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Andachtspool

_Grundlagen des Glaubens

Kann Jesus Wunder tun?

Bibelstellen

Matthäus 11,2-6 und 12,38 // Jesaja 35,5-6 und 61,1 

Zielgedanke

Jesus kann Wunder tun, aber das Größte unter den Wundern ist, an ihn zu glauben.

Andacht

Die Frage, die wir uns alle stellen, ist doch die, ob Jesus heute noch Wunder tut. Jesus ist allmächtig, also wird er Wunder tun können. Aber hast du schon erlebt, dass Lahme wieder gehen und Blinde sehen können? Vor dieser Frage stand auch Johannes der Täufer im Matthäusevangelium.

Anders als erwartet

Johannes (der Täufer) sitzt im Gefängnis. Er hat von den „Taten des Christus“ mitbekommen. Um sicherzugehen, dass es kein Gerücht ist, schickt er seine Jünger zu Jesus. Das könnte auch unsere Situation heute sein, wir lesen von den Wundern in der Bibel, sahen diese aber nicht selbst. Erkennen und glauben wir das, was in der Bibel über Wunder erzählt wird? Oder suchen wir nach Beweisen und wollen Wunder selbst sehen?
  
Mit folgender Frage schickte Johannes seine Jünger los: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?" (Matthäus 11,3). Die Menschen haben auf den Messias gewartet, den Retter der Welt. Hauptsächlich hatten sie politische Erwartungen an den Messias. Wohingegen Jesus, wer hätte es gedacht, anders handelt als erwartet. Jesus Fokus liegt auf Erneuerung der Herzen und wundersame Heilung, weniger auf Macht.

Wunden zu Wunder 

An einer anderen Stelle fragen Schriftgelehrten und Pharisäer nach einem Zeichen von Jesus (vgl. Matthäus 12,38). Wobei kein Wunder geschieht, sondern der Aufruf, das Leben zu ändern und an die Gute Nachricht zu glauben. 

Auch die Jünger des Johannes erhalten keine Ja-/Nein-Antwort. Die Jünger sollen von dem berichten, was sie sehen und hören. Und was ist das? Eine Verheißung aus Jesaja „Blinde sehen und Lahme gehen. Menschen mit Aussatz werden rein. Taube hören, Tote werden zum Leben erweckt und Armen wird die Gute Nachricht verkündet." Jetzt liegt es an Johannes (und an uns), ob wir den Wundern Glauben schenken. 

Glückselig 

Oft erleben wir Wunder im Alltag, erkennen sie aber nicht. Zum Beispiel Gebetserhörungen. Kurz vor der Klassenarbeit ein Stoßgebet sprechen und dann Gelassenheit erfahren, die nicht von dir kommt. Lasst uns bewusst auf die kleinen Wunder achten, die Jesus in unserem Schulalltag schenkt! Um die Frage, ob Jesus Wunder tun kann, zu beantworten: Ja, Wunder zeigen die Souveränität Gottes. Aber über all dem steht der Wunsch von Jesus, dass wir ihn als Messias, als Retter, anerkennen. 

Think & Talk

  • Welche Erwartungen hast du an das Handeln von Jesus? 
  • Fällt es dir leicht an die Wundertaten Jesus zu glauben, ohne sie selbst erlebt zu haben?  
  • Welche Wunder hast du schon erlebt?

Ashley Albert

Was muss ich eigentlich bei Jesus leisten?

Bibelstelle

Lukas 23,39-43

Zielgedanke

Jesus hat nichts gegen Leistungen. Aber es sind nicht meine Leistung, dich mich vor ihm besser machen.

Andacht

Das neue Schuljahr hat nun seit ein paar Wochen gestartet. Wie fühlt ihr euch? Alles ruhig und gemütlich? Nein? Echt?! Das könnte ich mir, ehrlich gesagt, auch nicht richtig vorstellen. Eine Studie (Robert-Bosch-Stiftung, November 2024) hat gezeigt, dass immer mehr Jugendliche unter schulischem Druck stehen. Die Befragten haben angegeben, dass dieser Leistungsdruck sogar ihre zweitgrößte Sorge ist, direkt nach dem Problem der Kriege in der Welt.

Passen Glaube und Leistung zusammen?

„Du musst besser aufpassen.“, „Du musst dich mehr anstrengen.“, „Du musst besser lernen.“, sind Sätze, die wir oft in der Schule oder zu Hause hören … und die wir auch gern auf unsere Beziehung mit Gott übertragen: „Du musst mehr beten.“, „Du musst Gott mehr suchen, mehr dienen.“, „So wie du unterwegs bist, wirst du nie in den Himmel kommen.“

Halt. An dieser Stelle müssen wir ein paar grundlegende Unterschiede machen. Auf der einen Seite steht in der Bibel klar und deutlich, dass Gott Faulheit nicht gutheißt, dass Treue belohnt wird und dass wir die Gaben, die uns anvertraut worden sind, sinnvoll und gewinnbringend einsetzen sollen. Auf der anderen Seite sehen wir, dass unser Wert bei Gott nie von Leistungen abhängig ist. In Gottes Augen ist jeder und jede von uns unwahrscheinlich wertvoll und unaufgebbar wichtig, ganz unabhängig von seinen oder ihren Fähigkeiten.  

Bei Gott musst du nichts leisten, damit er dich anerkennt. Er liebt dich von ganzem Herzen so wie du bist und er wünscht sich einfach nur, dass du an seinen Sohn Jesus glaubst. Eine Geschichte aus dem Neuen Testament der Bibel macht das deutlich:

Die beiden Verbrecher

In der glühenden Mittagssonne hängen Männer an drei aufgerichteten Kreuzen. Die Römer, die damals das Land besetzten, töteten durch diese grausame Hinrichtungsart ihre Schwerverbrecher.
Zwei davon sind Mörder. Mehr ist von ihnen nicht zu lesen. Wir kennen weder ihren Namen noch ihr Alter, die Bibel sagt uns nichts über ihren Beruf oder ihre Herkunft. Ihre Schuld ist aber so groß, dass sie die Todesstrafe verdient haben, die der berühmte Politiker und Schriftsteller Cicero die „grausamste und fürchterlichste Todesart“ nennt. Zwischen den beiden hängt Jesus, der Messias, der wegen Gotteslästerung verurteilt worden ist. Und plötzlich kam unter den bitter gequälten Menschen folgender Dialog zustande:

Einer der beiden Verbrecher höhnte: „Bist du nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und uns!“ Doch der andere fuhr ihn an: „Hast du denn gar keinen Respekt vor Gott? Du bist genauso zum Tod verurteilt wie er und du bist es mit Recht! Wir beide bekommen, was wir verdient haben, aber der da hat nichts Unrechtes getan.“ Dann sagte er: „Jesus, denk an mich, wenn deine Herrschaft beginnt!“ Jesus erwiderte ihm: „Ich versichere dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23, 39-43, NeÜ). Lest den Text mit verteilten Rollen - hier findest du Kärtchen zum Ausschneiden.

Ein paar Augenblicke vor seinem Tod erkennt der eine Mörder, wer Jesus ist und dass bei ihm Errettung und Hilfe zu finden ist. Er wird von seiner Schuld überführt und bereut sie. Und allein das reicht aus. Mit diesem Satz nimmt er das Geschenk der Gnade an. Für alle Ewigkeit darf er mit Jesus sein. Nicht seine Taten retten ihn, sondern sein Glaube, sein Bekenntnis.

Und heute?

Das Kreuz von Jesus steht heute immer noch zwischen uns Menschen. Wir haben bereits alle gesündigt. Durch Jesus werden wir frei und bekommen Erlösung, unabhängig von Taufe, Sakramenten oder guten Taten. Wir werden frei durch Jesus und müssen nicht mehr etwas leisten, um Anerkennung, Wert und Sicherheit zu bekommen. Wir können unsere Gaben einsetzen, um einander zu dienen und gemeinsam Gottes Reich zu bauen. 

Think & Talk

  • In welchen Punkten hast du das Gefühl, dass du für Gott etwas leisten musst?
  • Wo leistet du gerne etwas?

Jérôme Remuhs

Ist Jesus Gott?

BIBELSTELLEN

Gaaanz viele :), z. B. siehe unten bei Bibellesemethoden

ZIELGEDANKE

Jesus war nicht nur ein guter Mensch, sondern Gott in Menschengestalt.

ANDACHT

Wisst ihr, dass Jesus einiges mit Superhelden gemeinsam hat? Jesus hatte, als er hier auf Erden war, auch eine doppelte Identität. Jesus war wahrer Mensch, aber auch wahrer Gott. Viele haben nur seine zweite Identität nicht erkannt und ihn nur als Menschen erfasst. Bis heute scheiden sich die Geister über diese Frage, ob Jesus Gott war.

Ich möchte euch in drei Punkten verdeutlichen, dass Jesus tatsächlich Gott war (und es immer noch ist):

1. Jesus ist zu Weihnachten geboren, aber er lebt seit Ewigkeit her

Zu Beginn des Johannesevangeliums, einer der vier Biografien über Jesus, steht: „Am Anfang war das Wort, das Wort war Gott […] und er, das Wort, wurde Mensch“. Kompliziert, aber trotzdem klar: Gott war von Anfang an da, durch ihn ist alles entstanden und er ist Mensch geworden. 

Jesus behauptet von sich selbst: „Ehe Abraham wurde, bin ich.“ Mit diesem grammatikalisch merkwürdigen Satz wollte er ebenfalls klarmachen, dass er schon immer da war. Jesus ist also irgendwie außerhalb von Raum und Zeit.

2. Jesus = Vater 

Jesus machte sehr deutliche Hinweise darüber, dass er eine Einheit mit Gott ist, z. B. bei der Aussage: „Ich und der Vater sind eins.” (Johannes 10,30). An anderen Stellen sind es die Schreiber der Bibel, die diese Andeutungen machen. Johannes schreibt in einem Brief: „Und wir wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns fähig gemacht hat, den wahren Gott zu erkennen. Mit ihm, dem Wahrhaftigen, sind wir in seinem Sohn Jesus Christus verbunden, der selbst der wahre Gott und das ewige Leben ist.“ (1. Johannes 5,20)

3. Jesus lässt sich anbeten

In der Offenbarung ermahnt ein Engel den Johannes, dass nur Gott angebetet werden darf. Dabei bezieht er sich auf das Gebot vom Alten Testament: „Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott“ (5. Mose 6,13). Mehrere Stellen der Bibel bezeugen, dass Jesus Anbetung empfängt und niemals dafür die Menschen zurechtweist, z. B. bei seiner Himmelfahrt steht von den Jüngern: „Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude“ (Lukas 24,52). 

