den Augen gelassen.  

Gott kann auch in den einsamsten Zeiten in unserem Herzen wirken: 

  • Manchmal fragen wir tatsächlich erst in hilflosen, einsamen Zeiten so richtig tief nach Gott und suchen ihn mit Hingabe. 
  • Manchmal lernen wir in diesen Zeiten, uns wirklich zu öffnen und uns so echt und verletzlich zu zeigen, wie wir sind. 
  • Manchmal erfahren wir in diesen Zeiten auch, dass diese Welt noch nicht das Letzte ist, sondern die Zeit ganz ohne Einsamkeit erst vor uns liegt, wenn wir wirklich vor Jesus stehen.

Klar ist: Du bist niemals ganz allein. – Gott ist immer bei dir, sieht dich und begleitet dich. Selbst in den scheinbar einsamsten Momenten. Und Gott möchte dir Menschen an die Seite stellen, mit denen du durchs Leben gehen kannst. Du kannst ihn darum bitten.

Let’s talk 

  • Kennst du Zeiten der Einsamkeit? 
  • Wie kann euer SBK ein Ort sein, an dem Einsamkeit offen benannt und gemeinsam getragen werden kann? 
  • Wie kannst du deinen Mitschülern zur Seite stehen, wenn sie Panik-Momente erleben? 

Wir beten für euch, dass Gott euch in der Einsamkeit begegnet und euch ermutigt!

Lisa Sych