Zum Inhalt springen

Andachten

_Erhört Jesus mein Gebet?

Bibelvers

Doch der Engel sagte: ‚Hab keine Angst, Zacharias! Gott hat dein Gebet erhört. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn schenken, und du sollst ihn Johannes nennen.‘
Lukas 1,13 – Neues Leben Bibel

Zielgedanke

Gott hört jedes Gebet – aber er erhört es auf seine Weise und zu seiner Zeit.

Andacht

Warten

Worauf wartest du so im Alltag? Auf einen Freund? Auf die Bahn? Auf eine Klausur?
Worauf wartest du jetzt gerade – auf ein Wunder? Auf eine Gebetserhörung?
Was heißt das eigentlich: Warten?

Warten – das kennen viele Menschen in der Bibel. Abraham und Sara warteten auf ihr Kind. Josef wartete im Gefängnis auf die Erfüllung seines Traums. Mose wartete 40 Jahre, bevor er Israel aus Ägypten führen durfte und noch einmal 40 Jahre, bis das Volk ins verheißene Land zog – ein Land, das er selbst gar nicht mehr betreten konnte. David wartete jahrelang, bis er endlich König wurde.

Und jetzt, in der Adventszeit, geht es genau darum: Warten. „Advent“ bedeutet „Ankunft“. Vor jeder Ankunft steht eine Zeit des Wartens. Auch zwei Menschen aus der Weihnachtsgeschichte haben das erlebt: Zacharias und Elisabeth.

Zacharias und Elisabeth warteten

Beide waren schon alt und hatten einen großen Wunsch: ein Kind. Sie lebten in Ehrfurcht vor Gott und hielten seine Gebote (vgl. Lukas 1,6). Doch Elisabeth konnte keine Kinder bekommen.
Eines Tages musste Zacharias im Tempel das Rauchopfer darbringen. Dort, im Allerheiligsten, erschien ihm plötzlich ein Engel. Der Engel sagte: „Gott hat dein Gebet erhört. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn schenken.“ (vgl. Lukas 1,13). Zacharias konnte es kaum glauben und fragte, ob das wirklich stimmen könne. Daraufhin wurde er stumm – bis zur Geburt des Kindes, Johannes. Zacharias musste lernen, dass Gott sein Gebet wirklich gehört hatte – auch wenn es ganz anders geschah, als er es sich vorgestellt hatte.

Was bedeutet das für uns?

Wenn du gerade auf die Erhörung eines Gebets wartest, bist du damit nicht allein. In der Bibel finden wir so viele Menschen, die genau das kennen. Gott hört jedes deiner Gebete. Aber er hat oft einen anderen Zeitplan – und wie gut dieser Plan ist, erkennen wir oft erst im Rückblick.

Johannes war nicht irgendein Kind, sondern der, der auf Jesus Christus hinweisen und ihm den Weg bereiten sollte. Gott hatte Großes vor – und das Warten war Teil davon. Vielleicht hast du gerade das Gefühl, dass Gott dein Gebet einfach nicht erhört. Aber vielleicht ist er schon längst am Wirken. Oder es braucht noch Zeit. In Jesaja 55,8–9 heißt es: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR.“ Gott hat einen anderen Zeitplan. Er sieht, was kommt und weiß, warum es jetzt vielleicht noch nicht so weit ist, dass dein Gebet erfüllt wird. Ich möchte dich ermutigen: Gib nicht auf. Schau dir Zacharias und Elisabeth an – sie haben nicht aufgehört zu beten. Und am Ende durften sie Eltern eines besonderen Kindes werden – voll im Plan Gottes für die Weihnachtsgeschichte.

Eine Geschichte zum Nachdenken

Eine Frau war mit einem Paddelboot unterwegs zu einer Insel. Es war sehr neblig. Sie paddelte und paddelte, doch irgendwann gab sie auf und drehte um. Später erfuhr sie, dass sie kurz vor der Insel gewesen war.

Vielleicht bist du auch kurz davor, dass dein Gebet in Erfüllung geht. Gib nicht auf. Denn die Bibel sagt: „Hört nicht auf zu beten.“ (1. Thessalonicher 5,17). Und wahrscheinlich kennst du das: du betest für eine Sache und Gott tut doch genau das Gegenteil. Das ist für uns Menschen, glaube ich, echt schwer zu verstehen. Aber auch da möchte ich dir heute zusprechen: Gott sieht auch deine Enttäuschung. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass er einen guten Plan hat, der oftmals ganz anders als unser Plan ist.

Advent heißt warten – warten auf Jesus. Und das Warten der Menschen damals hat sich gelohnt: Jesus kam. Und er wird wiederkommen. Darauf dürfen wir hoffen und warten.

Fragen zum Weiterdenken

  • Worauf wartest du gerade?
  • Wofür betest du schon eine gefühlte Ewigkeit?
  • Was kannst du tun, um am Gebet dranzubleiben?
  • Was nimmst du aus der Geschichte von Zacharias und Elisabeth mit?

Jonas Dietrich