Die geheime Identität von Jesus ist somit nicht wirklich geheim geblieben. Wir lesen in den Evangelien auch noch von den vielen Wundern, die Jesus gemacht hat und die darauf hinweisen, dass er kein normaler Mensch war. Und genau aus diesem Grund wurde Jesus zum Tode verurteilt. Die Juden warfen ihm vor: “Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen und weil du ein Mensch bist und machst dich selbst zu Gott.“ (Johannes 10,33).

Warum ist es so entscheidend, ob Jesus Gott war?

Wenn Jesus nicht Gott war und von den Toten auferstanden ist, dann war er einfach nur ein großer Lügner und nicht mal ein nettes Vorbild. Jesus war ganz Mensch und ganz Gott. Dadurch erfahren wir Errettung. Wäre er nicht Mensch gewesen, hätte er nicht sterben können und wäre er nicht Gott gewesen, hätte er nicht auferstehen können und den Sieg über Tod und Sünde gehabt.

Was mache ich damit?

Ganz schön kompliziert, oder? Hast du auch schon einen Knoten im Kopf? Die Frage ist: Was glaubst du? Pontius Pilatus stellte die entscheidende Frage: „Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus?“ (Matthäus 27,22).

Was sollen wir mit diesem Menschen machen, der sich als Erlöser bezeichnet aber unsere mathematischen Gedankengebäude sprengt, weil er behauptet, dass eins plus eins, eins sei?

Es gibt zwei Optionen

Wir können ihn ablehnen und erklären, dass wir nur an das glauben können, was wir zu verstehen vermögen.

Oder wir können dem Geheimnis eine Chance geben, demütig erkennen, dass Gott größer ist als wir, und nüchtern behaupten, dass wir ihm vertrauen und folgen wollen, auch wenn wir weder seine Wege noch seine Theologie jemals vollständig kapieren werden. Wir müssen keineswegs unser Gehirn ausschalten. Wir geben diesem Jesus eine Chance, weil wir viele Anhaltspunkte dafür haben, dass er mehr war als ein normaler netter Mensch.

Viele haben sich für die zweite Variante entschieden. Ich gehöre auch dazu und habe es nie bereut.

BIBELLESEN

Lest gemeinsam die folgenden Bibelstellen:

  • Johannes 9,35-39
  • Hebräer 1,1-2
  • Micha 5,1
  • Matthäus 2,11

Auf welchen der drei vorgestellten Punkte wollen sie aufmerksam machen?

  1. Jesus existiert seit Ewigkeit her
  2. Jesus = Vater
  3. Jesus lässt sich anbeten

Ein Arbeitsblatt mit den o. g. Fragen und Bibeltexten zum Ausdrucken, findet ihr hier.

THINK & TALK / ZUM WEITERDENKEN

  • Was für einen Unterschied macht es, ob Jesus Gott war?
  • Was bedeutet es für dich, dass die Bibel sagt, Jesus sei Gott? 

Jérôme Remuhs

Warum musste Jesus sterben?

Zielgedanke

Jesus liebt dich! Deshalb starb er für dich. 

Bibelstelle

Johannes 15, 12-14

Input 

Liebst du Schokolade? Wenn man momentan in die Geschäfte geht, dann sieht man überall schon Osterhasen, Schokoeier und andere Leckereien. Und da kann es manchmal echt schwer sein, nicht jedes Mal etwas zu kaufen, oder? Es ist klar:  Ostern steht vor der Tür! Weißt du eigentlich, warum wir Ostern feiern?

Die Christen feiern an Ostern, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Aber, Moment mal. Wenn wir feiern, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, dann setzt das ja voraus, dass er gestorben ist. Aber gleichzeitig glauben Christen doch, dass Jesus Gott ist und der Herrscher dieser Welt. Wie kann es sein, dass Jesus sich töten ließ, obwohl er alle Macht der Welt hat? 

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, müssen wir zurück auf den Anfang der Menschheitsgeschichte schauen. Christen glauben, dass Gott die Welt und die Menschen auf ihr geschaffen hat, weil er in Einheit mit ihnen leben wollte. Er wollte eine Beziehung mit ihnen leben, also Freundschaft mit ihnen pflegen. Als er sie geschaffen hat, hat er sie in einen wunderschönen Garten gestellt, den Garten Eden. Aber der Mensch hat sich gegen Gott aufgelehnt – er wollte selbst Gott sein. Und so ist die Beziehung zerbrochen.  Doch Gott versprach: Ich werde jemanden senden, der die Beziehung wiederherstellt. 

Vor 2000 Jahren war es dann soweit und Jesus kam auf diese Welt. Weihnachten. Gott selbst kommt als Mensch auf diese Erde. Und er zeigt den Menschen, was Gottes Gedanken sind. Und noch mehr – er stirbt für uns. Aber warum überhaupt?

Die Sünde brauchte ein unschuldiges Opfer. Jesus war komplett heilig und hat sich für uns hingegeben. In Johannes 15, 12-13 steht: „Und so lautet mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für die Freunde hingibt. Und ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch aufgetragen habe.“

Diese Worte spricht Jesus. Hiermit sagt er, dass wir seine Freunde sein können. Und der Grund, warum er sein Leben für uns, seine Freunde gibt, ist, weil er dich und mich liebt. So sehr, dass er sein Leben gibt. 

Wie in so ‘nem krassen Superhelden-Film, wenn der Held am Ende für seine Freunde stirbt, weil sie ihm so viel mehr wert sind als sein eigenes Leben. Aber der Plottwist bei Jesus ist, dass er nach drei Tagen den Tod besiegt und wieder aufersteht. Der Tod, die Sünde ist besiegt. Durch Jesus können wir volles Leben erfahren.

Wenn ihr dieses Ostern Schokoladeneier und Schokohasen esst, dann erinnert euch doch an den Grund, warum wir Ostern feiern: Gott liebt dich so sehr, dass er seinen Sohn auf diese Erde schickt, damit er für dich stirbt, den Tod besiegt und wieder aufersteht. Frohe Ostern!

Gebet 

Danke Jesus für das, was du getan hast. Ich danke dir, dass du mich liebst und ich bitte dich, dass du mir dieses Ostern zeigst, wie sehr. Ich kann nicht begreifen, wie schwer dieses Opfer für dich war, aber ich danke dir dafür. Amen. 

Kerstin Landstorfer

Freigesprochen

Bibelstelle

Johannes 8,1-11

Zielgedanke

Jesus ist gnädiger als wir es sind. Wie gehen wir aber damit um?

Andacht

Stell dir mal vor… Ein Mitschüler benutzt in Physik während eines Tests einen Spicker und kann auf alle Formeln zurückgreifen, während du versuchst, dich an alles zu erinnern. Irgendwann geht die Lehrerin durch den Raum, erkennt das verdächtige Zettelchen und bestraft den Täuschungsversuch mit einer Sechs. Wie fühlt man sich dabei? Hin- und hergerissen, wahrscheinlich… Einerseits ist der Schüler zu bemitleiden, andererseits ist man ein wenig erleichtert, weil es in der Schule auch gerecht zugehen muss. Und womöglich ist ein wenig Schadenfreude mit dabei: Wer spicken will, sollte es auch können – also es so tun, dass es nicht gleich auffliegt. 

Ein schlimmer Fehler 

In der Geschichte, die ich mitgebracht habe, geht es auch um eine Frau, die nicht ehrlich war. Und auch sie wurde dabei erwischt. Die Frau hatte Ehebruch begangen. Damals hieß die Strafe dafür: Tod durch Steinigung nach dem Gesetz von Mose. Und die religiösen Anführer, die Pharisäer, denen es erzählt worden war, sind mit dieser Situation zu Jesus gekommen. Sie wollten ihn herausfordern, denn sie wussten: Er stellt sich so großherzig dar und hat gleichzeitig beansprucht, nach dem Gesetz zu handeln und im Namen Gottes zu reden. Und sie dachten: Er wird sich positionieren müssen. Entweder für Mose – und er wird dabei eine einfache Frau zum Tode verurteilen oder für die Ehebrecherin – und sie hätten einen Beweis dafür, dass er das Gesetz nicht ernst nimmt. Die Frau war denen vermutlich völlig egal. Die Pharisäer benutzen sie nur, um Jesus eine Falle zu stellen.

Die Antwort von Jesus 

Nun schauen alle auf Jesus. Wie reagiert er? Jesus stellt die Schuld der Frau nicht in Frage. Er schafft auch das Gesetz nicht ab. Aber er ändert die Richtung, in die das Gesetz zeigt: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Die Pharisäer sind plötzlich ganz still. Plötzlich kapieren sie, dass auch sie Dreck am Stecken haben. Jesus macht klar: „Schaut nicht nur auf die Frau, schaut auf euch! Wer von euch ist kein Sünder?“ 

Und dann passiert das Unglaubliche: Die Ankläger gehen nach und nach weg und suchen das Weite. Jesus ist nun ganz allein mit der Frau. Und er sagt zu ihr: „Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen. Sündige aber nicht mehr!“

Wie reagieren wir? 

Was kann das nun für uns heute bedeuten? Wir sind uns wohl einig, dass unsere Welt voller Probleme ist. Aber immer sind es die andern, nie wir selbst! Wie ist das bei deinen Geschwistern? Es fällt uns so leicht, die nervigen, dummen und gemeinen Seiten bei ihnen zu sehen und zu benennen, oder? Wir Menschen sind irgendwie dazu veranlagt, viel leichter die Fehler des Gegenübers zu sehen als die eigenen. Und wenn du ständig und immer beim Andern meckerst, wirst du nicht weiterkommen und deine Beziehung wird zur Katastrophe. 

Auch ohne Ehebruch begangen zu haben, sind wir genau wie diese Frau. Wir haben gesündigt. Wir sind von Grund auf böse. Wir sind von Gott getrennt und werden immer schlechte Karten haben, wenn wir auf seiner Anklagebank sitzen. Jesus ist der Einzige, der nie gesündigt hat. Er allein ist berechtigt, zu verurteilen, wie auch Sünden zu vergeben.

