Andachten
_Was muss ich eigentlich bei Jesus leisten?
Bibelstelle
Lukas 23,39-43
Zielgedanke
Jesus hat nichts gegen Leistungen. Aber es sind nicht meine Leistung, dich mich vor ihm besser machen.
Andacht
Das neue Schuljahr hat nun seit ein paar Wochen gestartet. Wie fühlt ihr euch? Alles ruhig und gemütlich? Nein? Echt?! Das könnte ich mir, ehrlich gesagt, auch nicht richtig vorstellen. Eine Studie (Robert-Bosch-Stiftung, November 2024) hat gezeigt, dass immer mehr Jugendliche unter schulischem Druck stehen. Die Befragten haben angegeben, dass dieser Leistungsdruck sogar ihre zweitgrößte Sorge ist, direkt nach dem Problem der Kriege in der Welt.
Passen Glaube und Leistung zusammen?
„Du musst besser aufpassen.“, „Du musst dich mehr anstrengen.“, „Du musst besser lernen.“, sind Sätze, die wir oft in der Schule oder zu Hause hören … und die wir auch gern auf unsere Beziehung mit Gott übertragen: „Du musst mehr beten.“, „Du musst Gott mehr suchen, mehr dienen.“, „So wie du unterwegs bist, wirst du nie in den Himmel kommen.“
Halt. An dieser Stelle müssen wir ein paar grundlegende Unterschiede machen. Auf der einen Seite steht in der Bibel klar und deutlich, dass Gott Faulheit nicht gutheißt, dass Treue belohnt wird und dass wir die Gaben, die uns anvertraut worden sind, sinnvoll und gewinnbringend einsetzen sollen. Auf der anderen Seite sehen wir, dass unser Wert bei Gott nie von Leistungen abhängig ist. In Gottes Augen ist jeder und jede von uns unwahrscheinlich wertvoll und unaufgebbar wichtig, ganz unabhängig von seinen oder ihren Fähigkeiten.
Bei Gott musst du nichts leisten, damit er dich anerkennt. Er liebt dich von ganzem Herzen so wie du bist und er wünscht sich einfach nur, dass du an seinen Sohn Jesus glaubst. Eine Geschichte aus dem Neuen Testament der Bibel macht das deutlich:
Die beiden Verbrecher
In der glühenden Mittagssonne hängen Männer an drei aufgerichteten Kreuzen. Die Römer, die damals das Land besetzten, töteten durch diese grausame Hinrichtungsart ihre Schwerverbrecher.
Zwei davon sind Mörder. Mehr ist von ihnen nicht zu lesen. Wir kennen weder ihren Namen noch ihr Alter, die Bibel sagt uns nichts über ihren Beruf oder ihre Herkunft. Ihre Schuld ist aber so groß, dass sie die Todesstrafe verdient haben, die der berühmte Politiker und Schriftsteller Cicero die „grausamste und fürchterlichste Todesart“ nennt. Zwischen den beiden hängt Jesus, der Messias, der wegen Gotteslästerung verurteilt worden ist. Und plötzlich kam unter den bitter gequälten Menschen folgender Dialog zustande:
Einer der beiden Verbrecher höhnte: „Bist du nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und uns!“ Doch der andere fuhr ihn an: „Hast du denn gar keinen Respekt vor Gott? Du bist genauso zum Tod verurteilt wie er und du bist es mit Recht! Wir beide bekommen, was wir verdient haben, aber der da hat nichts Unrechtes getan.“ Dann sagte er: „Jesus, denk an mich, wenn deine Herrschaft beginnt!“ Jesus erwiderte ihm: „Ich versichere dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23, 39-43, NeÜ). Lest den Text mit verteilten Rollen - hier findest du Kärtchen zum Ausschneiden.
Ein paar Augenblicke vor seinem Tod erkennt der eine Mörder, wer Jesus ist und dass bei ihm Errettung und Hilfe zu finden ist. Er wird von seiner Schuld überführt und bereut sie. Und allein das reicht aus. Mit diesem Satz nimmt er das Geschenk der Gnade an. Für alle Ewigkeit darf er mit Jesus sein. Nicht seine Taten retten ihn, sondern sein Glaube, sein Bekenntnis.
Und heute?
Das Kreuz von Jesus steht heute immer noch zwischen uns Menschen. Wir haben bereits alle gesündigt. Durch Jesus werden wir frei und bekommen Erlösung, unabhängig von Taufe, Sakramenten oder guten Taten. Wir werden frei durch Jesus und müssen nicht mehr etwas leisten, um Anerkennung, Wert und Sicherheit zu bekommen. Wir können unsere Gaben einsetzen, um einander zu dienen und gemeinsam Gottes Reich zu bauen.
Think & Talk
- In welchen Punkten hast du das Gefühl, dass du für Gott etwas leisten musst?
- Wo leistet du gerne etwas?
Jérôme Remuhs