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Andachten

_Bring deine Sorgen zu Jesus

Zielgedanke

Auch inmitten von Trubel, Sorgen und Schwierigkeiten sieht Jesus uns und schenkt uns Heilung, wenn wir den mutigen Schritt auf ihn zu wagen.

Bibelstelle

Markus 5,25-34

Andacht 

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mir fällt es in schwierigen Situationen oft schwer, zuerst zu Jesus zu gehen. Meist versuche ich, alles selbst zu lösen und erst später merke ich: „Ach stimmt, … ich hätte ja einfach beten können.“

Heute wollen wir uns die Frau aus der Bibel anschauen, die seit vielen Jahren an chronischen Blutungen litt. Lasst uns gemeinsam Markus 5,25-34 lesen.

Die Frau aus der Geschichte war körperlich völlig erschöpft. Sie litt seit vielen Jahren an einer Krankheit, die ihren Alltag beherrschte und sie ständig schwächte. Jeder Tag war ein Kampf, jeder Schritt schmerzte. Gleichzeitig galt sie nach dem Gesetz als unrein, was bedeutete, dass sie Menschen meiden musste, keinen normalen sozialen Kontakt haben konnte und von vielen Berührungen ausgeschlossen war. Sie lebte isoliert, ohne Nähe, ohne Unterstützung, ohne echte Gemeinschaft. Finanziell war sie am Ende: Alle Ersparnisse hatte sie aufgebraucht, auf der Suche nach etwas, das ihr Heilung geben könnte. Sozial war sie ausgegrenzt, religiös stigmatisiert und gesellschaftlich kaum sichtbar.

Und doch fasste sie einen mutigen Entschluss. Sie würde sich durch die Menschenmenge zu Jesus drängen. Ich finde das unglaublich beeindruckend. Sie riskierte alles: Wenn man sie erkannt hätte, wäre die Verurteilung noch größer gewesen. Aber sie klammerte sich an die Hoffnung, dass ein einziger Moment mit Jesus ihr Leben verändern könnte. Sie vertraute auf ihn, auch wenn sie nicht genau wusste, wie es geschehen würde.

Und dann passiert das Erstaunliche. Jesus, der eigentlich auf dem Weg zu einem sterbenden Mädchen ist, bleibt stehen. Er hört ihr zu. Er sieht sie. Er heilt nicht nur ihren Körper, sondern nennt sie auch „Tochter“. Damit schenkt er ihr Würde, Identität und Zugehörigkeit zurück. Zudem zeigt er, dass ihr Vertrauen den Unterschied gemacht hat. Es war ein Schritt der Hoffnung, der Mut und Entschlossenheit verlangte.

Diese Geschichte berührt mich, weil sie zeigt, dass Jesus niemanden übersieht, auch nicht im Trubel des Alltags. Und sie fordert mich heraus: Wie oft traue ich mich nicht, mit meinen eigenen Lasten zu ihm zu gehen? Wie oft schaue ich zuerst auf meine Sorgen, statt auf ihn? Die Frau erinnert mich daran: Vertrauen ist manchmal genau das, ein Schritt durch die Menge, mutig und unsicher, aber in Richtung Jesus. Und Jesus sieht mich, auch wenn ich es selbst vergesse.

Austausch

  • Was hindert mich am meisten daran, in schweren Momenten direkt Jesus um Hilfe zu bitten? 
  • Wo habe ich erlebt, dass mein eigener kleiner Schritt des Vertrauens mehr bewirkt hat, als ich erwartet hätte?
  • Welche nächste kleine Bewegung auf Jesus zu könnte ich diese Woche ganz konkret machen?

Abschluss

Wähle eine Sorge oder Last, die dich gerade beschäftigt und gehe aktiv mit ihr zu Jesus, egal wie groß oder klein sie scheint. Schreibe sie auf, sprich sie im Gebet aus oder teile sie mit jemandem, der dich im Glauben unterstützt. Sei mutig wie die Frau im Markus-Evangelium: Ein Schritt Richtung Jesus kann schon alles verändern.

Jakob Ehrler