Wenn wir uns unserer Schuld bewusst sind und unsere Sünden bereuen, wenn wir uns vor Gott so erbärmlich geliefert fühlen wie die Frau unserer Geschichte, wird Jesus zu unserm Anwalt, der uns auch die Worte zuspricht: „Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen. Sündige aber nicht mehr!“ Dieser Spruch ist der Beginn eines neuen Lebens. Denn wem vergeben ist, der fängt ein neues Leben an

Die Bibellese-Methode

Diese Bibelgeschichte enthält noch viel mehr wichtige und relevante Wahrheiten. Wenn ihr Zeit habt, solltet ihr euch den ganzen Text anschauen. Ihr könnt dabei die Fünf-Finger-Bibellese-Methode nutzen. Ladet euch gern die Fragen und den Bibeltext für alle hier runter. 

Die Fünf-Finger-Methode

  • Einer spricht ein kurzes Gebet und bittet Gott darum, zu den Herzen zu sprechen.
  • Lest reihum den Bibeltext laut vor (jeder Teilnehmer bekommt die Bibel-entdeck-Hand-Fragen und den Bibeltext).
    • Daumen = Was gefällt dir an der Geschichte?
    • Zeigefinger = Wo ermahnt dich die Geschichte? Worauf weist sie dich hin?
    • Mittelfinger = Was hat dich geärgert? Wo kannst du nicht zustimmen? Was ist schwierig für dich?
    • Ringfinger = Was hat dich gefesselt? Was ist dir wichtig geworden?
    • Kleiner Finger = Was ist für dich unwichtig?
  • Einer schließt mit einem Gebet ab.

THINK & TALK

  • Wie definierst du das Wort Vergebung?
  • Hast du Schwierigkeiten zu Gott zu kommen, wenn du etwas verkehrt gemacht hast?
  • Warum sehen wir viel eher die Fehler beim andern als bei uns selber?
  • Glaubst du, dass jemand, dem vergeben ist, es leichter hat, andern zu vergeben? Warum?

Jérôme Remuhs

Was bedeutet es, dass Jesus der gute Hirte ist?

Bibelstelle

Johannes 10,1-21

Zielgedanke

Jesus ist der gute Hirte. Er führt dich, beschützt dich, sorgt für dich und gab sein Leben für dich.

Andacht

Wenn du schon mal an einer Schafherde vorbeigegangen bist und versucht hast, die Schafe zu rufen oder anzulocken, bist du wahrscheinlich meistens nicht auf Erfolg gestoßen, oder? Doch wenn dann der Hirte der Schafe kommt, muss dieser nur ein paar Mal pfeifen oder rufen – und alle Schafe kommen angelaufen. Die Schafe hören nur auf die Stimme ihres Hirten.

Jesus gebraucht das Bild eines Hirten für sich selbst: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ (Johannes 10,11). Jesus ist nicht irgendein Hirte, sondern ein guter Hirte. Doch was macht einen guten Hirten überhaupt aus? Mir fallen drei Punkte ein:

  1. Ein guter Hirte sorgt für seine Schafe.
  2. Ein guter Hirte beschützt seine Schafe.
  3. Ein guter Hirte riskiert etwas für seine Schafe.

Diese drei Punkte sehen wir wunderbar im Leben von Jesus:

  1. Ein guter Hirte sorgt für seine Schafe: In Johannes 6,1-14 lesen wir davon, dass Jesus 5.000 Männer (+ Kinder und Frauen) speiste. Und das tat er mit zwei Fischen und fünf Broten. Ein kleines Detail, was aber eine große Bedeutung in diesem Kontext hat: In Vers 10 steht, dass es an diesem Ort viel Gras gab. Das erinnert doch direkt an die Worte aus Psalm 23, wo es heißt, dass der Herr unser Hirte ist und uns auf einer grünen Aue weidet (Vers 2). Diese Geschichte zeigt, dass Jesus für seine Schafe sorgt und er die Macht hat, aus scheinbar zu wenigem mehr als genug zu schaffen. 
     
  2. Ein guter Hirte beschützt seine Schafe: Du kennst bestimmt die Geschichte, in der Jesus während des Sturms schläft und seine Jünger ihn wecken und Jesus den Sturm schließlich stillt (Markus 4,35-41). Er beschützt seine Jünger vor diesem Sturm und schenkt Ruhe mitten im Sturm. Auch heute noch beschützt Jesus uns genauso. In Römer 8,38-39 lesen wir davon, dass es nichts gibt, was uns von seiner Liebe trennen kann.
     
  3. Ein guter Hirte riskiert etwas für seine Schafe: In Johannes 10,11 lesen wir davon, dass ein guter Hirte sein Leben für die Schafe hingibt. Genau das hat Jesus für dich am Kreuz getan. Er hat sein Leben gegeben, damit du Vergebung deiner Sünden erfahren kannst und wieder in einer Beziehung mit Gott leben kannst. Er hat etwas riskiert. Er hat sein Leben gegeben. Für dich.

Jesus ist also wahrhaftig der gute Hirte. Vertraust du seiner Führung? Vertraust du seinem Schutz? Vertraust du seiner Liebe? Vertraust du seinem guten Plan für dein Leben? Er kennt dich bei deinem Namen. Du kannst ihm vertrauen. Auch genau heute will er dein Hirte sein. In der Schule. Im Studium. In der Ausbildung. Im Minijob. Im Verein. In deiner Familie. Er ist da.

Die Stelle aus Johannes 10 zum guten Hirten enthält noch viel mehr wichtige und relevante Wahrheiten. Lest euch als SBK die Stelle gemeinsam durch. Ich empfehle euch dafür die WhatsApp-Bibellese-Methode. So funktioniert es:

  1. Bittet Gott um seine Gegenwart und sein Sprechen.
  2. Lest den Bibeltext laut vor.
  3. Jeder versucht für sich die Hauptaussage des Textes in eine WhatsApp mit 160 Zeichen zusammenzufassen und auf ein Papier oder in die Notizapp zu schreiben.
  4. Tauscht euch in eurer Gruppe über eure Bibel-WhatsApp aus.
  5. Schick diese WhatsApp an jemanden, um ihn zu ermutigen oder teile sie in deiner Story.

Zum Weiterdenken

  • Was macht einen guten Hirten für dich noch aus?
  • Wo hast du Jesus in deinem Leben als guten Hirten bereits erlebt?
  • Was bedeutet es für deine Beziehung mit Gott und dein Leben, dass Jesus der gute Hirte ist?

Jonas Dietrich

Prüfungsphase

Bibelvers

Prüfet aber alles und behaltet das Gute. (1. Thessalonicher 5,21)

Zielgedanke

Es ist sinnvoll, gute Quellenrecherche in der Bibel zu machen.

Input

Kennt ihr das, jemand erzählt euch etwas, und ihr könnt es einfach nicht glauben. Das hat der wirklich erlebt? Oder das soll sie wirklich gesagt haben?! Das kann ich nicht glauben, müssen wir nachgucken, nachfragen. 

Auch in der Schule wirst du immer wieder aufgefordert: Wo genau steht das? Was ist die Quelle? Woher hast du diese Information? Wie genau rechnest du das und zeigst, dass das Ergebnis stimmt? Manchmal echt nervig! Aber das bringt Qualität und Tiefe in deine Antworten. Und natürlich Wahrheit!

Einfach so etwas zu erzählen und jede Person glaubt es, das klappt nur bei den Wenigsten. So war es auch zu Zeiten der Bibel. Die Gemeinde in Thessaloniki wurde dringend gebeten, genau zu hören, was ihnen gesagt wird: „Glaubt nicht gleich alles! He, hier sind Menschen unterwegs, die euch falsche Dinge erzählen wollen. He, die wollen euch abbringen von dem, was Jesus wirklich gesagt haben soll. He, die wollen euch entmutigen!“

Lasst euch im neuen Jahr als SBK wie die Thessalonicher herausfordern. Prüft selbst, wie dieser Jesus ist. Lest die Evangelien. Aber nicht schnell durch im Sinne von „kennen wir schon alles!“. Sondern mal ganz langsam. 

Dafür bieten sich Bibellesemethoden an. Dadurch wird man unterstützt, genau hinzuschauen. Ein Beispiel ist die Bibelmarkier-Methode. Da wird es ganz bunt: man malt an den Rand kleine Symbole zu verschiedenen Themen.

Findet doch eure ganz eigene SBK-Markiermethode! Zum Beispiel könnte das sein:

  • ein Dreieck für alles, wo es um Gott den Vater geht. 
  • ein Kreuz für Jesus
  • eine Wolke für den Heiligen Geist
  • ein Herz für Liebe
  • Fragezeichen für Dinge, die ihr noch klären wollt

Besser nicht zu viele Symbole auf einmal, sonst macht es keinen Spaß. Drei bis vier, das reicht ja erstmal. 

Das Markieren eurer Bibel hat zwei tolle Folgen: 

  1. Ihr wisst mehr von dem, was Gott sagt und ausmacht. Es kann euer Leben prägen und sich immer mehr ausbreiten in euren Gedanken und euren Taten. Ihr werdet noch mehr wie er selbst. 
  2. Ihr kennt euch besser in der Bibel aus und könnt schneller wichtige Stellen finden. Dadurch könnt ihr schneller erkennen, wann euch jemand Mist oder Halbwahrheiten über Jesus erzählt. Vielleicht habt ihr nun auch schlagfertige Antworten auf kniffelige Fragen.

Zum Nachdenken

  • Welches Evangelium können wir uns als erstes vornehmen und bunter gestalten? 
  • Welches bunte System wollen wir verwenden oder vielleicht doch jeder seins? Auch gut. Hauptsache wir bleiben dran und ermutigen uns gegenseitig. 
  • Welche eine wahre Aussage über Jesus möchte ich heute in der Bibel finden und neu in mein Herz sickern lassen?  

Viel Freude, eure Lisa 

Lisa Sych

Gibt es eine Wahrheit?

Aus der Reihe Schulfächer: Religion

Zielgedanke

Jesus sagt von sich selbst, die Wahrheit zu sein und ist damit damals wie auch heute radikal. 

Bibelstelle

Johannes 14, 6 

Andacht 

Gibt es eine Wahrheit? Ist nicht alles relativ und subjektiv? Jede Meinung und Sichtweise sollte toleriert werden – besonders bei der Frage nach Religion. Oder? Und glauben wir nicht sowieso alle an den gleichen Gott und leben es nur anders? 

Ich merke, wenn ich mir die Überzeugungen der verschiedenen Religionen ansehe, dass das irgendwie nicht aufgeht. Denn die Beschreibungen von Gott und den Menschen zeigen große Unterschiede. Und jede Religion vertritt einen Wahrheitsanspruch für sich und somit schließen sie sich gegenseitig aus. 

