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Andachten

_Jahreslosung 2026 - Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

BIBELSTELLE

Offenbarung 21,5

ZIELGEDANKE

Jesus ermutigt mich, mit Zuversicht ins neue Jahr zu starten und Großes von ihm zu erwarten.

ANDACHT

Ein beliebter Spruch zum Jahreswechsel lautet ja „neues Jahr, neues Glück“. Es ist eine Aufforderung, das Alte hinter uns zu lassen und uns mit Zuversicht dem neuen Jahr zuzuwenden.
Geht es dir auch so, dass dieser Ausspruch nicht immer Begeisterung bei dir auslöst? Das Jahr 2025 hat einige Probleme vom Vorjahr mitgeschleift und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kriege, Naturkatastrophen, Seuchen und die Wirtschaftskrisen, die zurzeit die Schlagzeilen machen, sich auf einmal in die Luft auflösen. 

Scheint aber nicht die Jahreslosung von 2026 ins selbe Horn zu blasen? „Siehe, ich mache alles neu!“ Klingt dieser Bibelvers nicht eigentlich viel zu schön, um wahr zu sein? Verspricht er etwa, dass sich ab jetzt die Lage in den Kriegsgebieten dieser Welt entspannen wird? Wird sich die Spannung, die zu Hause herrscht, auf einmal legen? Darf die kleine Emma aus der 8b erwarten, dass Moritz und Kai aufhören werden, sie zu mobben? Könnten diese Worte nicht vielmehr als reine Provokation verstanden werden und anstatt Motivation eher Unglaube, Spott oder Wut auslösen?

Worte, die nicht (nur) für 2026 gedacht waren

Als der Apostel Johannes diesen Satz hörte, befand er sich unter der Herrschaft von Diokletian in Gefangenschaft auf der Insel Patmos. Damals, um das Jahr 100 n. Chr., standen die Gemeinden unter heftigem Druck. Die Christen wurden bedrängt und blutig verfolgt. Plötzlich erscheint der auferstandene Jesus seinem Jünger und schenkt ihm eine sogenannte „Offenbarung“, eine Vision vom Ende der Welt, und spricht ihm dabei zu: „Siehe, ich mache alles neu!“. Was genau ist gemeint?

Diese Aussage ist deshalb keine billige Vertröstung, weil sie von Jesus selbst stammt. Wäre Jesus nicht auferstanden, würde sich heute keiner daran erinnern. Der menschgewordene Gott, der unter uns gelebt hat, gekreuzigt, gestorben und auferstanden ist und von sich behauptet, die Wahrheit zu sein, hat sich mit diesem Versprechen verbürgt. 

Wir Christen glauben tatsächlich, dass Gott jederzeit eingreifen kann, dass ihm kein Problem zu groß – oder zu klein – ist, und dass er sowohl auf Weltebene als auch in unseren persönlichen Nöten Wunder schenken kann. Aber wir tun der Jahreslosung unrecht, wenn wir diese Worte „nur“ darauf reduzieren. Außerdem würden wir eine falsche Theologie verbreiten, wenn wir behaupten würden, dass uns Gott hier und jetzt von allen Problemen erlösen will. 

Er wird unendlich mehr bewirken, indem er tatsächlich radikal einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird. Gott spricht nicht davon, dass er die Welt mit einem Trostpflaster zuflicken will, er bietet auch keine Verbesserung oder Reparatur, sondern er verspricht, dass alles Vergängliche vergehen wird und dass er eine neue Welt schaffen wird, in der kein Platz mehr sein wird für Leid, Tod und Schmerz. Wann das Ganze passieren wird, können wir nicht sagen. Diese Verheißung folgt auf die Wiederkunft Jesu und das letzte Gericht. 

Gottes Reich hier und jetzt erleben

„Na toll. Was bringt mir das, wenn es bis dahin noch eine halbe Ewigkeit dauert?“, werden sich einige fragen. Dazu ein wichtiger Gedanken zum Abschluss: Durch Jesus ist das Reich Gottes bereits heute zu erleben. 

Wenn ich mir die Menschen anschaue, mit denen Gott kooperiert hat, staune ich immer wieder darüber, welche Versager es eigentlich waren. Petrus war impulsiv, Jakob und Zachäus zwei Betrüger, Mose hatte Angst vor Menschen, die Frau am Brunnen fünf gescheiterte Beziehungen. Aber Jesus war sich nicht zu schade, mit solchen Losern eine Beziehung einzugehen und er hat jeweils aus dem Zerbruch etwas Neues und Wunderbares geschaffen.

Wer ja zu ihm sagt und Vergebung von Gott empfängt, kann tatsächlich das Alte hinter sich lassen und mit seinem Leben von neuem beginnen. Er bekommt bereits hier auf Erden ein neues Herz, in das Vergebung, Freude, Hoffnung und Liebe reinkommt, und er weiß, er wird einmal ganz nah bei Gott sein, in seiner neuen Welt.

In dem Sinne wünsche ich dir ein gesegnetes und gutes neues Jahr. Möge es ein Jahr sein, in dem du viel erlebst mit dem Gott, der die Macht hat, alles neu zu machen.

BIBELLESEN

Lest gemeinsam die folgenden Bibelstellen zu Gottes Neuschöpfung:

  • Jesaja 65, 17-19
  • 2. Petrus 3,13
  • Offenbarung 21,1-4

THINK & TALK / ZUM WEITERDENKEN

  • Wo braucht unsere Welt dringend Veränderung?
  • Was löst die Jahreslosung in dir aus?
  • Worauf freust du dich am meisten in Gottes neuer Welt?
  • Wo erlebst du in deinem Leben bereits etwas von der Erneuerung, die Jesus verheißen hat?

Jérôme Remuhs