Andachten
_Ist Jesus zur Schule gegangen?
Zielgedanke
Jesus war ein Mensch wie wir auch und deshalb versteht er uns in unseren täglichen Schul-Struggles.
Bibelstellen
Lukas 2,41-52 und Markus 6,3
Andacht
Na? Freut ihr euch wieder auf die Schule? Beziehungsweise habt ihr euch wieder auf den Schulstart gefreut?
Nach sechs Wochen Sommerferien ist dieser erste Schultag doch häufig etwas stressig. Was zieh‘ ich an? Habe ich auch wirklich meinen Wecker gestellt? Wie werden die neuen Lehrer sein? Wie wird das neue Schuljahr und bin ich dem überhaupt gewachsen?
Das alles waren meistens meine Gedanken in der ersten Woche.
Aber nach ein bis zwei Monaten kam bei mir oft so eine „Keinen Bock mehr“-Stimmung auf. Ich wollte nicht mehr in die Schule, keine Hausaufgaben mehr machen und einfach nichts mehr lernen müssen. Gleichzeitig war mir aber auch bewusst, dass ich in die Schule gehen muss, um dann irgendwann einmal meinen Abschluss zu machen und ins Berufsleben zu starten.
Geht es dir vielleicht ähnlich? Stellst du dir auch die Frage, wozu das Ganze überhaupt nützt?
Eine Sache, die wir als Christen versuchen ist, in jeglichen Lebenslagen auf Jesus zu schauen und herauszufinden, wie er sein Leben gestaltet hat. Und da kam bei mir die Frage auf: „Ist Jesus eigentlich auch in die Schule gegangen?“
Wenn wir in die Bibel schauen, steht dort nicht explizit, dass Jesus in die Schule gegangen ist, aber mit dem historischen Kontext und ein paar Indizien können wir uns ein ziemlich gutes Bild von seiner Situation machen.
Lest gerne einmal Lukas 2,41-52.
In dieser Bibelstelle lesen wir zum einen, dass Jesus von seinen Eltern vergessen wurde… Upsi. Also auch in der Bibel war keine Familie perfekt. Aber vor allem erfahren wir hier, dass Jesus sich entschieden hat, im Tempel zu bleiben und dort den Lehrern zuzuhören. Ich glaube demnach können wir davon ausgehen, dass er durchaus wissbegierig war und mehr über Gott und seine Gebote wissen wollte. Er saß außerdem nicht einfach nur da, sondern hat sich aktiv eingebracht.
Allgemein gab es zur Zeit Jesu keine direkte Schulpflicht oder ein ausgereiftes Schulsystem, wie wir es heute kennen. Aber für gewöhnlich wurden Jungs damals in die Synagoge geschickt, um dort dann die Thora (die fünf Bücher Mose) auswendig zu lernen und sich mit den religiösen Regeln zu beschäftigen. Bis heute finde ich es wahnsinnig faszinierend, dass viele Juden die ersten fünf Bücher der Bibel auswendig können und ich manchmal schon mit zwei Versen überfordert bin.
In der Bibel erfahren wir aber auch, dass Jesus einen Beruf hatte, nämlich Zimmermann (Markus 6,3). Natürlich gab es damals keine direkten Ausbildungsplätze mit Berufsschule, aber er musste dieses Handwerk dennoch lernen, denn er war ja ein Mensch wie wir und auch ihm fielen Dinge nicht einfach so in den Schoß.
Diesen beiden Stellen dürfen wir entnehmen, dass Jesus wirklich ganz Mensch war und uns in vielen Dingen ähnlicher war, als wir vielleicht zunächst angenommen haben. Auch er musste, wie wir, in die Schule gehen, damit er dort lernen kann.
Aber was ich so faszinierend finde ist, dass auch Jesus lernen musste, was es heißt, Gott wirklich nachzufolgen und was seine Gebote wirklich aussagen. Und das obwohl er Gottes Sohn war. Er setzte sich trotzdem aktiv mit dem Wort Gottes auseinander und deshalb versteht er uns sehr gut, wenn es uns schwer fällt zu lernen. Ich glaube auch, dass er bestimmt einmal einen Lehrer hatte, mit dem er nicht so gut klarkam, weil ich nicht denke, dass es damals nur großartige Lehrer gab. Auch hier dürfen wir in dem Wissen, dass er uns zuhört und versteht, mit unseren Sorgen und Problemen zu ihm kommen und ihm unser Herz ausschütten.
Damit will ich dich für dieses neue Schuljahr ermutigen. Jesus war auch in dieser Situation, in der du dich gerade befindest und er wird es lieben, wenn du dich ihm öffnest und ihm erzählst, was dich gerade bewegt, frustriert oder freut.
Think & Talk
- Hast du schon einmal bewusst daran gedacht, dass auch Jesus Dinge aktiv und beständig lernen musste?
- Warum glaubst du, hat Gott Jesus nicht schon mit allen Fähigkeiten und allem Wissen von Anfang an ausgestattet?
- Wie geht es dir, wenn du auf das neue Schuljahr blickst auf einer Skala von 1 bis 10? Wenn du magst, kannst du auch gerne erzählen, warum du dich für diese Zahl entschieden hast.
Kerstin Landstorfer