So ist das auch im Christentum. In der Bibel lesen wir, dass Jesus zu seinen engsten Freunden sagt: „Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht.“

Jesus sagt von sich, dass er die Wahrheit ist. Im Zentrum des christlichen Glaubens steht eine Person: Jesus Christus. An ihm entscheidet sich alles. Nur durch Jesus bekommen wir ewiges Leben. Und das ist der große Unterschied zu anderen Religionen – wir können nicht durch eigene Kraft zu Gott kommen, sondern Gott kommt durch Jesus Christus zu uns. 

Jesus ist radikal. Er sagt, dass es nur den einen Weg zum Vater, zu Gott, gibt. 

Ist das nicht ganz schön intolerant, so etwas zu behaupten? Ich denke, wir sollten immer unserem Gegenüber aufmerksam zuhören und versuchen, seinen Standpunkt zu verstehen. Und gleichzeitig sollte man das, was man erkannt hat, nicht verschweigen. Wir haben eine gute Nachricht zu erzählen: durch Jesus werden wir wirklich frei von Schuld und Scham. Wir bekommen ein neues Leben geschenkt, können mit Gott in Kontakt treten und in Freiheit leben. Wir müssen nicht aus eigener Kraft für ein gutes Karma sorgen. Und somit ist die Frage nach der Wahrheit lebensentscheidend. Uns wäre unser Gegenüber gleichgültig, wenn wir ihm nicht von der Rettung erzählen. 

Es ist so wie beim Klettern: Es ist wichtig zu wissen, ob das Seil wirklich hält und sicher ist – da ist keine Toleranz bei der Qualität des Seils erlaubt. Denn sonst würde man bei einem Fehltritt in den Tod stürzen. 

Und deswegen ermutige ich dich, nach der Wahrheit zu suchen. Was ist das, was wirklich trägt im Leben? Kannst du diesem Jesus aus Nazareth vertrauen? Schau in die Bibel. Rede mit ihm im Gebet. Frage andere Christen, was sie mit Gott erlebt haben. 

Ich habe in meinem Leben erfahren, dass es sehr intelligent ist, sich auf Jesus zu verlassen (ggf. ein persönliches Zeugnis erzählen).

Think & Talk

  • Wie würdet ihr den Begriff Wahrheit definieren? 
  • Würdet ihr Jesus mit seinem Wahrheitsanspruch als radikal bezeichnen? 
  • Wie geht es euch mit dem Gedanken, dass jemand Wahrheit für sich beansprucht in der heutigen Zeit? 

Gebet

Jesus, danke, dass du auf diese Welt gekommen bist, um mich zu retten. Ich bitte dich, mir immer mehr zu zeigen, wer du bist. Ich danke dir für deine Gnade und dass ich durch dich zum Vater komme. Amen. 

Kerstin Landstorfer und Melanie Harendt

Das ist total unfair!

Aus der Reihe Schulfächer: Rechtskunde

Bibelvers

„Dann werdet ihr wieder den Unterschied zwischen Gerechten und Ungerechten sehen, zwischen denen, die Gott dienen und denen, die es nicht tun.“ Maleachi 3,18

Zielgedanke

Gott ist gerecht und wird irgendwann für echte Gerechtigkeit sorgen.

Andacht

Ein Nachbar, der mithilfe von einem Spicker in Bio zu einer besseren Note kommt, eine Schulfreundin, die durch Künstliche Intelligenz ihre Hausaufgaben in weniger als fünf Minuten hinbekommt und dabei noch eine Eins kassiert, ein Lehrer, der den Falschen bestraft. Das alles sind Situationen, die auch du bestimmt irgendwann gesehen hast. Ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn du daran denkst, aber in mir kocht da einiges, wenn Ungerechtigkeit bis zum Himmel schreit. Und dabei handelt es sich eigentlich noch um kleinere Verstöße.

Durch das Fach Rechtskunde sollen Schülerinnen und Schüler „neben der Fähigkeit auch die Bereitschaft entwickeln, Gerechtigkeit verwirklichen zu helfen“, steht es in einem schlauen Fachlehrplan. Meint ihr wirklich, dass es durch dieses Schulfach in unserer Gesellschaft gerechter zugeht?

Mit der Gerechtigkeit tun wir Menschen uns unglaublich schwer. Einerseits können wir in Deutschland total dankbar sein, in der Schule zu lernen, was Recht ist. Genauso können wir froh sein, in einem Rechtsstaat zu leben und nicht der Willkür einzelner Herrscher ausgesetzt zu sein. Andererseits merken wir immer wieder, dass unsere Richter bzw. Lehrer (so wie der, den ich vorhin kritisiert habe) nicht fähig sind, dafür zu sorgen, dass es gerecht zugeht. Logisch: Sie können nicht wissen, ob jemand wirklich die ganze Wahrheit sagt oder nur die halbe, ob er lügt oder Dinge verschweigt und sie können außerdem von der Erscheinung des Angeklagten beeinflusst werden. Auch wenn sie sich mit bestem Wissen und Gewissen darum bemühen, ist es nicht allumfänglich möglich, Gerechtigkeit herzustellen.

Lohnt es sich dann überhaupt, ehrlich zu handeln und nach Gerechtigkeit zu streben? 

Die Bibel berichtet von Frauen und Männern Gottes, die genau diesen Gedanken auch hatten. Zu der Zeit vom Propheten Maleachi herrschte große Ungerechtigkeit: Selbst die Priester waren korrupt geworden und behaupteten, Gott würde Ungerechtigkeit nicht einmal sehen. Da wurde Maleachi beauftragt, die frommen Juden zu ermutigen. Und er sagte zu ihnen: „Ihr werdet wieder den Unterschied zwischen Gerechten und Ungerechten sehen, zwischen denen, die Gott dienen und denen, die es nicht tun.“ (Maleachi 3,18)

Gott sieht, hört und weiß alles. Wenn er bei einem Unrecht schweigt, heißt es noch lange nicht, dass er passiv ist und noch weniger, dass er untätig bleiben wird. Unser Vers verspricht, dass es eine Zeit geben wird, in welcher er für Gerechtigkeit sorgen wird. Ich glaube fest daran und es macht mir Mut und Hoffnung, geduldig auf diesen Augenblick zu warten. Kein Unrecht dieser Welt bleibt ungesehen und ungesühnt. Jesus wird als Richter wiederkommen und alles offenlegen. 

Und am Kreuz sehen wir, wie Gott damit umgeht, wenn wir auf ihn vertrauen: Jesus, der Gerechte und Sündlose wurde misshandelt, verspottet und hingerichtet. Gott nimmt alle Schuld, alles Unrecht selbst auf sich und sorgt damit für Gerechtigkeit.

Wirf dein Vertrauen auf Gott nicht weg. So wie in der Zeit bei Maleachi leben wir in einer dunklen Zeit. Gott sichert uns zu: er sieht alles Unrecht und sorgt für Gerechtigkeit – heute und in Ewigkeit. Und deswegen macht es Sinn, heute jeden Tag nach Gerechtigkeit zu streben. Es macht einen Unterschied.

Think & Talk

  • Möchtest du von einer Situation sprechen, die dich berückt, weil sie so unfair war?
  • Wie geht es dir beim Gedanken, dass Gott allwissend ist?
  • Ist Gott für dich mehr ein Richter, ein Vater, oder ein Freund?
  • Was heißt eigentlich konkret, im Alltag Gott die Treue zu halten?

Jérôme Remuhs

Die beste Lektüre

Aus der Reihe Schulfächer: Deutsch

Bibelvers

„Denn eines müssen wir wissen: Gottes Wort ist lebendig und voller Kraft. Das schärfste beidseitig geschliffene Schwert ist nicht so scharf wie dieses Wort, das Seele und Geist und Mark und Bein durchdringt und sich als Richter unserer geheimsten Wünsche und Gedanken erweist.“ Hebräer 4,12

Zielgedanke

Die Bibel ist das wichtigste und beeindruckendste Buch der Welt. Sie ist Gottes Wort und hat die Kraft, dein Leben zu verändern.

Andacht

„Lest bitte bis zur übernächsten Woche diese Lektüre!“. Vielleicht kennst du diese Aufgabe aus dem Deutschunterricht. Gerade in sprachlichen Fächern liest man so oft neue Bücher. Manchmal sind sie sogar spannend, doch meistens denkt man sich eher: „Wofür muss ich das lesen!?“. Heute geht es aber nicht um eine Lektüre aus dem Unterricht, sondern um eine Lektüre, die das Leben von so vielen Menschen grundlegend verändert hat. Es geht um die meistverkaufte Lektüre der Welt. Dieses Buch hatte den größten Einfluss auf die Weltgeschichte. Vielleicht errätst du es schon? Genau: die Bibel.

Aber was ist die Bibel überhaupt?

Christen sagen, dass sie Gottes Wort ist. Aber wie kann das sein? Denn Menschen haben sie ja aufgeschrieben. Oder!? Lasst uns dazu mal ein paar Fakten anschauen:

Die Bibel besteht aus 66 einzelnen Schriften, die über 1500 Jahre hinweg auf drei verschiedenen Kontinenten von über 40 verschiedenen Verfassern geschrieben wurde. Und diese Verfasser hatten alle unterschiedliche Berufe und steckten in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Trotzdem hat die Bibel, wenn wir sie von vorne bis hinten betrachten, keine Widersprüche und es zieht sich ein roter Faden vom Anfang bis zum Ende. Das lässt uns doch darauf schließen, dass es sich hier um einen göttlichen Ursprung handeln muss, oder?

Ein weiterer Punkt, der uns zeigt, dass bei der Bibel nur ein göttlicher Ursprung logisch ist, sind die vielen Prophezeiungen, die Dinge über die Zukunft ankündigen. Von diesen vielen Prophezeiungen haben sich bereits über 3000 erfüllt. Auch über Jesus gibt es im Alten Testament hunderte Prophezeiungen, die sich dann im Neuen Testament genauso erfüllt haben. Krass, oder? Außerdem hat die Bibel auch eine beeindruckende historische Genauigkeit. So macht Lukas zu Beginn des Lukas-Evangeliums klar, dass er sehr genau recherchiert hat und sein Evangelium sehr korrekt ist.

Doch wieso genau sollte ich die Bibel jetzt lesen? Was hat sie mit mir zu tun?

Die Bibel zeigt uns viel über das Wesen Gottes. Gott selbst offenbart sich in seinem Wort (Hebräer 1,1-2). Das heißt, wenn wir sie lesen und studieren, können wir immer mehr erkennen, wer und wie Gott ist. Außerdem erkennen wir seinen Willen für uns als seine Jünger in der Bibel (zum Beispiel in der Bergpredigt). In Hebräer 4,12 wird die Bibel zudem als das schärfste Schwert der Welt beschrieben. Sie kann uns helfen, wenn wir Lügen über Gott, unsere Mitmenschen und uns hören. Sie führt uns zurück in die gute Beziehung mit Jesus. Daher ist es so wichtig, die Bibel zu kennen. Als der Teufel Jesus in der Wüste nach 40 Tagen Fasten angriff, verteidigte sich Jesus auch mit der Schrift (Matthäus 4,1-11).

Gott möchte durch sein Wort zu dir sprechen. Wenn wir sie lesen, geben wir ihm die Möglichkeit dazu. Und die Bibel hat Texte für die verschiedensten Lebenssituationen. Zum Beispiel geht es in den Psalmen viel um Gefühle, in den Sprüchen um Weisheit und im Philipperbrief um Freude. Was ist für dich heute dran? Komm und lies selbst. Die Bibel hat die Kraft, dein Leben zu verändern.

Think & Talk

  • Was ist die Bibel für dich?
  • Was beeindruckt dich an der Bibel?
  • Was verstehst du nicht so oder findest du komisch an der Bibel?
  • Fällt es dir leicht, sie regelmäßig zu lesen?
  • Hast du eine Lieblingsgeschichte oder einen Lieblingsvers?

Jonas Dietrich

Unsere Schuld einfach ausradiert?

Zielgedanke

Bei Gott gibt es immer zweite Chancen und unsere Schuld wird komplett ausradiert.

Bibelstelle

Kolosser 2,14

Andacht

Etwas, das du jeden Tag in der Schule verwendest, wird dein Mäppchen sein, oder? Dieses hat sehr viele wichtige Must-haves, wie Füller, Bleistift oder Buntstifte. Ein sehr wichtiger Bestandteil eines Mäppchens ist meiner Meinung nach aber auch ein Radiergummi. Denn stell dir doch nur einmal vor, du sitzt in deinem Mathe-Abitur. Eine Prüfung, die du im besten Fall nur einmal schreibst und dann merkst du, dass du genau deinen Radiergummi vergessen hast. Nun muss man in Mathe doch auch einige Diagramme und Graphen zeichnen, bei denen man gerne mal etwas unpräzise ist. Wenn man sein Radiergummi allerdings vergisst, wird das schwierig, weil man dann wirklich nur einen einzigen Versuch hat es sofort richtig zu machen.

Nun vielleicht warst du schon einmal in so einer ähnlichen Situation, vielleicht nicht in einer sehr wichtigen Prüfung, sondern einfach so im Unterricht. Erst wenn man einen Radiergummi einmal nicht zur Hand hat, merkt man wie wichtig er eigentlich sein kann, oder?

Schauen wir uns doch einmal an wofür man einen Radiergummi alles hernehmen kann. Man kann damit Dinge ausbessern. Dabei ist ganz egal ob sich etwas nur verändert hat oder aber ob man merkt, dass man etwas falsch gemacht hat und somit einen Fehler ausradiert und ausbessert. Aber in beiden Fällen ermöglicht uns ein Radiergummi nochmal von vorne zu beginnen. Aber bleiben wir doch bei dem Bild, dass man etwas, das man falsch gemacht hat ausradiert und ausbessert.

Erinnert dich dieses Prinzip von Ausbesserung und Erneuerung an jemanden oder etwas? Jemanden, der genau so etwas für uns getan hat? Jemand, der durch seinen Tod an einem Kreuz vor 2000 Jahren alle Schuld ausradiert hat?

Ich glaube mit der letzten Aussage habe ich mich verraten. Ich rede hier von Jesus Christus, Gottes Sohn.

Schauen wir uns doch einmal Kolosser 2,14 gemeinsam an. Hier in diesem Bibelvers schreibt Paulus an die Gemeinde in Kolossä (deshalb werden die Menschen, die dort gewohnt haben, auch die Kolosser genannt) folgendes.

Da heißt es: Gott hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, für ungültig erklärt. Ja, er hat ihn zusammen mit Jesus ans Kreuz genagelt und somit auf ewig vernichtet.

Ein ganz schön krasser Vers, oder? Ein Vers, mit dem Paulus beschreibt, dass wir als Menschen alle Fehler machen, tagtäglich, die uns von Gott trennen. Jetzt fragst du dich vielleicht, warum uns das von Gott trennt. Als Gott diese Welt geschaffen hat, hatte Gott ein Idealbild vor Augen. Er hat uns Menschen so geschaffen, dass wir in Freundlichkeit und Liebe miteinander umgehen. Eine Welt, in der nie jemand verletzt wird. Aber er hat uns auch so geschaffen, dass wir Menschen keine Spielpuppen sind, sondern für uns selbst Entscheidungen treffen dürfen. Und wir haben uns oft gegen Gottes Ideen entschieden.

Kennst du die Situation, wenn du etwas aussprichst und schon in dem Moment merkst, dass du dein Gegenüber verletzt hast? Hast du schon einmal jemanden angelogen oder dir in einem Test einen Vorteil verschafft, indem du gespickt hast? All das sind Dinge, die uns voneinander und von Gott trennen. Denn Gott ist pure Liebe, Schönheit und Wahrheit.

Da Gott uns aber unfassbar liebt, hat er sich eine Lösung überlegt. Er hat den Menschen geschaffen, um Gemeinschaft mit ihm zu haben aber durch unsere Schuld und Scham ist das nicht mehr möglich. Diese Lösung, um wieder Gemeinschaft zwischen Gott und den Menschen herzustellen, ist Jesus Christus. Jesus, der auf diese Welt als Mensch kam und für unsere Schuld, all unsere Fehler, all unserem Scham am Kreuz gestorben ist. Damit könnte man Jesus als Super-Radierer bezeichnen, denn er hat alle Schuld ausradiert und wir bekommen eine zweite Chance. Und das immer wieder, wenn wir ihn um Vergebung bitten.

Die Konsequenzen unserer Handlungen, wie zum Beispiel Verletzungen bei mir und anderen sind aber leider immer noch vorhanden. Aber wir können, mit Jesu Hilfe, dafür geradestehen und die Konsequenzen tragen oder beispielsweise bei Personen um Vergebung bitten, wenn wir diese verletzt haben. Natürlich ist das kein Freifahrtschein einfach zu tun und zu lassen, was wir wollen, weil wir wissen, dass Jesus uns vergibt, aber damit können wir jeden Tag mehr lernen, wie wir mit Menschen umgehen sollen und haben jeden Tag aufs Neue die Chance es besser zu machen.

Damit möchte ich dich heute in die neue Woche schicken und dich fragen, ob du dieses freie Geschenk annehmen möchtest und heute noch ein Leben mit Jesus starten möchtest. Jesus möchte unseren Schuldschein vernichten. Du darfst diesen Super-Radierer nutzen und dann ist wirklich alles neu.

Think & Talk

  • Hast du jemals deinen Radiergummi für irgendetwas wichtiges vergessen?
  • Was sind Dinge, die in deinem Leben ausradiert werden sollten? Möchtest du davon erzählen?
  • Hast du dieses Geschenk von Jesus schon angenommen oder wenn nicht, was hält dich noch zurück? Vielleicht geht es jemandem ganz ähnlich und ihr könnt gemeinsam mehr über Jesus herausfinden.

Gebet

Herr Jesus, ich möchte dir danken für dieses Geschenk, durch das wir mit dir eine neue Chance bekommen und du durch dein Opfer unsere Schuld ausradierst. Bitte hilf mir tiefer zu verstehen, wer du bist und was dein Opfer in meinem Leben bewirken möchte. Ich bitte dich, dass du mir zeigst, was in meinem Leben einen Radiergummi verträgt und dass du mich immer wieder an deine Einladung erinnerst, wenn ich etwas ausradiere. Danke für alles. In Jesu Namen, Amen.

Kerstin Landstorfer

 

Der Ordnungsmacher

Zielgedanke

Gott liebt eine geordnete Welt. Wenn wir uns die vielen geordneten naturwissenschaftlichen Zusammenhänge der Welt angucken, können wir Hinweise für einen Gott erkennen.  

Bibelstelle

1. Mose 1, 1-10 (Neue evangelistische Übersetzung) 

Andacht

Einstieg

Welche Aussage ist richtig? 

Der hebräische Ausdruck Tohuwabohu 

  1. ist ein anderer Name für den Berg Sinai, wo die Israeliten die 10 Gebote bekommen hatten.  

  2. kommt im ersten Buch Mose der Bibel vor und bezeichnet den Zustand der Erde vor der Schöpfung.  

  3. wird im Buch 2. Könige für die Könige benutzt, die nicht auf Gott hörten. 

Lest zusammen die ersten Verse der Bibel: 1. Mose 1, 1-10 (Neue evangelistische Übersetzung) 

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war formlos und leer. Finsternis lag über der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über dem wogenden Wasser.  Da sprach Gott: "Es werde Licht!" Und das Licht entstand. Gott sah es an: Es war gut. Da trennte Gott das Licht von der Finsternis. Das Licht nannte er "Tag" und die Finsternis "Nacht". Es wurde Abend und wieder Morgen – ein Tag.  

Dann sprach Gott: "Im Wasser soll eine Wölbung entstehen, eine Trennung zwischen den Wassermassen!" So geschah es auch. Gott machte die Wölbung und trennte die Wassermassen unterhalb der Wölbung von denen darüber. Die Wölbung nannte Gott "Himmel". Es wurde Abend und wieder Morgen – zweiter Tag.  

Dann sprach Gott: "Die Wassermassen unter dem Himmel sollen sich an einer Stelle sammeln. Das Land soll zum Vorschein kommen." So geschah es. Und Gott nannte das trockene Land "Erde". Die Ansammlung der Wasser aber nannte er "Meer". Gott sah alles an: Es war gut.  

Die hebräischen Worte, die im Vers für „formlos“ (oder „wüst“, wie Luther übersetzt hat)  und „leer“ stehen, sind „tohu“ und „bohu“. Von diesen Worten leitet sich unser Deutschen Wort „Tohuwabohu“ ab, was benutzt wird, wenn etwas total chaotisch und unordentlich ist.  

Das ist ja interessant: Das erste, was über Gott in der Bibel gesagt wird, ist, dass er aus Chaos etwas Cooles erschafft. Dass er aus etwas Ungeordnetem etwas Geordnetes macht. Gott schafft zusammenhängende Mechanismen und Strukturen.  
In den Versen 3-5 wird beschrieben, wie Gott einen Zeitrhythmus erschafft: Es soll eine Struktur von Tag und Nacht geben. Dann soll das Wasser vom Himmel getrennt sein. In den Versen 6-8 schafft er sozusagen eine „Oben-unten-Struktur“. Dann möchte er, dass Erde und Wasser ordentlich voneinander abgegrenzt sind (Verse 9+10). Und so geht das weiter mit den Pflanzen, Himmelskörpern, Tieren und Menschen. (Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr den Text auch noch weiterlesen und die anderen Ordnungen, die Gott sich ausdenkt, herausfinden.)  

Gott schafft eine Welt, die aus verschiedenen geordneten Systemen besteht – die perfekt zusammenpassen. Er liebt es anscheinend, wenn Dinge nicht im Chaos versinken, sondern total schön miteinander harmonieren.  

Ob Gott das genau in diesen sieben Tagen gemacht hat, sei erstmal dahingestellt (für Gott gelten sowieso andere Zeitdimensionen als für uns – siehe Psalm 90,4). Fakt ist aber, dass klar werden soll: Gott denkt sich für seine Welt nicht irgendetwas Kreativ-Chaotisches aus, sondern schafft Kreativ-Geordnetes. Etwas, das wir wiederum mit naturwissenschaftlichen Mitteln untersuchen und dann zum Beispiel sowas wie Naturgesetze herausfinden können. Die beschreiben die regelmäßigen Systeme und Mechanismen, die unsere Welt „zusammenhalten“. Und die gäbe es in einem chaotischen Universum erst gar nicht.  

Wir könnten also anders herum auch die perfekten Mechanismen unserer Welt angucken und uns fragen, wie das sein kann, dass das alles so cool zusammenpasst. Und anscheinend überhaupt nicht willkürlich existiert. Wir können naturwissenschaftliche Erkenntnisse nehmen und staunen, wie genial das aufeinander abgestimmt ist. Und dann wäre die Frage: Ist das nicht schon ein Hinweis, dass da jemand dahinter steckt?  

Wenn man sich die ganzen fein abgestimmten Systeme anguckt, wäre es viel unwahrscheinlicher, dass das alles per Zufall entstanden ist, als dass sich ein höheres Wesen Gedanken darüber gemacht und Dinge perfekt zusammengestellt hat. Christen, die das glauben, sind – auch aus naturwissenschaftlicher Perspektive gesehen – auf der Seite der viel plausibleren Erklärung. 

Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr euch noch ein sehr cooles Video von der Seite begründet-glauben.org angucken. Dort wird (auch für Nicht-Physiker J) gut erklärt, wie fein abgestimmt unsere Welt ist:  https://www.youtube.com/watch?v=p2I7qBArM3E&feature=youtu.be 

(Vielleicht könnt ihr das sogar mal in Physik, Bio oder Reli als Grundlage für eine Diskussion über Schöpfung oder Zufall benutzen – weitere richtig gute Inputs dazu im aha „Gute Frage“ oder auf www.begründet-glauben.org) 

Und vielleicht kommt ihr dann vom Staunen zum Danken – und sagt Gott einfach mal spontan, wie genial er das alles gemacht hat – eventuell sogar mit nem Lied J  #indescribable  

Ida Moosdorf

Das Vater unser als persönliches Gebet

Zielgedanke

Mache das Vater Unser zu deinem ganz persönlichen Gebet! 

Bibelstelle

Matthäus 6, 9-13 

Andacht

Einstieg

Wenn du bei Google „Vater unser im Himmel Gespräch mit Gott“ eintippst, dann findest du gleich unter den ersten Links einen Dialog, in dem es darum geht, dass jemand das Vaterunser betet und Gott ihm direkt antwortet. Diesen Dialog kannst du zusammen mit einer anderen Person im Wechsel lesen. Wenn ihr nur wenig Zeit habt, dann teile deine Gedanken oder auch die folgende Andacht einfach beim nächsten SBK mit den anderen. 

Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Matthäus 6, 9-13

Das Gebet, das uns Jesus gelehrt hat! 

Viele kennen diese Bibelstelle, denn uns sind die Verse als „Vaterunser“ bekannt. Aber betest du dieses Gebet auch ganz persönlich? Hast du schon mal darüber nachgedacht, was die Verse für dich bedeuten und wofür du eigentlich betest?  

Dieses Gebet beginnt mit einer sehr vertrauensvollen Anrede Gottes. Wir nennen ihn unseren Vater. Was steckt dahinter? Was bedeutet es für dich, Gott deinen Vater zu nennen? Hast du ein Bild von einem strengen grauhaarigen Mann vor Augen, der mit erhobenem Zeigefinger auf dich wartet oder möchtest du z.B. ausdrücken, dass Gott dein liebevoller Vater ist, der dir mit offenen Armen begegnet?  

Wir beten danach: Geheiligt werde dein Name!  

Was ist damit konkret gemeint? Wenn ich diese Worte bete, dann sage ich Gott, dass ich ihn und seinen Namen ehren möchte, ich möchte seinen Namen nicht missbrauchen und möchte Teil davon sein, dass sein Name auf dieser Welt immer bekannter wird.  

Dann heißt es: Dein Reich komme, dein Wille geschehe.  

Wie präsent ist dir das Reich Gottes und sein Wille im Alltag? Ist es Motivation und Wegweiser oder eher trockene Theorie ohne Bedeutung für dich persönlich?  

Unser tägliches Brot gib uns heute.  

Wir leben in so einem Überfluss, dass wir die tägliche Versorgung, die wir von Gott geschenkt bekommen, manchmal überhaupt nicht schätzen. Dazu zählt einerseits das Essen, aber auch noch viel mehr. Wofür bist du Gott dankbar? Womit versorgt er dich täglich? Sehnst du dich auch nach dem Lebensbrot – Jesus Christus?  

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.  

Schuld kann uns belasten. Vielleicht hast du schon einmal erlebt, dass du dich aufgrund von Schuld so schlecht gefühlt hast, dass du so nicht vor Gott kommen und mit ihm sprechen wolltest. Gott möchte aber nicht, dass uns unsere Schuld weiterhin von ihm trennt. Aus diesem Grund ist sein Sohn am Kreuz für uns gestorben. Weil uns von Gott vergeben wird, sind auch wir fähig zu vergeben und um Vergebung bei anderen zu bitten.  

Zuletzt heißt es: Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.  

Was sind deine persönlichen Versuchungen? Was macht dir immer wieder zu schaffen? Gott möchte dir helfen! Er ist grenzenlos gut und wünscht sich für uns, dass wir dem Bösen widerstehen können und ihm immer ähnlicher werden.  

Zum Weiterdenken 

Es mag banal klingen, aber es macht einen großen Unterschied, wie du die einzelnen Verse betonst. Ich habe zumindest einen Unterschied gemerkt. Früher habe ich es einfach mitgesprochen, wenn es gebet wurde – man könnte sagen „heruntergeleiert“. Jetzt aber spreche ich es viel bewusster und führe mir beim Beten vor Augen, was mein Herz meint, wenn ich die Worte ausspreche. Teste doch einfach mal, ob du auch einen Unterschied merkst! So kannst du auch mit diesem „vorformulierten“ Gebet deinen ganz persönlichen Dank und deine Bitten vor Gott bringen.  

Idee für den SBK 

In dieser Andacht stecken viele Gedankenanstöße und Fragen, was für eine Pause sehr viel Input ist. Ihr könnt die Verse auch aufteilen und euch bei den nächsten SBK-Treffen jeweils einen Vers vornehmen und darüber austauschen, was die Worte für jeden einzelnen bedeuten. So erarbeitet ihr euch eure eigene kleine „Andachtsreihe“.  

Iris Bodenschlägel 

Warum beten wichtig ist

Bibelstelle

„Betet ohne Unterlass!“ (1. Thess 5,17)

Andacht

1. Nur Christ zu sein, ist wie ein Smartphone ohne Kommunikation: nutzlos.

Als um 2000 herum die ersten Smartphones auf den Markt kamen, waren die meisten von ihnen noch nicht sonderlich “smart”. Neben der Tatsache, dass sie in der Regel relativ nutzlos waren – Apps gab es schließlich noch nicht – war insbesondere die Kommunikation zwischen Endgerät und Server eine schwierige Angelegenheit. Bedingt durch das Netzwerkdesign mussten Endgeräte regelmäßig beim Server nachfragen, ob neue Nachrichten (z.B. E-Mails) für Sie eingetroffen sind – eine ziemlich teure Angelegenheit, schließlich entsteht dabei viel nutzloser Traffic (und der war teuer!) und der Akku war auch ziemlich schnell leer.

Irgendwann kam man bei der Firma mit der Himbeere (Blackberry, kennt heute kein Mensch mehr! ;-)) auf die Idee: „Hey, wir müssten Endgerät und Server mal enger miteinander verbinden!“ – und siehe da: Die Idee für „Push-Nachrichten“ war geboren. Anstelle ganz vieler einzelner (meist nutzloser) Abfragen, bauten Smartphones von nun an einfach eine bleibende Verbindung zum Server auf und der meldete sich über diesen Kanal, wenn eine neue Nachricht da war (so ist das übrigens bis heute!).

Mit meinem Glauben ist das ganz ähnlich: Dass ich Christ bin, bedeutet erst mal relativ wenig. Entscheidend ist nämlich nicht die Tatsache, dass ich mich an die 10 Gebote halte, regelmäßig in die Kirche gehe oder ab und zu mal für ein gutes Projekt spende. Erst die Kommunikation, nämlich die Verbindung zu Jesus, macht meinen Glauben „smart“! Aber auch da gibt es Unterschiede: Melde ich mich alle paar Wochen mal? Oder ist die Verbindung ein fester Bestandteil meines Alltags? Schicke ich nur ab und zu ein Stoßgebet gen Himmel, damit die Klassenarbeit morgen nicht zum Desaster wird, oder pflege ich tatsächlich eine Beziehung mit Jesus?

2. Eine aktive Verbindung ist eine hervorragende Basis für ganz viele tolle Apps (aka Anwendungen)!

Als dann nach und nach immer mehr Smartphones Push-Verbindungen einsetzten (z.B. zur iCloud von der Firma mit dem Apfel!), entstanden in kürzester Zeit die erstaunlichsten Anwendungen: Chat-Dienste wie Whatsapp, Social Media Plattformen wie Instagram oder TikTok, Online-Tickets und Fahrpläne für die Bahn, Navigations-Apps wie Google Maps und viele mehr. Die meisten von Ihnen könnten ohne den Push-Dienst im Hintergrund gar nicht funktionieren.

Auch hier ist es im Glauben ganz ähnlich. Habe ich einen aktiven Kanal zu Gott, ist das eine wunderbare Basis für mich und andere: Navigation im Alltag, Hilfe, Fahrplan und Zuspruch in allen Lebenslagen, Sicherheit und Halt in schwierigen Zeiten. Die enge Verbindung zu Gott wird zur Basis im alltäglichen Leben.

3. Eine Verbindung muss regelmäßig erneuert werden!

Aus technischer Sicht haben Smartphones aber eine ganz blöde Angewohnheit: Sie wechseln permanent den Ort. Das ist an für sich nicht weiter problematisch, nur für den Push-Kanal ist das eine echte Herausforderung: zum Beispiel durch, mangelnde

Netzabdeckung oder Netzüberlastung. Um weiterhin online, also mit dem Server verbunden zu sein, muss das Smartphone daher einige Dinge tun: Zum Einen regelmäßig prüfen, ob der Push-Kanal noch existiert und zum Anderen entweder ab und zu mal eine kleine Nachricht an den Server schicken („Hallo, ich bin noch da!“) oder eben den Kanal neu aufbauen, wenn er doch einmal zusammengebrochen ist.

Das ist im Glauben auch nicht anders! Ich muss meine Verbindung zu Gott pflegen, so wie ich gute Freundschaften pflege und regelmäßig prüfen, ob die Verbindung noch aktiv ist. Gott freut sich, wenn ich mich regelmäßig melde. Und auch, wenn ich eine Zeit lang in Gegenden ohne Netzabdeckung unterwegs war, freut sich Gott aber genau wie am ersten Tag (und genau wie sehr gute Freunde), wenn ich mich nach langer Zeit unvermittelt doch wieder melde!

Und das Gute, dass Christen dann doch von Smartphones unterscheidet: Je länger der Kanal besteht, desto fester wird er und desto mehr kann ich im Alltag davon profitieren!

Matze Laug und Fiete Ellmer

Wie ein Baum am Wasser

Zielgedanke

Die Bibel ist für unser Leben als Christen enorm wichtig.  

Bibelstelle

Psalm 1

Andacht

David ist eine wichtige Person im Alten Testament und er war echt ein spannender Typ! Wir lernen ihn als einfachen Hirtenjungen kennen. Eines Tages kämpft er so gut wie unbewaffnet gegen einen Riesen in voller Waffenrüstung. Später wird er sogar König über das Volk Israel und ist Heerführer von tausenden Soldaten.  

Er hat ein Herz, das für Gott schlägt. Mit ihm erlebt er seinen Alltag. Zahlreiche seiner Gespräche mit Gott finden wir in der Bibel, denn viele der Psalmen stammen aus seiner Feder. Wenn es um Gott ging, war David sehr leidenschaftlich. Er wusste, wie wichtig es ist, regelmäßig mit Gott ins Gespräch zu kommen und an seine Worte erinnert zu werden. Ebenso war ihm bewusst, dass es hilfreich sein konnte, bestehende Texte immer wieder zu hören und man sie durch Wiederholung besser behält. So ordnete er an, dass die Psalmen regelmäßig im Tempel gesungen oder gelesen werden sollten.  

So auch der allererste, Psalm 1. Der Psalm handelt von der Bedeutung von dem, was Gott uns als Wegweisung, als Lehre bzw. Gesetz gibt. David lobt das „Wort Gottes“.  

Lies Psalm 1 laut vor, die anderen können dabei gerne die Augen schließen.  

Danach könnt ihr als ganze Gruppe oder jeweils zu zweit eine oder mehrere der folgenden Fragen besprechen.  

  1. Wer Freude hat an Gottes Wort, der wird mit einem Baum verglichen, der nahe am Wasser wächst. Tauscht euch aus: Warum, denkt ihr, vergleicht der Autor uns mit so einem Baum? 

Mögliche Gedanken: Ein Baum braucht regelmäßig frisches Wasser. Er geht nicht zur „Tankstelle“, er wohnt permanent am Wasser. Tiefe Wurzeln bekommt der Baum, wenn er sich nach dem Wasser ausstreckt, und dadurch wird er automatisch stärker und Stürme können ihm nichts anhaben. Frucht bringen bedeutet zum einen, selbst Jesus ähnlicher zu werden und zum anderen, Jesus in der Welt bekannt zu machen; beides kann ich aber nur, wenn ich am Wasser stehe.  

  1. Warum ist die Bibel so etwas Besonderes für Christen? Welche Rolle spielt sie in deinem Leben?  

Mögliche Gedanken: Gott redet zu uns! Er ist nicht fern und uninteressiert. In der Bibel kann ich ihn kennenlernen und verstehen, welche Gedanken er über mich und das Leben hat. Ohne die Bibel wüsste ich nichts über Jesus und ohne Jesus nichts über Gott. 

Das ist doch ein schönes Bild. Bibellesen soll nicht bedeuten, dass du dich zwingst, genug Wissen anzusammeln. Bibellesen wird hier gleich im allerersten Psalm als etwas ganz Lebensnotwendiges beschrieben und als etwas, das guttut. Wie das Wasser führt das Wort Gottes dazu, dass wir im Leben entweder stärkere Wurzeln oder reiche Früchte bekommen. 

  1. Welcher Bibelvers (z.B. Tauf- oder Konfispruch etc.) oder welche Geschichte aus der Bibel tun euch gut, geben euch Kraft und Hoffnung? Wie habt ihr diese Kraftquelle schon einmal erlebt? 

Mögliche Gedanken: Vielleicht hat jemand in einer schweren Krise beim Bibellesen Trost gefunden oder ein Freund/eine Freundin hat ihm einen passenden Vers zugesprochen. 

SEHEN 

Schau auf dein eigenes Leben und nimm wahr, in welchem Bereich du dir mehr „Wasser“, eine tiefere Verwurzelung in Gott wünscht. 

BETEN 

Beten kann auch bedeuten, Psalmen (und andere Lieder) für Gott zu singen. Such dir in dieser Woche einen Psalm aus, den du jeden Tag wieder liest und bete durch diese Worte zu Gott. 

KONKRET HANDELN 

Lernt doch gemeinsam Psalm 1 auswendig (oder mindestens die Verse 1-4) und fragt euch gegenseitig in der nächsten Woche ab. 

Christian Günzel 
 

Wenn du noch mehr Impulse zum Thema Bibel lesen haben möchtest, findest du Impulse im aha!-Heft „Mehr als Worte“ zum Download auf unserer Internetseite und auf YouVersion - Bibellesepläne. 

Gottes Wort – voll der Hammer

Zielgedanke

Gottes Wort, die Bibel, hat heute noch enorme Durchschlagskraft in unserem Leben! 

Bibelstelle

Jeremia 23,29; Psalm 119; 2. Mose 16 

Material

Tageszeitung, Kerze, Augenbinde, Honigbonbons

Diese Andacht kann auch auf mehrere Treffen aufgeteilt werden.

Andacht  

Gottes Wort ist wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert (Jeremia 23,29). Glaubst Du nicht? Hier sind vier Beweise dafür:   

1. Der erste Hammer: Gottes Wort ist immer aktuell!  

„Für alle Ewigkeit, Herr, hat dein Wort Bestand, es steht so fest wie der Himmel!“ (Psalm 119,89). Nehmt eine etwas ältere Zeitung und lest irgendeine kurze Meldung vor.  

Kennt Ihr den Spruch „Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern“? Oft verlieren Nachrichten, die an einem Tag so wichtig und erschreckend oder beeindruckend erscheinen, nach einiger Zeit an Bedeutung. Deswegen brauchen wir jeden Tag wieder eine neue Zeitung. Gottes Wort aber hat Bestand durch die Jahrhunderte hindurch. Aber warum hat das Buch, das mehrere Jahrtausende alt ist, immer noch eine solche Aktualität? Die Menschen von damals und heute sind die gleichen – wir brauchen nach wie vor Jesus, der an unserer Stelle gestorben ist. Auch Gott ist derselbe geblieben – seine Treue steht fest! Das beweist uns auch die Aktualität der Bibel! Kennst du Situationen, in denen dich ein Bibelvers direkt angesprochen hat und du gemerkt hast, dass die Bibel für dich gilt? 

2. Der zweite Hammer: Sein Wort zeigt uns den Weg!  

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg“ (Psalm 119,105). Dunkelt euren Raum etwas ab und zündet eine Kerze an  

Wir würden gerne wissen, was Gott in der Zukunft noch mit uns vorhat (nach dem nächsten Schuljahr, nach der Schule...). Meistens ist es aber gerade hell genug, um den nächsten Schritt zu gehen. Wahrscheinlich liegt die Herausforderung gerade darin, dass wir schon losgehen, auch wenn wir noch nicht den ganzen Weg vor uns sehen. Wir dürfen im Vertrauen auf Gottes Wort losgehen und vertrauen, dass er uns zur richtigen Zeit das nötige Licht schenkt. Oft sehen wir erst im Rückblick, dass der Weg, der hinter uns liegt, gut war und dass es ein Weg war, auf dem Gott uns begleitet hat.  

(Liedvorschlag: Lighthouse von Rend Collective) 

3. Der dritte Hammer: Sein Wort hilft, auf dem richtigen Weg zu bleiben!  

„Von ganzem Herzen habe ich dich gesucht, lass mich nicht abfallen von deinen Geboten. Was Du gesagt hast, bewahre ich in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige“ (Psalm 119,10-11). Eine Person soll mit verbundenen Augen von einer Ecke des Raumes zur anderen gelangen. Der Rest wird in zwei Gruppen eingeteilt: die eine versucht, sie vom Weg abzubringen; die andere versucht, den richtigen Weg zu zeigen.  

Viele Stimmen dringen heute von Freunden, der Werbung oder Tiktok auf uns ein und wollen uns sagen, was gut für uns ist. Oft jedoch führen sie auf Irrwege. Gott ist da anders: Er lässt uns nicht in die Irre gehen. Mit seinem Wort zeigt uns Gott, wie er uns haben will und wie wir unser Leben gestalten sollen. Wenn wir uns an sein Wort halten, haben wir ein Rezept, das zum Gelingen unseres Lebens beiträgt. So werden wir ans Ziel kommen! 

4. Der vierte Hammer: Sein Wort ist süßer als Honig!  

„Dein Wort ist meine Lieblingsspeise, es ist süßer als der beste Honig." (Psalm 119,103) Jeder bekommt als kleine Einstimmung auf das Thema einen Bonbon. 

Als das Volk Israel in der Wüste war, versorgte Gott sie auch mit etwas, das wie Honig schmeckte, dem Manna (2. Mose 16). Kann uns das Beispiel mit dieser Speise auch eine Hilfe für unseren Umgang mit der Bibel sein? Gott versorgt uns jeden Tag neu mit dem, was wir brauchen. Wir müssen nicht das, was gestern war, für den nächsten Tag aufbewahren. Morgen wird er wieder etwas Neues für uns bereithalten. Wichtig ist, dass jeder für sich selber in der Bibel sammeln geht. Wie viel, das ist dann ganz unserem Appetit überlassen! 

Linda Kleiner 

Jesus: Eine Begegnung der besonderen Art

Zielgedanke

Jesus sieht den einzelnen Menschen. 

Bibelstelle

Markus 5,25-34

Andacht

Ich möchte euch meine Geschichte erzählen. Vor echt langer Zeit, es sind jetzt schon 12 Jahre, haben meine Blutungen nicht aufgehört. Ich hatte sozusagen nicht nur sechs Tage meine Menstruation, sondern es hörte gar nicht mehr auf. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie unangenehm, kräfteraubend, nervig und anstrengend das war. Und echt sehr peinlich. Natürlich bin ich anfangs zu allen Ärzten gegangen. Zu jedem, der mir empfohlen wurde. Ich habe alles ausprobiert, nur damit diese Blutungen aufhören. Aber es hat alles nichts gebracht und ist sogar noch schlimmer geworden. Letzten Endes war mein ganzes erspartes Geld aufgebraucht, aber gesund war ich trotzdem nicht. Es war echt schwer.  

Das Blut hat mich auch von Menschen getrennt. Ich bin nicht mehr viel aus dem Haus gegangen und Freunde hatte ich auch nicht mehr viele. Und dann, eines Tages, hörte ich von einem Mann, der öffentlich unterwegs war und der immer wieder Menschen gesund machte. Ich hatte nicht mehr viel zu verlieren und wollte diesen Mann treffen. Und dann ging alles furchtbar schnell. Ich war in einer Riesenmenschenmenge und es waren super viele Leute da (das kannte ich bis zu dem Zeitpunkt nur vom Marktplatz, wenn es frischen Spargel gab). Die haben diesen einen, bestimmten Mann fast schon überrannt, bedrängt. Ich war mittendrin und hab noch hin und her überlegt, ob ich da jetzt überhaupt sein darf, so mit meiner Krankheit. Denn eigentlich war es wegen der Religion nicht erlaubt, dass Frauen während der Blutungen in der Öffentlichkeit sein durften. Ich durfte eigentlich auch niemanden berühren. Aber ich riskierte es. Und so habe ich mich mit meiner letzten Kraft und Hoffnung, die ich noch hatte, durch diese Menschenmenge hindurch gedrängelt. Tatsächlich konnte ich dann mit einer Hand gerade so sein Gewand berühren.  

U-N-V-O-R-S-T-E-L-L-B-A-R, es war U-N-G-L-A-U-B-L-I-C-H!!! 

In dem Moment, wo ich sein Gewand mit meiner Hand berührte, spürte ich: Ich bin gesund! Die Blutungen hatten aufgehört – schlagartig! Und während ich noch versuchte, zu begreifen, was da gerade passiert ist, hörte ich die Stimme dieses Mannes. Er fragte laut „Wer hat mein Gewand berührt?“ Und dann sagten die Freunde, die ganz eng um ihn standen: „Es ist so viel los hier. Wer soll dich jetzt schon berührt haben, wahrscheinlich viele Leute?“ Dann höre ich wieder, ganz laut, diesen Mann fragen: „Wer hat mein Gewand berührt? Ich habe gespürt, dass Kraft von mir weggeströmt ist.“ Und da hab ich gewusst, jetzt kann ich mich nicht mehr verstecken. Ich hab am ganzen Körper gezittert und hab mich so richtig vor ihm auf die Knie geschmissen und hab alles erzählt, meine ganze Leidensgeschichte. Stellt euch vor, das war alles in der Öffentlichkeit. Und er schaute mich an (in seinen Augen war richtig viel Liebe) und sagte zu mir: „Meine Tochter“ (ich hab lang in Einsamkeit gelebt und hatte wenig Kontakt zu anderen Menschen, auch nicht zur Familie) – und dann sagte dieser Mann, in aller Öffentlichkeit, vor allen Menschen: „Meine Tochter. Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden. Du bist gesund!“ Es war richtig krass. Ich hab mich nach so vielen Jahren wieder geliebt und angenommen gefühlt. Diese Berührung, dieser Mann hat mein Leben verändert. Er hat mich nicht nur äußerlich gesund gemacht, sondern mein ganzes Leben wurde wieder lebenswert.“

Think Tank

  • Lest die Bibelstelle aus Markus 5,25-34 einmal gemeinsam. Was könnten die Gedanken der anderen Personen in dieser Geschichte sein?
  • Was hält dich davon ab, zu Jesus zu kommen?
  • Wo fühlst du dich gesehen?

Julia Garschagen
Freie Übertragung und Auszüge aus dem Livestream JESUSHOUSE, 09.03.2017, Wien 

Dreieinigkeit - Gott, Jesus, Heiliger Geist

Zielgedanke

Gott macht sich auf verschiedene Arten für uns sichtbar und begreifbar 

Bibelstelle

1.Mose 1,1; Johannes 10,30; Matthäus 3, 16-17 

Material

Wasserglas, Sprühflasche und Eiswürfel (evtl. auf Bildern) 

Andacht

Schätzt mal, wie oft das Wort „Dreieinigkeit“ in der Bibel vorkommt. 

Naja, tatsächlich kommt es kein einziges Mal vor! Das Wort haben sich Menschen ausgedacht, aber falsch ist es deswegen nicht. Es ist ein Versuch eine ganz besondere und geheimnisvolle Tatsache in Worte zu fassen: Dass wir an einen einzigen mächtigen Gott glauben, zu dem aber Vater, Sohn und Heiliger Geist gehören. Die Bibel zeigt uns Gott als drei Personen, die jedoch nie getrennt existieren, sondern immer zusammengehören. 

Wasserglas, Eiswürfel und Sprühflasche bereitstellen oder auf Bildern zeigen 

Ein bisschen kann man sich das vorstellen wie beim Wasser. Es ist das wichtigste Element der Erde und chemisch gesehen auch ziemlich geheimnisvoll! Wir sehen es im Winter als festes, starres Eis, trinken es in flüssiger Form oder lassen uns an einem Wasserfall von dem entstehenden Nebel erfrischen. Wasser, Eis und Nebel sind drei Erscheinungsformen des gleichen Elementes und doch erfahren wir es auf völlig unterschiedliche Art und Weise. Und ich denke, da steckt schon eine ganze Menge Wahrheit über das Geheimnis der Dreieinigkeit drin. Gott will nicht fern von uns bleiben, sondern sich uns zeigen und für uns erfahrbar werden.  

Und das zeigt uns die Bibel: 

Gott ist Vater und Schöpfer  

„Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“ (1. Mose 1,1).  

Wir erfahren Gott als den Erfinder und Schöpfer von allem, was wir sehen, und als denjenigen, der seit Erschaffung der Welt alles in der Hand hat. Nichts geschieht, was nicht in seiner Macht liegt, weil er ja alles geschaffen hat. Jesus selbst nennt Gott Vater und er lehrte uns, das Gleiche zu tun, als er uns das Vater Unser beibrachte (Matthäus 6,9).  

Gott soll für uns also nicht der entfernte mächtige Schöpfer bleiben, sondern es soll zu ihm eine Beziehung wie zu einem perfekten Vater entstehen. Er wünscht sich, dass wir ihm wie ein kleines Kind vertrauen und er versorgt uns jeden Tag. Die wiederhergestellte enge Beziehung zu ihm ist das Ziel unseres Lebens. 

Gott ist der Sohn Jesus Christus  

„Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10,30).  

Jesus redet davon, dass er und der Vater eins sind. Sie leben in einer perfekten Beziehung. Und wie Gott gab es auch Jesus schon von Anfang an (Johannes 1). Wir Menschen haben die Verbindung zu Gott verloren und das ist ihm nicht egal. Er wünscht sich, dass das wieder besser wird uns so geschah das Wunder von Weihachten, als Jesus als Mensch auf die Erde kam. Habt ihr euch schon einmal vorgestellt wie schön es damals für Gott gewesen sein muss, mit seinen Kindern wieder ganz nah zusammen zu sein?  

Wenn wir von Jesus lesen, sehen wir, wie Gott sich unser Leben wünscht. Jesus sagt, dass alles, was er redet, nicht seine Idee ist, sondern von Gott kommt (Johannes 17). Wenn wir von Jesus lernen, lernen wir Gott kennen. 

Gott ist der Heilige Geist  

In Matthäus 3 lesen wir von der Taufe Jesu. Da öffnet sich der Himmel, Gott spricht zu seinem Sohn und sendet den Heiligen Geist. Spätestens von da an haben Gott und Jesus wieder eine besondere Verbindung und Jesus kann seinen Dienst auf der Erde beginnen. Jesus sagte, dass er nach seiner Auferstehung uns Menschen den Heiligen Geist schicken wird (Johannes 14,16). Jeder, der an Jesus Christus glaubt, ist also durch den Heiligen Geist mit Gott verbunden, so wie Jesus als Mensch mit Gott verbunden war. Das ist das wunderbare Versprechen, dass somit auch wir, zum Beispiel im Gebet, in die Gemeinschaft Gottes kommen dürfen. 

So können wir Gott wie das Wasser auf verschiedene Arten erfahren. Sie alle gehören aber zusammen und zeigen uns wie Gott ist. Gott ist unser Ziel, Jesus der Weg dahin und der Heilige Geist unser Wegweiser. 

Christian Günzel